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Harvard übergibt historische Fotos versklavter Menschen an afroamerikanisches Museum in Charleston
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Harvard übergibt historische Fotos versklavter Menschen an afroamerikanisches Museum in Charleston

12019 (CC0), Pixabay

Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen wird Harvard University Fotos eines versklavten Mannes und seiner Tochter an ein afroamerikanisches Museum in South Carolina übergeben. Die Bilder von Renty und seiner Tochter Delia wurden im März 1850 gegen ihren Willen für den damaligen Harvard-Professor und Biologen Louis Agassiz aufgenommen. Sie gelten als die frühesten bekannten Fotografien von versklavten Menschen in den USA und wurden in einem Studio in South Carolina aufgenommen, um pseudowissenschaftliche rassistische Theorien zu untermauern.

Die Klägerin Tamara Lanier aus Connecticut reichte 2019 eine Klage gegen Harvard ein. Sie ist überzeugt, eine Nachfahrin von Renty zu sein, was sie durch umfangreiche Familienforschung belegen will – eine Behauptung, die Harvard bislang nicht offiziell anerkennt. Die Fotos waren bislang im Peabody Museum of Archaeology & Ethnology der Universität aufbewahrt worden.

Lanier kritisierte, dass Harvard über Jahre hinweg von den Bildern profitiert habe, und bezeichnete die geplante Übergabe nun als „kleinen Schritt in die richtige Richtung“. Harvard erklärte in einer Stellungnahme, man sei dankbar für die durch Laniers Engagement ausgelösten Diskussionen über die Bedeutung dieser Bilder. Obwohl keine eindeutige genealogische Verbindung bestätigt werden konnte, habe man nun eine Lösung gefunden, die dem historischen Kontext gerecht werde.

Die Bilder sollen künftig im International African American Museum in Charleston aufbewahrt werden, das seit zwei Jahren besteht und sich der Geschichte der Sklaverei in den USA widmet. Museumspräsidentin Tonya Matthews bezeichnete die Rückkehr der Bilder als „175 Jahre überfällig“ und kündigte eine feierliche Empfangszeremonie an. Solche Artefakte müssten „niemals vergessen oder aus dem historischen Gedächtnis gelöscht werden“, betonte sie.

Die juristische Auseinandersetzung hatte 2022 einen Teilerfolg für Lanier gebracht, als der Oberste Gerichtshof von Massachusetts entschied, dass sie wegen seelischer Belastung klagen dürfe – nicht aber das Eigentum an den Bildern beanspruchen könne. Die Verantwortung für die Überführung der Daguerreotypien liegt daher weiterhin bei Harvard. Ein konkretes Übergabedatum steht derzeit noch nicht fest.

Harvard hatte 2022 in einem Bericht selbst seine historischen Verstrickungen in die Sklaverei eingeräumt. Demnach wurden Teile des Campus von Sklavenhaltern finanziert, und das Peabody Museum besitzt auch Überreste versklavter Afrikaner und indigener Menschen.

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