Grollende Gitarrenriffs, donnernde Bässe – und schmatzender Schlamm unter den Stiefeln: Das Wacken Open Air (W:O:A), das größte Heavy-Metal-Festival der Welt, ist in diesem Jahr erneut ein Festival der Extreme. Nach tagelangem Dauerregen hat sich das Gelände in ein gigantisches Schlammfeld verwandelt. Die Wege zwischen den Bühnen gleichen Seenlandschaften, Gummistiefel und wasserdichte Kleidung gehören inzwischen so sehr zur Standardausrüstung wie Kutte und Nietenarmband.
Überall auf dem Gelände sieht man improvisierte Brücken aus Paletten, Helfer mit Traktoren im Dauereinsatz und Fans, die trotz der widrigen Bedingungen nicht den Humor verlieren. Auf Social Media kursieren bereits Bilder von „Schlammschlachten mit Stil“ – inklusive Luftgitarre im Matschbad.
Wetterbesserung in Sicht
Doch zwischen grauen Wolken zeigt sich ein Silberstreif: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist der schlimmste Regen vorbei. Zwar könne es noch zu einzelnen Schauern oder kurzen Gewittern kommen, doch erste Sonnenstrahlen sind bereits angekündigt. Mit ein wenig Glück und warmem Wind könnten die Temperaturen sogar über die 20-Grad-Marke klettern – eine willkommene Aussicht für durchnässte Zeltbewohner.
Die Metal-Community bleibt unerschütterlich
Trotz der Umstände herrscht auf dem Gelände ausgelassene Stimmung. Für viele gehört das Wetterchaos mittlerweile zum Markenzeichen von Wacken. „Ohne Schlamm – kein echtes W:O:A“, scherzt ein Besucher aus Norwegen. Andere zeigen sich pragmatisch: „Das Bier ist kalt, die Musik laut, was will man mehr?“
Mit über 85.000 Besucherinnen und Besuchern ist das Festival auch in diesem Jahr restlos ausverkauft. Und das Line-up kann sich sehen lassen: Neben Szenegrößen wie Blind Guardian oder Arch Enemy ist das Highlight des Jahres zweifellos der Auftritt der legendären Guns N’ Roses, die am Freitagabend die Hauptbühne erobern sollen.
Wacken bleibt Wacken – Regen oder nicht
Während die letzten Wasserflächen langsam abfließen und das Gelände wieder begehbarer wird, bereiten sich Crew und Fans auf ein Wochenende voller Musik, Gemeinschaft und Schlammromantik vor. Und so lautet das unausgesprochene Festival-Motto auch dieses Jahr wieder:
„See you in Wacken – rain or shine!“