Die Bürgermeisterin von Washington, D.C., Muriel Bowser äußert sich besorgt über mögliche Schäden an den Straßen der Hauptstadt durch eine groß angelegte Militärparade der US-Armee am 14. Juni, dem 79. Geburtstag von Präsident Donald Trump.
Bei der Parade anlässlich des 250-jährigen Bestehens der U.S. Army sollen 28 Abrams-Kampfpanzer und zahlreiche andere gepanzerte Fahrzeuge durch das Stadtzentrum rollen. Zudem sind Überflüge historischer Kampfflugzeuge sowie ein Auftritt der Fallschirmspringertruppe „Golden Knights“ geplant, die symbolisch eine gefaltete US-Flagge an Trump übergeben wird.
Obwohl das Verteidigungsministerium zusicherte, eventuelle Schäden an der städtischen Infrastruktur zu bezahlen, bleibt Bowser skeptisch. „Ich bin weiterhin besorgt“, sagte sie bei einer Pressekonferenz am 29. Mai. „Wenn unsere Straßen unbrauchbar gemacht werden, müssen wir sie nutzbar machen – und das bedeutet oft: Wir zahlen zuerst und warten dann auf die Rückerstattung.“
Die Armee teilte mit, man erwarte keine nennenswerten Schäden, da an empfindlichen Stellen Metallplatten über dem Asphalt verlegt würden. Trotzdem befürchtet Bowser, dass die Hauptstadt im Ernstfall auf den Reparaturkosten sitzen bleibt.
Bereits 2018 hatte es einen Streit zwischen Trump und Bowser gegeben, als der damalige Präsident eine ähnliche Militärparade plante, die später abgesagt wurde. Trump warf Bowser und „lokalen Politikern“ damals vor, die Kosten absichtlich auf 21 Millionen Dollar getrieben zu haben. Die Bürgermeisterin konterte damals, sie habe dem „Reality-Star im Weißen Haus“ lediglich die Realität der Ausgaben aufgezeigt.
Die diesjährige Parade dürfte laut Schätzungen der Armee sogar bis zu 45 Millionen Dollar kosten – mehr als doppelt so viel wie der Kostenvoranschlag 2018.
Trotz der Bedenken hat Bowser diesmal auf offene Kritik verzichtet. Dennoch bleibt ihre Sorge bestehen, dass lokale Straßen und Steuergelder belastet werden könnten – vor allem, wenn die versprochenen Rückzahlungen auf sich warten lassen.