Die Stimmung in Deutschlands Arztpraxen und Kliniken wird rauer – und das hat zunehmend Konsequenzen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, verstärken medizinische Einrichtungen ihre Sicherheitsvorkehrungen, um das Personal vor verbalen und körperlichen Übergriffen zu schützen.
„Die Krankenhäuser mussten in den vergangenen Jahren verschiedene Strategien zum Schutz ihrer Beschäftigten entwickeln“, erklärte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem RND. Die Maßnahmen reichen von Sicherheitsdiensten an Eingängen über gezielte Deeskalations- und Selbstverteidigungskurse für das Personal bis hin zu baulichen Veränderungen – etwa durch Schutzscheiben oder Alarmknöpfe.
Auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht dringenden Handlungsbedarf. Er bestätigte, dass immer mehr Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal von zunehmender Aggressivität berichten – nicht selten ausgelöst durch Frust, Wartezeiten oder Missverständnisse im Behandlungsablauf.
Der Trend ist nicht neu, hat sich aber seit der Corona-Pandemie spürbar verschärft. Die Hemmschwelle für verbale Attacken ist vielerorts gesunken – in einigen Fällen eskaliert die Situation bis hin zu körperlicher Gewalt.
Die Branche schlägt Alarm: Gewalt im Gesundheitswesen gefährde nicht nur die psychische Gesundheit des Personals, sondern erschwere auch die ohnehin angespannte Versorgungslage. Forderungen nach rechtlichen Verbesserungen und gezielter Präventionsarbeit werden deshalb lauter.
Für viele Beschäftigte gilt inzwischen: Heilung leisten – und sich selbst schützen. Ein Zustand, der im Gesundheitssystem zur bitteren Realität geworden ist.