Ein unscheinbares Gewerbegebiet, ein Gemüsehandel – und mittendrin eine der größten Drogenentdeckungen in der deutschen Kriminalgeschichte: In Landsberg (Saalekreis) hat die Polizei eine riesige Menge der illegalen Aufputschdroge Captagon sichergestellt.
Laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden mehrere Hundert Kilogramm der synthetischen Substanz beschlagnahmt – versteckt in Paletten mit Ölfrüchten. Der geschätzte Verkaufswert auf dem Schwarzmarkt: über 20 Millionen Euro.
„Es dürfte sich dabei um eine der größten Einzelsicherstellungsmengen dieser Substanz in Deutschland handeln“, erklärten die Ermittler.
Captagon gilt als gefährliches Amphetamin-Derivat und ist besonders im Nahen Osten verbreitet, wo es unter anderem in Konfliktregionen als Kampf- oder Partydroge eingesetzt wird. Die Herstellung erfolgt meist in illegalen Labors, der Schmuggel läuft über komplexe internationale Netzwerke.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sich die mutmaßlichen Drahtzieher derzeit nicht in Deutschland aufhalten. Wer hinter dem professionell organisierten Schmuggel steckt, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Der Fund ist nicht nur aufgrund seiner Größenordnung bemerkenswert – sondern auch wegen seiner Tarnung im legalen Handelsverkehr. Die Polizei betonte, dass der Zugriff auf Basis umfangreicher Ermittlungen und in enger Zusammenarbeit mit Zoll und internationalen Partnern erfolgte.
Mit dem Fund setzt die Polizei ein deutliches Zeichen im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel – doch gleichzeitig verdeutlicht der Fall, wie raffiniert und skrupellos die Strukturen hinter dem globalen Drogengeschäft inzwischen agieren.