Der Windpark Osterrade III Beteiligungs-GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2025 zwar erneut einen Gewinn erzielt, musste jedoch deutliche Einbußen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Hauptursachen waren ein außergewöhnlich windschwaches Jahr sowie gesunkene Strompreise. Dennoch sieht die Gesellschaft ihre wirtschaftliche Lage weiterhin als stabil an und blickt vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2026.
Nach Angaben im veröffentlichten Lagebericht lagen die Winderträge am Standort Osterrade rund 20 Prozent unter den Prognosen. Gleichzeitig gingen die Strompreise gegenüber den außergewöhnlich hohen Niveaus der Energiekrise weiter zurück. Beide Faktoren belasteten die Erlöse erheblich.
Umsatz und Gewinn deutlich rückläufig
Die Umsätze aus Stromverkauf sowie den Vergütungen für Redispatch- und Abschaltungsmaßnahmen beliefen sich 2025 auf rund 1,25 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch knapp 1,39 Millionen Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 140.389 Euro, nachdem 2024 noch 258.024 Euro erzielt worden waren. Damit halbierte sich der Gewinn nahezu.
Die Gesellschaft führt die Ergebnisverschlechterung ausdrücklich auf das unterdurchschnittliche Windaufkommen und die niedrigeren Strommarktpreise zurück. Die Windenergieanlagen selbst arbeiteten dagegen weitgehend störungsfrei und erreichten eine technische Verfügbarkeit von über 98 Prozent.
Bilanzsumme sinkt
Die Bilanzsumme verringerte sich zum Jahresende von 4,89 Millionen Euro auf 4,06 Millionen Euro. Ursache sind vor allem die planmäßigen Abschreibungen auf die Windkraftanlagen sowie die Tilgung langfristiger Bankdarlehen. Das Anlagevermögen sank auf rund 3,48 Millionen Euro, während sich die liquiden Mittel auf rund 151.000 Euro reduzierten.
Eigenkapital geht zurück
Das Eigenkapital verringerte sich von 1,63 Millionen Euro auf 1,48 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten die Finanzverbindlichkeiten deutlich reduziert werden: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken innerhalb eines Jahres von rund 2,96 Millionen Euro auf 2,33 Millionen Euro. Insgesamt gingen die Verbindlichkeiten von 3,13 Millionen Euro auf 2,45 Millionen Euro zurück.
Zinsrisiken langfristig abgesichert
Die Finanzierung des Windparks bleibt nach Einschätzung der Geschäftsführung geordnet. Das Investitionsdarlehen wurde nach Ablauf der Zinsbindung umgeschuldet und wird durch zwei Zinsswap-Verträge bis Ende September 2029 gegen steigende Zinsen abgesichert. Damit sieht das Unternehmen derzeit keine wesentlichen Zinsrisiken für seine Finanzierung.
Risiken bleiben überschaubar
Als wichtigste Unsicherheitsfaktoren nennt die Gesellschaft weiterhin die natürlichen Schwankungen des Windaufkommens sowie mögliche technische Ausfälle älter werdender Anlagen. Die drei Windenergieanlagen sind inzwischen seit zehn Jahren in Betrieb. Mit zunehmendem Alter steige zwar das Risiko größerer Reparaturen, dieses werde jedoch durch einen Vollwartungsvertrag und eine intensive technische Überwachung begrenzt.
Darüber hinaus verweist der Lagebericht auf mögliche Auswirkungen geopolitischer Krisen, insbesondere auf Zinsen sowie Ersatzteil- und Wartungskosten. Direkte Gefahren für die wirtschaftliche Stabilität sieht die Gesellschaft aufgrund der gesetzlichen EEG-Vergütung derzeit jedoch nicht.
Chancen durch Repowering
Langfristig sieht die Geschäftsführung gute Perspektiven. Neben möglichen höheren Winderträgen und stabilen Erlösen aus erneuerbaren Energien nennt sie insbesondere das Potenzial eines späteren Repowerings. Dabei könnten die bestehenden Anlagen nach Ablauf ihrer technischen Lebensdauer durch moderne und deutlich leistungsstärkere Windkraftanlagen ersetzt werden. Auch die energiepolitischen Ausbauziele der Bundesregierung werden als positives Signal für die Branche bewertet.
Ausblick für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft erneut ein positives Ergebnis auf einem ähnlichen Niveau wie 2025. Voraussetzung sei allerdings, dass das bislang schwächere Windaufkommen im weiteren Jahresverlauf durch durchschnittliche oder überdurchschnittliche Windverhältnisse ausgeglichen werden könne.