Vor der Küste Zyperns hat sich am Sonntag ein schweres Schiffsunglück ereignet. Eine Passagierfähre mit rund 270 Menschen an Bord kenterte wenige Kilometer vor der Hafenstadt Kyrenia. Nach den vorliegenden Angaben kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, 23 werden weiterhin vermisst.
Die Katamaran-Fähre „Filojet“ war von Kyrenia auf dem Weg nach Taşucu in der Türkei. Bereits etwa 15 Minuten nach der Abfahrt setzte das Schiff einen Notruf ab. Offenbar war Wasser in die Fähre eingedrungen.
Nach dem Kentern retteten sich zahlreiche Passagiere mit Schwimmwesten auf den nach oben ragenden Schiffsrumpf, andere trieben im Meer. Insgesamt konnten nach bisherigen Angaben 237 Menschen gerettet werden. Einige von ihnen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Lebensgefährlich verletzt soll jedoch niemand sein.
Fähre liegt jetzt in 514 Metern Tiefe
Nach dem Unglück trieb die gekenterte Fähre zunächst mit dem Kiel nach oben im Mittelmeer. Inzwischen ist das Schiff vollständig gesunken und liegt nach Behördenangaben in einer Tiefe von 514 Metern.
Die Suche nach den noch vermissten Menschen läuft weiter. Küstenwache, Rettungsboote, weitere Schiffe und ein Militärhubschrauber waren an dem Großeinsatz beteiligt.
Warum die Fähre bei vergleichsweise mäßigem Seegang kenterte, ist bislang ungeklärt. Die Polizei hat Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.
Für zusätzliche Fragen sorgt die Aussage eines geretteten Passagiers. Der Mann berichtete von einer Explosion im vorderen Bereich der Fähre. Anschließend seien Scheiben zerborsten und Wasser in das Schiff eingedrungen. Ob tatsächlich eine Explosion die Ursache des Unglücks war, ist bislang jedoch nicht bestätigt.
Damit bleibt die wichtigste Frage weiterhin offen: Warum konnte eine Passagierfähre nur wenige Minuten nach dem Auslaufen derart schnell Wasser aufnehmen und kentern? Die Ermittlungen sollen nun klären, was an Bord der „Filojet“ tatsächlich geschah.