US-Präsident Donald Trump hat seinen lang gehegten Traum von einem prunkvollen Ballsaal im Weißen Haus durchgesetzt. Wie das Weiße Haus am Donnerstag bekannt gab, beginnt im September der Bau eines rund 90.000 Quadratfuß (ca. 8.400 m²) großen „State Ballrooms“. Die Kosten: rund 200 Millionen US-Dollar, finanziert laut Angaben der Regierung vollständig aus privaten Mitteln, einschließlich Spenden des Präsidenten selbst.
Die opulente Halle, angelehnt an den Louis-XIV-Stil von Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago, soll künftig Großveranstaltungen mit bis zu 650 Gästen ermöglichen – mehr als das Dreifache der aktuellen Kapazität des East Room.
Gold, Marmor und Kronleuchter
Visualisierungen des Architekturbüros McCrery Architects zeigen einen Raum mit vergoldeten korinthischen Säulen, Kristallkronleuchtern, Kassettendecke mit Goldeinlagen und schwarz-weißem Marmorboden. Große Bogenfenster öffnen den Blick auf die Südseite des Weißen Hauses. Auch ein neuer riesiger Flaggenmast gehört zum Gesamtprojekt.
„Ich habe immer gesagt: Das Weiße Haus braucht einen richtigen Ballsaal“, sagte Trump vor Reportern. „Das wird ein großartiges Vermächtnisprojekt.“
Verdrängung des Ostflügels
Der neue Saal soll auf dem Gelände des derzeitigen Ostflügels entstehen – jenem Teil des Weißen Hauses, in dem traditionell das Büro der First Lady untergebracht ist. Die dort arbeitenden Mitarbeiter werden laut Pressesprecherin Karoline Leavitt vorübergehend umgesiedelt.
Langjähriger Wunsch – jetzt Realität
Trump hatte laut eigenen Angaben bereits 2010 dem damaligen Präsidenten Barack Obama angeboten, einen solchen Ballsaal zu bauen – für 100 Millionen Dollar. Die Idee wurde damals jedoch nicht weiterverfolgt.
„Kein Präsident wusste, wie man einen Ballsaal baut“, sagte Trump kürzlich während eines Treffens mit der Präsidentin der EU-Kommission in seinem schottischen Resort Turnberry. „Ich könnte diesen Raum nehmen, ihn dort drüben absetzen – und es wäre wunderschön.“
Kritik an bisherigen Provisorien
Trump sieht den Neubau auch als funktionalen Gewinn für künftige Regierungen. Frühere Präsidenten mussten größere Empfänge immer wieder in Zelten auf dem Südrasen abhalten – etwas, das Trump als „unansehnlich“ kritisiert.
Laut dem Weißen Haus wurde eng mit dem National Park Service, dem Secret Service und dem White House Military Office zusammengearbeitet, um Sicherheits- und Gestaltungsaspekte zu berücksichtigen.
Architekt Jim McCrery betonte, man wolle mit dem Projekt „die klassische Eleganz und historische Bedeutung“ des Weißen Hauses bewahren.