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Hitzestopp für Tiertransporte: Niedersachsen zieht bei über 30 Grad die Notbremse

asompoch (CC0), Pixabay

Angesichts der zunehmenden Sommerhitze hat das niedersächsische Agrarministerium eine wichtige Maßnahme zum Tierschutz ergriffen: Tiertransporte mit einer Dauer von mehr als acht Stunden dürfen bei Temperaturen über 30 Grad im Bundesland nicht mehr durchgeführt werden. Das gab das Ministerium heute offiziell bekannt. Der neue Erlass soll sofort und konsequent von den Veterinärbehörden im Land umgesetzt werden.

Genehmigungspflichtige Transporte betroffen

Konkret betrifft das Verbot alle genehmigungspflichtigen Langstreckentransporte, bei denen Tiere über längere Strecken und oft ins Ausland transportiert werden. Diese Transporte dürfen bei großer Hitze nicht mehr genehmigt werden. Zudem sollen Behörden bei Temperaturen über 30 Grad prüfen, ob die Fahrtzeiten in kühlere Abend- oder Nachtstunden verlegt werden können – als mögliche Ausnahme unter strengen Bedingungen.

Das Ministerium verlangt zudem von den Transportunternehmen, dass sie detaillierte Angaben zu geplanten Pausenorten und -zeiten machen. So soll sichergestellt werden, dass die Tiere auch unterwegs ausreichend versorgt und kontrolliert werden können.

Belüftung und Wasserversorgung zwingend notwendig

Eine Sprecherin des Ministeriums betonte, dass bereits heute für jede Genehmigung eines Tiertransports die Voraussetzung besteht, dass Belüftungssysteme und Wasserversorgung in den Fahrzeugen einwandfrei funktionieren. Diese Punkte würden bei jeder Kontrolle überprüft. Wenn die technischen Anforderungen nicht erfüllt sind, dürfen die Transporte gar nicht erst starten.

Hintergrund: Hitzestress ist lebensbedrohlich für Tiere

Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Hitzewellen in Deutschland. Am gestrigen Mittwoch wurde laut Deutschem Wetterdienst der bisher heißeste Tag des Jahres gemessen – vielerorts stiegen die Temperaturen deutlich über die 30-Grad-Marke. „Die Hitze macht ja nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Tieren“, sagte die Ministeriumssprecherin. Hitzestress kann für Tiere in Transportfahrzeugen schnell lebensgefährlich werden – insbesondere bei unzureichender Kühlung, Enge und langen Fahrzeiten.

Proteste und Druck von Tierschützern

Tierschützer hatten bereits seit Jahren ein generelles Verbot von Tiertransporten bei hohen Temperaturen gefordert. Jüngst kam es im Landkreis Aurich zu Protesten, bei denen Aktivist:innen unter anderem eine Menschenkette bildeten. Der Landkreis gilt als einer der zentralen Knotenpunkte für Tiertransporte, insbesondere für Rinderexporte.

Plakate mit Aussagen wie „Von hier direkt in die Hölle! Tiertransporte sofort stoppen!“ machten den Unmut vieler deutlich. Sie werfen den Behörden und Exporteuren vor, die Belastung und das Leid der Tiere systematisch zu ignorieren, insbesondere bei extremen Wetterlagen.

Fazit

Mit dem neuen Erlass setzt Niedersachsen ein deutliches Zeichen für den Schutz von Nutztieren im Straßenverkehr. Bei Temperaturen über 30 Grad müssen Langstreckentransporte künftig unterbleiben oder in kühlere Zeiträume verlegt werden. Die Maßnahme könnte bundesweit Signalwirkung entfalten – insbesondere in Zeiten des Klimawandels und wachsender öffentlicher Kritik an der industriellen Tierhaltung und dem Lebendtierexport.

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