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Gamma Plus Fonds 2024/25 – Stabilität durch Anleihen, begrenztes Wachstumspotenzial bei hoher Liquiditätsreserve

geralt (CC0), Pixabay

Der Gamma Plus Fonds von HANSAINVEST verfolgt weiterhin einen Absolute-Return-Ansatz, der die Kombination aus einem konservativen Basisportfolio aus Staats- und Länderanleihen sowie einer regelbasierten Optionsstrategie nutzt. Ziel ist die Generierung von Erträgen, die weitgehend unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung sind.

1. Portfoliostruktur und Risikoprofil

Zum Stichtag 31.05.2025 beträgt das Fondsvolumen 31,7 Mio. EUR.

Davon sind 62 % in festverzinsliche Anleihen investiert, 38 % liegen als Bankguthaben.

Derivate wirken sich nur marginal aus (-0,04 %).

Die Anleihen stammen überwiegend von deutschen öffentlichen Emittenten (KfW, Länderanleihen, NRW.Bank), was das Adressenausfallrisiko reduziert.

Risiken ergeben sich vor allem aus:

Zinsänderungsrisiken: Das Umfeld steigender Zinsen belastet die Kurswerte.

Marktpreisrisiken bei Optionen, insbesondere auf US-Indizes.

Liquiditätsrisiko durch die hohe Kassenhaltung zwar gering, allerdings mindert dies die Ertragschancen.

2. Ertragslage

Die Jahresergebnisse unterscheiden sich je Anteilsklasse deutlich:

Gamma Plus I: Ergebnis 252.944 EUR (Anteilwert 108,01).

Gamma Plus R: Ergebnis 41.758 EUR (Anteilwert 105,61).

Gamma Plus V: Ergebnis 941.264 EUR (Anteilwert 107,46).

Auffällig ist, dass die ordentlichen Nettoerträge negativ waren (z. B. -27.178 EUR bei Klasse I), die Performance also fast ausschließlich durch Optionsgeschäfte getragen wurde. Realisierte Gewinne und Verluste aus Derivaten heben sich weitgehend auf, sodass das Jahresergebnis moderat positiv bleibt.

3. Mittelbewegungen und Anlegervertrauen

Starke Mittelabflüsse belasten das Fondsvolumen (z. B. -16 Mio. EUR bei Gamma Plus I, -8,7 Mio. EUR bei Gamma Plus V).

Dies deutet auf sinkendes Anlegervertrauen hin, trotz positiver Entwicklung der Anteilspreise.

4. Nachhaltigkeitsprofil (ESG)

Der Fonds erfüllt die Kriterien eines Artikel-8-Fonds (EU-Offenlegungsverordnung) und berücksichtigt ESG-Ausschlusskriterien.

ESG-Quote: 72,3 % der Investments haben ein MSCI-Rating von mindestens BB.

Allerdings ist der Anteil an Investitionen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen gestiegen (31,5 %), was aus Sicht nachhaltiger Investoren kritisch zu bewerten ist.

5. Kostenstruktur

TER (Gesamtkostenquote): 1,15 % (Klasse V) bis 1,74 % (Klasse R).

Performance Fees belasten zusätzlich (z. B. 0,40 % bei Klasse I).

Angesichts der moderaten Ergebnisse ist die Kostenquote relativ hoch und schränkt die Nettorendite für Anleger ein.

Fazit für Anleger

Der Gamma Plus Fonds hat im Geschäftsjahr 2024/25 eine stabile, aber wenig dynamische Wertentwicklung gezeigt. Positiv hervorzuheben sind die defensive Anleihenbasis, die Optionsstrategie als Absicherung in Krisenphasen und die moderate Steigerung der Anteilspreise.

Allerdings bestehen drei zentrale Herausforderungen:

Hohe Mittelabflüsse deuten auf nachlassendes Vertrauen.

Kostenbelastung schmälert die Rendite spürbar.

ESG-Positionierung ist nicht konsequent, da fossile Engagements zugenommen haben.

Für konservative Anleger, die Wert auf Kapitalerhalt und eine gewisse Krisenresistenz legen, kann der Fonds interessant sein. Für renditeorientierte oder strikte ESG-Investoren bleibt er jedoch nur eingeschränkt attraktiv.

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