Die in Hedwigenkoog ansässige WKN Windkraft Nord GmbH & Co. Windpark Hedwigenkoog I KG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Während die Windenergieanlagen planmäßig weiter abgeschrieben wurden, verbesserte sich die Ertragslage deutlich. Aus dem Anhang geht hervor, dass der Jahresüberschuss von 350.571 Euro im Vorjahr auf 884.152 Euro anstieg – ein Plus von mehr als 150 Prozent.
Anlagevermögen sinkt durch planmäßige Abschreibungen
Wie bei Windparkgesellschaften üblich verringerte sich das Anlagevermögen infolge der regulären Abschreibungen. Es sank von rund 1,89 Millionen Euro auf 1,19 Millionen Euro. Den größten Anteil daran haben weiterhin die Windenergieanlagen, deren Buchwert sich entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer reduziert.
Die Finanzanlagen blieben mit rund 13.500 Euro nahezu unverändert.
Deutlicher Aufbau der Liquiditätsreserven
Besonders positiv entwickelte sich die Liquidität der Gesellschaft.
Die Bankguthaben stiegen von rund 1,38 Millionen Euro auf mehr als 1,81 Millionen Euro. Insgesamt erhöhte sich das Umlaufvermögen von 1,78 Millionen Euro auf knapp 2,39 Millionen Euro.
Ein Teil der Guthaben ist allerdings zweckgebunden. Nach Angaben im Anhang dienen rund 233.000 Euro als Sicherheitsleistungen für den Kapitaldienst gegenüber den finanzierenden Banken sowie für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.
Forderungen nehmen zu
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände legten deutlich zu. Sie erhöhten sich von rund 395.000 Euro auf knapp 582.000 Euro.
Darin enthalten sind Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Diese resultieren überwiegend aus Lieferungen und Leistungen.
Eigenkapital bleibt bilanziell konstant
Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt unverändert rund 741.000 Euro.
Allerdings zeigt der Anhang, dass die sogenannten erweiterten Kapitalanteile der Kommanditisten deutlich höher liegen. Einschließlich Gewinnvorträgen und Jahresüberschuss belaufen sich diese auf knapp 2,9 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet beziehungsweise entnommen.
Jahresüberschuss steigt kräftig
Der Jahresüberschuss entwickelte sich ausgesprochen positiv.
Mit 884.152 Euro fiel das Ergebnis mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr (350.571 Euro). Die veröffentlichten Unterlagen enthalten zwar keine Gewinn- und Verlustrechnung, der Anhang dokumentiert jedoch die deutliche Verbesserung der Ertragslage.
Verbindlichkeiten gehen zurück
Auch auf der Passivseite zeigt sich eine positive Entwicklung.
Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich von rund 2,86 Millionen Euro auf 2,55 Millionen Euro.
Nach Angaben der Gesellschaft besitzen sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Langfristige Finanzverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen zum Bilanzstichtag nicht mehr.
Die Finanzierung ist weiterhin durch Sicherungsübereignungen der Windenergieanlagen, die Abtretung von Forderungen aus der Stromeinspeisung sowie die Verpfändung eines Teils der Liquiditätsreserven abgesichert.
Hohe Rückstellungen
Die Rückstellungen erhöhten sich deutlich von rund 143.000 Euro auf über 352.000 Euro. Sie dienen der Vorsorge für zukünftige Verpflichtungen und Risiken und spiegeln eine vorsichtige kaufmännische Bewertung wider.
Langfristige Verpflichtungen bleiben bestehen
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft weitere finanzielle Verpflichtungen von rund 1,3 Millionen Euro aus.
Diese setzen sich insbesondere aus langfristigen Wartungsverträgen bis zum Jahr 2030 sowie aus Pachtverpflichtungen für die Standorte der Windenergieanlagen zusammen. Solche Verpflichtungen gehören zum üblichen Geschäftsmodell von Windparkgesellschaften und sichern den langfristigen Betrieb der Anlagen.
Keine eigenen Beschäftigten
Auch im Geschäftsjahr 2024 beschäftigte die Gesellschaft keine eigenen Arbeitnehmer. Wartung, technische Betriebsführung und Verwaltung werden – wie in der Windenergiebranche üblich – von spezialisierten Dienstleistungsunternehmen übernommen.
Erfolgreiches Geschäftsjahr mit verbesserter Finanzlage
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt ein positives Bild. Trotz der planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen konnte die Gesellschaft ihre Ertragskraft erheblich steigern. Der deutlich höhere Jahresüberschuss, der Aufbau der Liquiditätsreserven sowie der Abbau der Verbindlichkeiten sprechen für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung.
Gleichzeitig bleibt das Unternehmen durch langfristige Wartungs- und Pachtverträge sowie die projektbezogene Finanzierung an erhebliche finanzielle Verpflichtungen gebunden. Insgesamt zeigt sich die WKN Windkraft Nord GmbH & Co. Windpark Hedwigenkoog I KG jedoch solide aufgestellt und finanziell gut gerüstet für den weiteren Betrieb ihrer Windenergieanlagen.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Mai 2025 festgestellt.