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Trump verhängt neue US-Zölle für fast alle Länder – Druckmittel oder Eskalation?
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Trump verhängt neue US-Zölle für fast alle Länder – Druckmittel oder Eskalation?

geralt (CC0), Pixabay

Nur wenige Stunden vor Ablauf seiner selbst gesetzten Frist zum 1. August hat US-Präsident Donald Trump ein weitreichendes neues Zollprogramm vorgestellt, das Importe aus nahezu allen Ländern betrifft. Unter dem Motto „Reziprozität“ sollen Länder entweder Handelsabkommen mit den USA abschließen – oder mit teils drastischen Zollsteigerungen rechnen.

Die wichtigsten Entwicklungen:

  • Kanada: Die Einfuhrzölle auf kanadische Waren steigen ab morgen von 25 % auf 35 %. Als Grund nennt das Weiße Haus Kanadas angebliche Untätigkeit im Kampf gegen Fentanyl-Schmuggel.

  • Höchstzölle: Länder wie Syrien (41 %), Myanmar und Laos (40 %), sowie die Schweiz (39 %) und Serbien, Irak (je 35 %) werden mit besonders hohen Zollsätzen belegt.

  • Tarifstruktur: Künftig gilt ein Basistarif von 10 % für Länder mit Handelsüberschuss gegenüber den USA. Für rund 40 Länder mit US-Handelsdefizit werden Zölle von mindestens 15 % erhoben – teils deutlich mehr.

  • Umsetzung: Die neuen Zollsätze treten nicht wie ursprünglich geplant am 1. August, sondern am 7. August in Kraft. So sollen die Zollbehörden Zeit zur technischen Umsetzung erhalten.

Trump unter Druck – aber siegessicher

Während ein Bundesberufungsgericht prüft, ob Trump mit seiner aggressiven Zollpolitik die gesetzlich vorgesehene Exekutivbefugnis überschritten hat, zeigt sich das Weiße Haus überzeugt vom eigenen Kurs. Ein Regierungsbeamter kommentierte sogar, Trump habe „alle in die Knie gezwungen“.

Trotz Kritik aus der Wirtschaft und internationalen Partnerländern konnte Trump in der vergangenen Woche mehrere bilaterale Handelsabkommen abschließen. Die durchschnittlichen US-Zölle liegen nun so hoch wie seit fast 100 Jahren nicht mehr.

Reaktionen und Kritik

  • Ontario (Kanada): Premier Doug Ford nannte die US-Maßnahmen „besorgniserregend“ und forderte von der kanadischen Regierung Gegenzölle von 50 % auf US-Stahl und Aluminium.

  • Indien: Nach gescheiterten Verhandlungen droht Indien nun ein Strafzoll von 25 %, insbesondere wegen seiner Beziehungen zu Russland und seiner Mitgliedschaft in BRICS.

  • EU: Trotz eines in letzter Minute geschlossenen Handelsabkommens mit den USA wächst auch in Europa der Unmut über die anhaltenden Strafzölle und Trumps einseitigen Kurs.

Politische Hintergründe

Trumps Strategie basiert auf der These, dass die USA als weltweit größter Binnenmarkt eine einzigartige Verhandlungsmacht besitzen – und diese nun mit aller Härte einsetzen. Während Kritiker vor steigender Inflation und politischen Gegenreaktionen warnen, verweisen Trumps Berater auf robuste Wirtschaftsdaten, hohe Einnahmen aus Zöllen und stabile Aktienmärkte.

Allerdings ist unklar, wie lange diese Stabilität anhält. Erste Anzeichen einer Inflation durch höhere Importpreise zeichnen sich bereits ab – und das bevor die neuen Tarife vollständig greifen.

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