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Verkehrsminister will E-Auto-Förderung auslaufen lassen: Elektroautos sollen sich künftig ohne Kaufprämie behaupten
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Verkehrsminister will E-Auto-Förderung auslaufen lassen: Elektroautos sollen sich künftig ohne Kaufprämie behaupten

geralt (CC0), Pixabay

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will die staatliche Förderung für den Kauf von Elektroautos nach dem Ende des derzeitigen Förderprogramms nicht erneut verlängern. Nach seiner Einschätzung sind Elektrofahrzeuge inzwischen technisch so weit entwickelt und preislich so konkurrenzfähig, dass sie künftig ohne dauerhafte staatliche Kaufanreize am Markt bestehen können.

Noch profitieren Käufer und Leasingnehmer von Zuschüssen. Das laufende Förderprogramm der Bundesregierung umfasst insgesamt drei Milliarden Euro und soll nach derzeitiger Planung bis 2029 reichen.

Bis zu 6.000 Euro Zuschuss für ein Elektroauto

Gefördert werden der Kauf und das Leasing von Elektroautos sowie bestimmte Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Voraussetzung ist unter anderem eine Neuzulassung seit dem 1. Januar 2026.

Wie hoch der staatliche Zuschuss ausfällt, hängt vom Fahrzeug, vom Einkommen und von der Familiengröße ab. Im günstigsten Fall können Käufer bis zu 6.000 Euro erhalten.

Für das Programm stehen insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung. Nach den bisherigen Planungen soll das Geld für rund 800.000 Fahrzeuge ausreichen.

Bilger sieht jedoch keinen Grund, nach dem Auslaufen dieses Programms eine weitere Kaufprämie aufzulegen. Elektroautos müssten sich anschließend aus eigener Kraft gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor behaupten.

Hohe Benzin- und Dieselpreise könnten E-Autos attraktiver machen

Der Verkehrsminister verweist dabei auch auf die Kosten für Benzin und Diesel. Gerade bei hohen Kraftstoffpreisen könnten Elektroautos für Verbraucher wirtschaftlich interessanter werden.

Gleichzeitig setzt Bilger darauf, dass die Strompreise in Deutschland sinken. Aus seiner Sicht spricht deshalb bereits heute einiges für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug.

Söder fordert dagegen Förderung für gebrauchte E-Autos

Innerhalb der Union gibt es allerdings unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Ausgestaltung der Förderung. CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt gefordert, die Kaufprämie auch auf gebrauchte Elektroautos auszuweiten.

Söder begründet dies unter anderem damit, dass von der bisherigen Förderung offenbar in erheblichem Umfang ausländische Autohersteller profitieren. Insbesondere chinesische Hersteller hätten ihren Anteil bei Elektroautos deutlich erhöht. Auch französische und italienische Marken profitierten von der Nachfrage.

Eine Förderung gebrauchter Elektroautos könnte nach Söders Einschätzung dagegen stärker deutschen Herstellern zugutekommen, weil deren Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt entsprechend vertreten sind.

Verkehrsminister setzt stärker auf Elektro-Lkw

Während Bilger langfristig keine weiteren Kaufprämien für Elektro-Pkw für notwendig hält, sieht er bei elektrisch betriebenen Lastwagen und Transportern weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

Gerade im Güterverkehr gebe es nach seiner Einschätzung ein großes Potenzial zur Verringerung der CO₂-Emissionen. Gleichzeitig könne der Umstieg auf alternative Antriebe die Abhängigkeit von Kraftstoffen reduzieren.

Wie empfindlich Unternehmen auf starke Schwankungen der Kraftstoffpreise reagieren können, zeige die Verwundbarkeit der weltweiten Energie- und Kraftstoffversorgung.

Bei einem Unternehmensbesuch in Neumünster informierte sich Bilger über den Einsatz von Elektro-Lkw. Das dort ansässige Handelsunternehmen Bartels-Langness, zu dem unter anderem die Supermarktketten Famila und Markant gehören, hat mit finanzieller Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums zwei elektrische Sattelschlepper in seine Logistikflotte aufgenommen.

Damit zeichnet sich bei der künftigen Förderpolitik eine Verschiebung ab: Während Elektroautos für Privatkunden nach dem Willen des Verkehrsministers langfristig ohne staatliche Kaufprämien auskommen sollen, sieht er bei der Elektrifizierung von Lastwagen und Transportern weiterhin erhebliches Potenzial für staatliche Unterstützung und den Klimaschutz.

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