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Weniger frei, mehr arbeiten? DIHK-Präsident fordert Streichung von Pfingstmontag

Kaufdex (CC0), Pixabay

In der laufenden Debatte um Fachkräftemangel, stagnierende Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit hat der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, eine kontroverse Forderung erhoben: Pfingstmontag soll als gesetzlicher Feiertag gestrichen werden, um die Jahresarbeitszeit zu erhöhen.

„Unsere Arbeitsproduktivität stagniert“, sagte Adrian der Bild am Sonntag. Ein Blick auf internationale Vergleichszahlen zeige, dass Beschäftigte in Deutschland mit durchschnittlich 1.350 Arbeitsstunden pro Jahr rund 400 Stunden weniger leisten als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen OECD-Ländern. „Da müssen wir ran“, so Adrian.

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Menschen über eine bessere Work-Life-Balance, kürzere Arbeitswochen oder mehr Flexibilität diskutieren. Für Arbeitgeberverbände hingegen steht zunehmend die Frage im Raum, wie der Standort Deutschland angesichts von Personalmangel und wachsender globaler Konkurrenz leistungsfähig bleiben kann.

Die Streichung eines Feiertags wie Pfingstmontag wäre ein symbolischer wie praktischer Schritt – würde jedoch zweifellos auf Widerstand stoßen. Gewerkschaften und Sozialverbände betonen immer wieder, dass mehr Arbeit nicht automatisch mehr Produktivität bedeutet – und dass gerade die Erholung durch Feiertage langfristig zur Gesundheit und Motivation beiträgt.

Adrians Vorstoß dürfte die Debatte jedenfalls neu befeuern. Zwischen der Sorge um sinkende Wettbewerbsfähigkeit und dem Wunsch nach mehr Lebensqualität zeichnet sich ein wachsender Zielkonflikt ab: Wie viel Arbeit verträgt eine moderne Gesellschaft – und wie viel Pause braucht sie?

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