Die italienischen Gesundheitsbehörden schlagen Alarm: Drei weitere Menschen sind in Italien am West-Nil-Virus gestorben. Die Verstorbenen – Männer im Alter von 71, 73 und 79 Jahren – wurden zuvor in Kliniken nahe Rom und Neapel behandelt, wie offizielle Stellen am Dienstag mitteilten.
Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem West-Nil-Fieber in Italien auf mindestens elf seit Jahresbeginn. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, da viele Verläufe symptomlos bleiben und somit nicht erkannt oder gemeldet werden.
Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch Stechmücken übertragen. In seltenen Fällen kann es bei geschwächtem Immunsystem oder älteren Menschen zu schweren Komplikationen führen, etwa Gehirnentzündungen (Enzephalitis) oder Hirnhautentzündungen (Meningitis), die tödlich enden können.
Besonders in den warmen Sommermonaten steigt das Risiko, da sich die Mücken leichter vermehren. Gesundheitsbehörden raten daher zur Vorsicht in betroffenen Regionen: Der Schutz vor Mückenstichen – etwa durch Repellents, lange Kleidung oder Mückennetze – ist derzeit die wichtigste Präventionsmaßnahme, denn eine Impfung gegen das Virus existiert nicht.
Italien steht mit dem Problem nicht allein: Auch in anderen südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien und Rumänien wurden in den vergangenen Jahren vermehrt Fälle gemeldet. Forscher machen den Klimawandel und damit einhergehende längere Brutzeiten für die Mücken unter anderem für die Zunahme verantwortlich.
Die Behörden rufen Bürgerinnen und Bürger in betroffenen Gebieten zur Wachsamkeit und Vorsorge auf – besonders ältere oder chronisch kranke Menschen sollten erste Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen ernst nehmen und medizinische Hilfe suchen.