Donald Trump hat seine jahrelange Fehde mit der US-Komikerin Rosie O’Donnell auf spektakuläre Weise neu entfacht. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte der frühere Präsident am Samstag an, er erwäge den Entzug ihrer US-Staatsbürgerschaft – eine Äußerung, die Experten sofort als verfassungswidrig bezeichneten.
„Weil Rosie O’Donnell nicht im besten Interesse unseres großartigen Landes handelt, ziehe ich ernsthaft in Erwägung, ihr die Staatsbürgerschaft zu entziehen“, schrieb Trump. „Sie ist eine Gefahr für die Menschheit und sollte im wunderbaren Irland bleiben – wenn sie sie dort haben wollen. GOD BLESS AMERICA!“
Die Ankündigung folgte offenbar auf ein TikTok-Video O’Donnells, in dem sie Trumps Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen in Texas kritisierte. Sie warf seiner Regierung vor, Frühwarnsysteme und Wetterdienste massiv geschwächt zu haben, was die Rettungsmaßnahmen behindert habe.
Die 62-jährige O’Donnell war 2017 kurz nach Trumps Amtsantritt nach Irland ausgewandert. In einem CNN-Interview sagte sie im April, sie habe nach Lektüre von Trumps politischer Agenda („Project 2025“) beschlossen, sich und ihr nichtbinäres Kind in Sicherheit zu bringen.
Verfassungsrechtler reagierten umgehend. Steve Vladeck, Professor für Verfassungsrecht an der Georgetown University, erklärte, Trumps Drohung verstoße eklatant gegen die US-Verfassung. „Die US-Regierung darf nur in sehr wenigen, gesetzlich genau definierten Ausnahmefällen die Staatsbürgerschaft entziehen – und auch dann nur unter enger richterlicher Kontrolle“, schrieb Vladeck.
Rosie O’Donnell reagierte ebenfalls prompt – und bissig. Auf Instagram schrieb sie: „Du willst mir die Staatsbürgerschaft entziehen? Versuch’s doch, König Joffrey mit orangem Spraytan. Du wirst mich nie zum Schweigen bringen. Hast du nie gekonnt.“
Die Fehde zwischen Trump und O’Donnell reicht bis ins Jahr 2006 zurück, als die Komikerin ihn in der Talkshow The View als „Schlangenölverkäufer aus der Kleinstadt“ bezeichnete. Trump revanchierte sich seitdem regelmäßig mit persönlichen Beleidigungen, nannte sie u. a. „dumm“, „unausstehlich“ und „ein Schwein“.
Während Trump zuletzt mit außenpolitischen Spannungen und juristischen Verfahren konfrontiert ist, sorgt sein Ausfall gegen O’Donnell nun für einen weiteren innenpolitischen Eklat – und lässt erneut Zweifel aufkommen, ob er sich im Wahlkampf 2028 an verfassungsrechtliche Spielregeln halten will.