Die PIONEXT Windpark Schellweiler GmbH & Co. KG hat 2025 wirtschaftlich deutlich besser abgeschnitten als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse legten zu, der Jahresüberschuss stieg um gut 16 Prozent und der operative Cashflow sprang von rund 390.000 Euro auf etwa 1,46 Millionen Euro.
Auch die Liquidität hat sich massiv verbessert: Statt rund 425.000 Euro lagen zum Jahresende fast 1,184 Millionen Euro auf den Bankkonten.
Gleichzeitig wurde die Bankverschuldung um knapp 419.000 Euro reduziert und die Eigenkapitalquote von 28,8 auf 30,3 Prozent verbessert.
Eigentlich eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung.
Umso bemerkenswerter ist der Blick nach vorn:
Für 2026 erwartet die Geschäftsführung lediglich einen Jahresüberschuss von 7.000 Euro.
Nach 231.669 Euro im Jahr 2025 wäre das rechnerisch ein Einbruch um rund 97 Prozent.
Die entscheidende Frage für Anleger lautet deshalb: Warum rechnet der Betreiber nach einem starken Jahr mit einem derart drastischen Gewinnrückgang?
Zwei Windräder mit insgesamt sechs Megawatt
Die PIONEXT Windpark Schellweiler GmbH & Co. KG wurde Ende 2020 gegründet. Unternehmenszweck ist der Betrieb und die Verwaltung des Windparks Schellweiler.
Die Gesellschaft betreibt dort zwei Windkraftanlagen mit jeweils 3,0 Megawatt Leistung, insgesamt also 6 Megawatt. Die Anlagen wurden im Dezember 2020 erworben. Komplementärin ist die PIONEXT GmbH, Kommanditistin die PIONEXT Asset GmbH & Co. KG.
Damit lässt sich die Bilanz relativ unmittelbar einem konkreten operativen Windenergieprojekt zuordnen.
Umsatz steigt auf 1,07 Millionen Euro
2025 erzielte die Gesellschaft Umsatzerlöse von
1.071.170 Euro.
2024 waren es
1.023.294 Euro.
Der Umsatz stieg damit um rund
47.876 Euro beziehungsweise 4,7 Prozent.
Der Lagebericht nennt als wesentlichen Grund eine höhere Einspeisemenge. Aus dem Betrieb der beiden Windkraftanlagen wurden rund 1,071 Millionen Euro Einspeiseerlöse erzielt.
Der Anhang konkretisiert, dass die Umsätze im Wesentlichen aus Einspeisevergütungen des Netzbetreibers und des Direktvermarkters stammen.
Darin enthalten sind außerdem periodenfremde Erlöse aus Anlagenabregelungen von rund 38.000 Euro.
Das sollte bei einem Vergleich mit dem Folgejahr berücksichtigt werden: Nicht der gesamte Umsatzanstieg ist zwangsläufig auf eine dauerhaft höhere normale Stromproduktion zurückzuführen.
Jahresüberschuss steigt um 16 Prozent
Noch stärker als der Umsatz entwickelte sich der Gewinn.
Der Jahresüberschuss stieg von
199.250 Euro
auf
231.669 Euro.
Das entspricht einem Plus von
32.419 Euro beziehungsweise 16,3 Prozent.
Die Nettomarge verbesserte sich damit rechnerisch von rund 19,5 auf 21,6 Prozent des Umsatzes.
Für eine Windpark-Projektgesellschaft ist das ein beachtlicher Jahresüberschuss.
Die Geschäftsführung erklärt ausdrücklich, dass das Ergebnis höher als prognostiziert ausgefallen sei. Als Gründe nennt sie höhere Umsatzerlöse und niedrigere betriebliche Aufwendungen als erwartet. Gegenüber dem Vorjahr sei der Ergebnisanstieg insbesondere auf die erhöhte Einspeisemenge zurückzuführen.
Betriebsergebnis erreicht 321.000 Euro
Auch vor Zinsen und Steuern entwickelte sich das Geschäft positiv.
Das Betriebsergebnis stieg von
282.207 Euro
auf
321.301 Euro.
Damit lag die operative Marge bei rund 30 Prozent des Umsatzes.
Den Erlösen standen insbesondere folgende Kosten gegenüber:
Materialaufwendungen von rund 131.992 Euro,
Abschreibungen von rund 490.292 Euro
und sonstige betriebliche Aufwendungen von rund 128.071 Euro.
Die Abschreibungen stellen dabei mit Abstand den größten Aufwandsposten dar.
Fast eine halbe Million Euro Abschreibungen
Die beiden Windenergieanlagen stehen ursprünglich mit Anschaffungskosten von
9,765 Millionen Euro
in den Büchern.
Bis Ende 2025 wurden kumuliert rund
2,451 Millionen Euro
abgeschrieben.
Der verbleibende Buchwert beträgt damit
7,314 Millionen Euro.
Allein 2025 wurden planmäßige Abschreibungen von
490.292 Euro
vorgenommen.
Investitionen, Zugänge oder Anlagenabgänge gab es nicht.
Die Gesellschaft schreibt die Windkraftanlagen nach eigenen Angaben linear über eine Nutzungsdauer von grundsätzlich 20 Jahren ab.
Der sinkende Anlagenbuchwert ist damit zunächst ein normaler bilanzieller Effekt und kein Hinweis darauf, dass die Anlagen technisch entsprechend an Wert verloren hätten.
Bilanzsumme sinkt um 3,8 Prozent
Die Bilanzsumme reduzierte sich von
9,390 Millionen Euro
auf
9,035 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund
355.000 Euro beziehungsweise 3,8 Prozent.
Der wichtigste Grund dafür ist die planmäßige Abschreibung der Windenergieanlagen.
Das Sachanlagevermögen sank exakt um die Jahresabschreibung von 490.292 Euro von rund 7,804 auf 7,314 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich jedoch das Umlaufvermögen.
Liquidität explodiert förmlich
Besonders auffällig ist der Bankbestand.
Ende 2024:
424.836 Euro
Ende 2025:
1.183.926 Euro
Das ist ein Anstieg um
759.089 Euro beziehungsweise rund 179 Prozent.
Damit hat sich die ausgewiesene Liquidität innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht.
Allerdings bedeutet dieser Anstieg nicht, dass der Windpark allein aus dem laufenden Stromgeschäft plötzlich 759.000 Euro zusätzlich angesammelt hätte.
Ein wesentlicher Teil hängt mit einer konzerninternen Forderung zusammen.
600.000 Euro kommen von PIONEXT Service zurück
2024 hatte die Windparkgesellschaft noch eine Forderung von
1 Million Euro
gegen ein verbundenes Unternehmen.
Ende 2025 betrug diese Forderung nur noch
400.000 Euro.
Der Anhang erklärt, dass es sich um eine Ausleihung an die PIONEXT Service GmbH & Co. KG handelt. Diese Ausleihung wurde 2025 um 600.000 Euro zurückgeführt.
Das erklärt einen wesentlichen Teil des starken Liquiditätsanstiegs.
Für Anleger ist diese Information wichtig.
Die Gesellschaft hat nicht lediglich mehr Geld erwirtschaftet, sondern zuvor gebundenes Geld aus einer konzerninternen Ausleihung zurückerhalten.
Trotzdem ist der operative Cashflow stark
Damit soll die operative Entwicklung allerdings nicht kleingeredet werden.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit stieg von
390.000 Euro
auf
1,457 Millionen Euro.
Der Finanzierungscashflow betrug dagegen minus
697.000 Euro.
Investitionszahlungen gab es 2025 nicht.
Insgesamt erhöhte sich der Finanzmittelfonds dadurch um rund 759.000 Euro.
Die Geschäftsführung weist ausdrücklich darauf hin, dass der starke operative Cashflow insbesondere durch die Teilrückzahlung der Ausleihung an die PIONEXT Service GmbH beeinflusst wurde.
Der Finanzierungscashflow wiederum wurde durch die planmäßige Tilgung der Bankkredite sowie eine Entnahme der Gesellschafterin aus dem Kapitalkonto geprägt.
Deshalb sollte die Zahl von 1,46 Millionen Euro operativem Cashflow nicht ohne diesen Sondereffekt betrachtet werden.
Bankkredite sinken um fast 419.000 Euro
Positiv ist auch die Entwicklung der Finanzverschuldung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von
6.230.604 Euro
auf
5.811.737 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um
418.867 Euro beziehungsweise 6,7 Prozent.
Die Bankverbindlichkeiten dienen ausdrücklich der Finanzierung der beiden Windenergieanlagen.
Die laufende Entschuldung des Projektes ist damit klar erkennbar.
Noch 5,37 Millionen Euro langfristige Bankschulden
Von den Bankverbindlichkeiten haben rund
440.000 Euro
eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Weitere
5,372 Millionen Euro
laufen länger als ein Jahr.
Davon wiederum besitzen rund
3,698 Millionen Euro
eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Der Windpark bleibt damit auf Jahre hinaus substanziell fremdfinanziert.
Das ist bei einem kapitalintensiven Windenergieprojekt nicht überraschend.
Entscheidend ist, ob die laufenden Erträge dauerhaft ausreichen, um Betriebskosten, Zinsen und Tilgung zu bedienen.
1,18 Millionen Euro Liquidität gegenüber 440.000 Euro kurzfristigen Bankkrediten
Die kurzfristige Finanzlage wirkt am Bilanzstichtag komfortabel.
Bankguthaben:
1,184 Millionen Euro
Bankverbindlichkeiten mit weniger als einem Jahr Restlaufzeit:
440.000 Euro
Damit beträgt der vorhandene Bankbestand ungefähr das 2,7-Fache der kurzfristig fälligen Bankkredite.
Hinzu kommen Forderungen von rund 521.000 Euro.
Das ist aus Stichtagssicht eine robuste Liquiditätsposition.
Natürlich stehen daneben weitere kurzfristige Verbindlichkeiten und laufende Kosten. Trotzdem lässt sich aus dem Abschluss keine akute Liquiditätsknappheit erkennen.
Eigenkapitalquote steigt über 30 Prozent
Das Eigenkapital erhöhte sich von
2,708 Millionen Euro
auf
2,741 Millionen Euro.
Auf den ersten Blick ist das nur ein Plus von rund
32.419 Euro beziehungsweise 1,2 Prozent.
Da gleichzeitig die Bilanzsumme sinkt, verbessert sich die Eigenkapitalquote jedoch deutlicher:
2024:
28,8 Prozent
2025:
30,3 Prozent.
Die Geschäftsführung nennt diese Quote selbst im Lagebericht.
Damit sind inzwischen knapp ein Drittel der Vermögenswerte bilanziell mit Eigenkapital finanziert.
Warum steigt das Eigenkapital nur um 32.000 Euro, obwohl 232.000 Euro Gewinn erzielt wurden?
Dieser Punkt fällt sofort auf.
Der Jahresüberschuss beträgt
231.669 Euro.
Das Eigenkapital steigt aber gegenüber dem Vorjahr lediglich um
32.419 Euro.
Der Anhang liefert die Erklärung.
Die Verrechnungskonten der Kommanditisten standen Anfang 2025 bei 199.250 Euro. Im Jahresverlauf betrug ihre Nettoentwicklung 32.419 Euro, sodass sie Ende des Jahres 231.669 Euro erreichten.
Zusätzlich erklärt der Lagebericht, dass der Finanzierungscashflow neben der Tilgung durch eine Entnahme der Gesellschafterin aus dem Kapitalkonto geprägt war.
Der geringe Eigenkapitalanstieg trotz höheren Gewinns ist damit kein Widerspruch.
Interessant: Noch 400.000 Euro an verbundenes Unternehmen ausgeliehen
Trotz der Rückzahlung von 600.000 Euro verbleibt zum Jahresende eine Forderung von
400.000 Euro
gegen die PIONEXT Service GmbH & Co. KG.
Die zugrunde liegende Ausleihung wurde laut Anhang auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Für Anleger ist diese Forderung durchaus relevant.
400.000 Euro entsprechen rund 14,6 Prozent des ausgewiesenen Eigenkapitals der Windparkgesellschaft.
Allerdings hat die erhebliche Rückführung im Jahr 2025 das damit verbundene Konzentrationsrisiko deutlich reduziert.
Zinserträge sinken
Passend zur Rückführung der Ausleihung gingen die Zinserträge zurück.
2024:
43.573 Euro
2025:
27.423 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 37 Prozent.
Gleichzeitig sanken auch die Zinsaufwendungen von
84.740 Euro
auf
79.630 Euro.
Davon entfielen nach Angaben des Unternehmens rund 75.000 Euro auf langfristige Darlehen.
Netto lag die Zinsbelastung damit bei gut 52.000 Euro.
Angesichts eines Betriebsergebnisses von 321.301 Euro erscheint die Zinsbelastung für 2025 bilanziell beherrschbar.
Standortpacht kostet rund 83.000 Euro
Auch die Kostenstruktur lässt sich ungewöhnlich genau nachvollziehen.
Die Materialaufwendungen enthalten unter anderem:
rund 66.000 Euro Wartungskosten,
rund 24.000 Euro technische Betriebsführung,
rund 18.000 Euro Strombezug
und etwa 16.000 Euro weitere Fremdleistungen.
Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen fallen insbesondere rund
83.000 Euro Standortpachten
an.
Hinzu kommen unter anderem etwa 12.000 Euro für Dienstleistungen von Konzerngesellschaften und 15.000 Euro für die Zuführung zur Rückbaurückstellung.
Rückbau wird bilanziell berücksichtigt
Für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen besteht eine Rückstellung von rund
74.000 Euro.
Im Vorjahr waren es rund 61.000 Euro.
Zusammen mit rund 10.000 Euro Rückstellungen für Jahresabschlusskosten ergeben sich sonstige Rückstellungen von gut 84.000 Euro.
Darüber hinaus bestehen Bürgschaften für Rückbauverpflichtungen in Höhe von rund
572.000 Euro.
Die Gesellschaft rechnet nach eigener Einschätzung derzeit nicht mit einer Inanspruchnahme daraus.
Weitere Verpflichtungen von 2,88 Millionen Euro
Bemerkenswert sind auch die sonstigen finanziellen Verpflichtungen.
Sie belaufen sich auf rund
2,876 Millionen Euro.
Diese Verpflichtungen resultieren aus Pacht-, Wartungs- und Betriebsführungsverträgen.
Im Vorjahr waren es noch rund 3,142 Millionen Euro.
Solche Verpflichtungen stehen nicht als klassische Verbindlichkeiten vollständig in der Bilanz, sind für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung aber dennoch wichtig.
Geschäftsführung sieht Wind als größtes operatives Risiko
Der Lagebericht benennt relativ klar, wo die Geschäftsführung die entscheidende Unsicherheit sieht:
beim Windaufkommen.
Unterdurchschnittlicher Wind führt unmittelbar zu schlechteren Ergebnissen, überdurchschnittlicher Wind entsprechend zu besseren Ergebnissen.
Die tatsächliche Windmenge schwankt nach Darstellung der Gesellschaft sowohl saisonal als auch von Jahr zu Jahr und hat damit erhebliche Auswirkungen auf Liquidität und Ergebnis.
Das erklärt auch, weshalb man Ergebnisse eines einzelnen Jahres nicht einfach in die Zukunft fortschreiben sollte.
Versicherung und Vollwartungsvertrag begrenzen technische Risiken
Das Risiko größerer Anlagenschäden versucht die Gesellschaft durch einen Vollwartungsvertrag mit dem Hersteller sowie Maschinen- und Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherungen zu begrenzen.
Nach Einschätzung der Geschäftsführung ist das daraus resultierende finanzielle Risiko deshalb eher gering.
Das beseitigt technische Risiken nicht vollständig, kann aber deren wirtschaftliche Folgen reduzieren.
Lieferketten bleiben ein Risiko
Als weiteres Risiko nennt die Geschäftsführung steigende Preise und mögliche Engpässe bei Wartungs- und Reparaturmaterialien.
Explizit verweist sie dabei auf den fortdauernden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie Konflikte im Nahen Osten und mögliche Störungen wichtiger Seewege.
Bei Großkomponentenschäden könnten Lieferengpässe und Dienstleisterausfälle zu längeren Stillständen und damit zu wirtschaftlichen Einbußen führen.
Der wichtigste Satz steht am Ende der Prognose
Und dann folgt die Zahl, die aus Anlegersicht wahrscheinlich am meisten Aufmerksamkeit verdient:
„Für das Jahr 2026 wird auf Basis der prognostizierten Winderträge mit einem Jahresüberschuss von TEUR 7 gerechnet.“
7.000 Euro.
Nach 231.669 Euro im Jahr 2025.
Das entspräche einem Ergebnisrückgang von ungefähr
224.700 Euro beziehungsweise 97 Prozent.
Warum soll der Gewinn so stark einbrechen?
Genau hier bleibt der Lagebericht überraschend knapp.
Er nennt die prognostizierten Winderträge als Grundlage der Erwartung, erläutert aber in dem vorliegenden Text nicht detailliert, welche einzelnen Faktoren den Rückgang von rund 232.000 auf lediglich 7.000 Euro verursachen sollen.
Man sollte deshalb nicht automatisch behaupten, dass allein ein schlechtes Windjahr erwartet wird.
Möglich wären mehrere Einflussgrößen – etwa andere Einspeisemengen, Marktpreise, Kosten oder periodenfremde Effekte.
Der Abschluss selbst ermöglicht jedoch keine belastbare Aufteilung des erwarteten Rückgangs.
Fest steht nur:
Die Geschäftsführung rechnet 2026 mit einem wesentlich schwächeren Ergebnis als 2025.
2025 war möglicherweise stärker als ein normales Vergleichsjahr
Bei der Einordnung sollte zudem berücksichtigt werden, dass 2025 einige positive Besonderheiten enthielt.
Die Einspeisemenge war höher.
Der Umsatz lag über Vorjahr.
Rund 38.000 Euro der Umsatzerlöse waren periodenfremde Erlöse aus Anlagenabregelungen.
Und das Ergebnis lag nach Angaben der Geschäftsführung über der eigenen ursprünglichen Prognose.
2025 könnte daher ein vergleichsweise gutes Jahr gewesen sein.
Trotzdem bleibt die Größenordnung des für 2026 prognostizierten Rückgangs bemerkenswert.
Keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt
Trotz der schwachen Ergebnisprognose erklärt die Geschäftsführung ausdrücklich:
Ihr liegen keine Kenntnisse über bestandsgefährdende Risiken vor.
Das ist eine wichtige Abgrenzung.
Eine Prognose von nur 7.000 Euro Gewinn ist nicht dasselbe wie eine Krisen- oder Insolvenzprognose.
Die Gesellschaft erwartet weiterhin ein positives Jahresergebnis.
Hinzu kommen die deutlich gestiegene Liquidität, die laufende Kredittilgung und eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent.
Wirtschaftsprüfer erteilt uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
Der Jahresabschluss wurde außerdem von PricewaterhouseCoopers geprüft.
Der Abschlussprüfer kommt zu dem Ergebnis, dass der Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.
Auch der Lagebericht vermittelt nach Auffassung des Prüfers insgesamt ein zutreffendes Bild.
Die Prüfung führte ausdrücklich zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit von Jahresabschluss und Lagebericht.
Das ist für die Einordnung wichtig:
Die hier diskutierten Risiken und Prognosefragen sind keine vom Abschlussprüfer festgestellten Bilanzmängel.
Aus Anlegersicht ist die Bilanz 2025 deutlich stärker geworden
Unter dem Strich hat sich die Finanzstruktur 2025 in mehreren Punkten verbessert.
Die Bankverschuldung sinkt um rund 419.000 Euro.
Die Liquidität steigt um rund 759.000 Euro.
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen werden um 600.000 Euro reduziert.
Die Eigenkapitalquote steigt von 28,8 auf 30,3 Prozent.
Der Jahresüberschuss legt um gut 16 Prozent zu.
Und der Jahresabschluss erhält einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Diese Fakten sprechen gegen die Interpretation eines wirtschaftlich schwachen Geschäftsjahres.
2025 war vielmehr ein gutes Jahr.
Fazit: Starkes 2025 – die 7.000-Euro-Prognose für 2026 ist der entscheidende Beobachtungspunkt
Der Jahresabschluss der PIONEXT Windpark Schellweiler GmbH & Co. KG liefert für 2025 ein insgesamt solides bis starkes Bild.
Der Umsatz steigt auf 1,071 Millionen Euro.
Der Jahresüberschuss erreicht 231.669 Euro.
Die Bankverschuldung sinkt auf 5,812 Millionen Euro.
Der Bankbestand steigt auf fast 1,184 Millionen Euro.
Und die Eigenkapitalquote verbessert sich auf 30,3 Prozent.
Besonders positiv ist, dass gleichzeitig 600.000 Euro einer zuvor bestehenden Ausleihung an die PIONEXT Service GmbH zurückgeführt wurden. Das reduziert die konzerninterne Forderung auf noch 400.000 Euro und stärkt unmittelbar die Liquidität.
Doch für Anleger richtet sich der Blick inzwischen vor allem auf 2026.
Denn nach einem Gewinn von fast 232.000 Euro erwartet die Geschäftsführung nur noch
7.000 Euro Jahresüberschuss.
Ein prognostizierter Rückgang um rund 97 Prozent ist zu groß, um ihn als Nebensache abzutun.
Er bedeutet noch keine Krise. Die Gesellschaft erwartet weiterhin einen Gewinn, sieht keine bestandsgefährdenden Risiken und verfügt zum Jahresende 2025 über eine deutlich verbesserte Liquiditätsposition.
Aber die Prognose zeigt sehr deutlich, wie stark die Ertragskraft eines Windparks von Windangebot, Einspeisemenge und weiteren Markt- und Kostenfaktoren abhängen kann.
2025 war für Schellweiler ein gutes Jahr. Die spannendere Frage lautet inzwischen, warum 2026 davon nach der eigenen Planung kaum noch etwas übrig bleiben soll.