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Fehler im Gesundheitsbericht unter RFK Jr.: Weiße Haus spricht von „Formatierungsproblemen“, Wissenschaftler widersprechen
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Fehler im Gesundheitsbericht unter RFK Jr.: Weiße Haus spricht von „Formatierungsproblemen“, Wissenschaftler widersprechen

CharlesRondeau (CC0), Pixabay

Nach der Veröffentlichung des „Make America Healthy Again“-Berichts (MAHA), einem zentralen Projekt unter Leitung von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., ist es zu einem wissenschaftlichen Streit gekommen. Mehrere Forscher, deren Arbeiten im Bericht zitiert wurden, äußerten sich öffentlich und erklärten, ihre Studien seien entweder falsch wiedergegeben, verfälscht interpretiert oder sogar gänzlich erfunden worden.

Laut Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, seien die Ungenauigkeiten auf „Formatierungsprobleme“ zurückzuführen. „Das ändert nichts an der Substanz des Berichts“, betonte sie am 29. Mai.

Der Bericht, der im Zuge eines von Präsident Donald Trump unterzeichneten Erlasses entstand, sollte Aufschluss über chronische Krankheiten und kindliche Gesundheitsrisiken geben. Doch rasch meldeten sich mehrere der angeblich zitierten Forscher zu Wort.

Prof. Mariana Figueiro von der Icahn School of Medicine erklärte, ihr Name sei mit einer Studie verknüpft worden, die so nie existiert habe. Zudem habe der Bericht ihre Forschung über Melatoninunterdrückung bei College-Studenten fälschlich als Beleg für Schlafprobleme bei Kindern durch Bildschirme dargestellt.

Auch Katherine Keyes, Epidemiologin der Columbia University, sagte, sie sei fälschlich als Erstautorin einer Studie genannt worden. Zwar habe sie zu Angststörungen bei Jugendlichen geforscht, jedoch würden Zahlen und Inhalte nicht mit ihren Arbeiten übereinstimmen. „Das macht mir Sorgen, da korrekte Zitation ein grundlegender Bestandteil seriöser Wissenschaft ist“, so Keyes.

Der Vorfall wirft auch Fragen über die mögliche Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Erstellung des Berichts auf. Zwar äußerte sich das Weiße Haus nicht konkret dazu, ob der Bericht mithilfe von KI generiert wurde, doch laut Yuan Luo, KI-Experte an der Northwestern University, seien Zitationsfehler, inkonsistente Fakten und sinnentfremdete Schlussfolgerungen typische Hinweise auf KI-generierte Texte.

Ivan Oransky, Mitbegründer von Retraction Watch, bestätigte den Verdacht: „AI-generierte Papiere erfinden oft Referenzen, die glaubwürdig klingen, aber gar nicht existieren.“

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte inzwischen, der Bericht sei aktualisiert worden, um „kleinere Zitations- und Formatierungsfehler“ zu korrigieren. Inhaltlich bleibe er jedoch „eine historische und transformative Bewertung der Gesundheitskrise bei amerikanischen Kindern“.

Für zusätzlichen Aufruhr sorgt eine Aussage von RFK Jr., in der er etablierte medizinische Fachzeitschriften wie JAMA, Lancet oder NEJM als „korrupt“ bezeichnete. Er erwägt, Regierungswissenschaftlern zu verbieten, dort zu publizieren, und schlug stattdessen ein eigenes HHS-Journal vor.

Oransky warnte vor dieser Entwicklung: „Wenn wissenschaftliche Reformen dazu missbraucht werden, Wissenschaftler zu diskreditieren, nur weil ihre Ergebnisse nicht ins Weltbild passen, wird das sehr gefährlich.“

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