In der Bundesregierung wächst der Streit um die Zukunft der „Rente mit 63“. Bundeskanzler Friedrich Merz will die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren nach dem vorliegenden Bericht streichen beziehungsweise grundlegend verändern. Dagegen formiert sich erheblicher Widerstand.
Besonders die Gewerkschaften stellen sich gegen die Pläne. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt die SPD-Spitze davor, eine Abschaffung mitzutragen. Der Konflikt könnte damit auch für Arbeitsministerin Bärbel Bas und Finanzminister Lars Klingbeil politisch heikel werden.
Auch aus den Bundesländern soll Widerstand kommen. Mehrere Ministerpräsidenten wollen demnach verhindern, dass Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben, die Möglichkeit einer früheren abschlagsfreien Rente verlieren.
Wichtig ist: Die sogenannte „Rente mit 63“ bedeutet heute längst nicht mehr automatisch, dass Versicherte tatsächlich mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Die Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte wird schrittweise angehoben. Voraussetzung sind grundsätzlich mindestens 45 Versicherungsjahre.
Der politische Konflikt dreht sich deshalb vor allem um die Frage, ob diese besondere Möglichkeit zur abschlagsfreien früheren Rente künftig bestehen bleibt.
Eine endgültige gesetzliche Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Der Streit zeigt jedoch, wie schwierig die angekündigte große Rentenreform für Schwarz-Rot werden dürfte: Während die einen angesichts steigender Kosten und des Fachkräftemangels längeres Arbeiten fordern, betrachten Gewerkschaften die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren als wichtigen Schutz für Menschen mit einem besonders langen Arbeitsleben.