Ein tiefer Fall für eine einst schillernde Figur der europäischen Kulturszene: Der frühere Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, ist in Italien wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt worden. Ein Gericht in Florenz sprach den 77-jährigen Österreicher schuldig, als damaliger Leiter der Florentiner Oper private Ausgaben unrechtmäßig über die Opernstiftung abgerechnet zu haben. Das Strafmaß: eine Bewährungsstrafe.
Pereira, der in der Opernwelt als glanzvoller, aber auch umstrittener Kulturmanager galt, hatte von 2012 bis 2014 die renommierten Salzburger Festspiele geleitet. Danach übernahm er die Intendanz an der Mailänder Scala, bevor er schließlich an das Opernhaus in Florenz wechselte.
Die italienische Justiz warf Pereira vor, in seiner Zeit in Florenz persönliche Kosten über das Budget der Opernstiftung laufen gelassen zu haben – darunter sollen auch Reisen und Restaurantrechnungen gefallen sein. Das Gericht sah den Tatbestand der Veruntreuung als erwiesen an, ließ jedoch mildernde Umstände gelten und verhängte keine Haftstrafe.
Pereira selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Urteil geäußert. Sein Anwalt kündigte jedoch an, die schriftliche Urteilsbegründung genau zu prüfen und mögliche rechtliche Schritte zu erwägen.
Für die Kulturwelt ist das Urteil ein Schlag gegen das Image eines Mannes, der jahrzehntelang an der Spitze großer europäischer Bühnen stand – und nun vor allem als Verurteilter in Erinnerung bleiben könnte.