US-Präsident Donald Trump hat Paul Ingrassia zum neuen Leiter des U.S. Office of Special Counsel ernannt. Ingrassia war bisher als Verbindungsmann des Weißen Hauses für das Heimatschutzministerium tätig. Trump lobte ihn in einem Beitrag auf Truth Social als „hoch respektierten Juristen, Autor und Verfassungsexperten“, der bereits „eine hervorragende Arbeit“ in seiner bisherigen Rolle geleistet habe.
Ingrassia absolvierte sein Jurastudium an der Cornell University im Jahr 2022 und arbeitete danach zehn Monate in einer Anwaltskanzlei, wie seinem LinkedIn-Profil zu entnehmen ist.
Das Office of Special Counsel ist eine unabhängige Behörde, die unter anderem Verstöße gegen das Arbeitsrecht von Bundesbediensteten untersucht und verfolgt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Fällen von Vergeltung gegenüber Whistleblowern. Zudem überwacht die Behörde die Einhaltung des Hatch Acts, der parteipolitische Aktivitäten von Regierungsangestellten einschränkt.
Ingrassia erklärte in einem Beitrag auf X, dass er „alle Anstrengungen unternehmen werde, um Kompetenz und Integrität in die Exekutive zurückzubringen“, mit besonderem Fokus auf die Bekämpfung von „Verschwendung, Betrug und Missbrauch“ sowie der Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Fairness bei der Durchsetzung des Hatch Acts.
Der vorherige Amtsinhaber, Hampton Dellinger, war im Februar von Trump entlassen worden. Dellinger reichte Klage ein, um seine Position zu behalten, und erhielt zunächst eine einstweilige Verfügung durch ein Bundesgericht. Doch ein Berufungsgericht in Washington, D.C. machte letztlich den Weg für seine Absetzung frei. Am 6. März beendete Dellinger seinen Rechtsstreit.
Dellinger hatte sich zuvor öffentlich gegen eine Reihe von Massenentlassungen durch das Department of Government Efficiency ausgesprochen, die seiner Ansicht nach gegen geltendes Recht verstießen. Er beantragte bei einer Arbeitsrechtskommission, die Kündigungen von sechs Beschäftigten in verschiedenen Bundesbehörden zu überprüfen. Seiner Einschätzung nach widersprachen diese Entlassungen der Gesetzgebung zu Stellenabbau im öffentlichen Dienst, die unter anderem eine 60-tägige Vorankündigung vorschreibt und Kündigungen während der Probezeit auf Leistungs- oder Verhaltensgründe beschränkt.
Ingrassia hatte Anfang des Jahres nach Trumps Rückkehr ins Amt auch kurzzeitig als Verbindungsmann zum Justizministerium fungiert. Laut einem Bericht von ABC News wurde er jedoch bald zum Heimatschutzministerium versetzt, nachdem er dort versucht hatte, gezielt Kandidaten mit „besonderer Loyalität gegenüber Präsident Trump“ zu rekrutieren. Dies führte zu Konflikten mit Chad Mizelle, dem engsten Berater der Justizministerin Pam Bondi.