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PublicDomainPictures (CC0), Pixabay

Apple hat im zurückliegenden Quartal solide Geschäftszahlen vorgelegt, insbesondere bei iPhone-Verkäufen und auf dem wichtigen chinesischen Markt. Doch die Freude an der Wall Street wird durch eine andere Zahl getrübt: 1,1 Milliarden US-Dollar – so hoch könnten die Zollkosten für Apple im laufenden Quartal werden.

Laut Apple-CEO Tim Cook stellen diese potenziellen Belastungen durch US-Präsident Donald Trumps neue Zollpolitik einen erheblichen Kostenfaktor dar. Im vorherigen Quartal beliefen sich diese bereits auf rund 800 Millionen Dollar – ein deutlicher Anstieg droht.

Starke iPhone-Verkäufe – vor allem in China

Die iPhone-Sparte erwirtschaftete 44,5 Milliarden US-Dollar Umsatz – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 40 Milliarden. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz um rund 13 % zu. In China wuchs der iPhone-Umsatz von 14,7 auf 15,3 Milliarden US-Dollar – ein positiver Lichtblick in einem zuletzt schwierigen Markt.

Der Gesamtkonzernumsatz belief sich auf 94 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr.

Zollrisiko bleibt bestehen – Produktion größtenteils in Indien

Apple hatte die Produktion vieler US-bestimmter iPhones bereits nach Indien verlagert, um früheren China-Zöllen zu entgehen. Doch Trump droht weiterhin mit einem 25%igen Strafzoll auf Smartphones – auch für Hersteller wie Apple oder Samsung – sofern diese nicht vollständig in den USA produzieren.

Ein temporäres Handelsabkommen zwischen den USA und China deckelt die Zölle vorerst bei 30 % bis zum 12. August. Danach droht erneut Unsicherheit – auch für Apple.

Cook betonte, dass sich seither an der Fertigungsstrategie nichts geändert habe: „Die große Mehrheit der iPhones, die in den USA verkauft werden, stammt aktuell aus Indien.“

AI-Druck wächst – und Apple hinkt hinterher

Trotz guter Verkaufszahlen bleibt ein strategisches Problem: Apple ist beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) ins Hintertreffen geraten. Während Microsoft und Meta starke Börsengewinne durch KI-Investitionen verzeichnen, bleibt Apple mit einem Jahresverlust von fast 15 % hinter den Erwartungen zurück.

Die lange erwartete Modernisierung von Siri – Apples Sprachassistent – wurde verschoben. Laut Cook wird eine neue Version „nächstes Jahr“ erscheinen. Derweil setzt Apple auf kleinere KI-Features wie Emoji-Generatoren oder Textzusammenfassungen, bleibt jedoch deutlich hinter Konkurrenten wie OpenAI (ChatGPT) oder Google (Gemini).

Cook betonte: „Wir investieren massiv. Apple war schon immer stark darin, Spitzentechnologie benutzerfreundlich zu machen – das ist auch der Kern unserer AI-Strategie.“

Kritik am Management – braucht Apple einen Tech-Visionär?

In Analystenkreisen wird zunehmend infrage gestellt, ob CEO Tim Cook – ein ausgewiesener Logistik- und Lieferkettenexperte – noch die richtige Besetzung ist. Es fehle eine technologische Vision, so der Tenor.

„Er ist ein Supply-Chain-Guy. Apple braucht jetzt einen Tech-Visionär“, so Ted Mortonson von Baird. Angesichts des Rückstands in der KI-Entwicklung sei Apple möglicherweise in größeren Schwierigkeiten, als es die Quartalszahlen vermuten lassen.

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