Die JWP Jade Windpark GmbH & Co. 18. Betriebs KG mit Sitz in Bamberg hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Investitionen in den Ausbau des Windparks deutlich ausgeweitet. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss zeigt, dass sich das Unternehmen weiterhin in einer intensiven Ausbauphase befindet. Während das Anlagevermögen und die Bauinvestitionen erheblich zunahmen, führte die Kombination aus hohen Abschreibungen, Finanzierungskosten und rückläufigen Erlösen zu einem deutlichen Jahresverlust.
Die Bilanzsumme stieg innerhalb eines Jahres von 29,52 Millionen Euro auf 36,12 Millionen Euro und wuchs damit um rund 6,6 Millionen Euro. Hauptgrund hierfür sind umfangreiche Investitionen in neue Anlagen.
Millionen fließen in den Ausbau des Windparks
Besonders deutlich zeigt sich die Expansion beim Anlagevermögen, das von 27,97 Millionen Euro auf 34,10 Millionen Euro anwuchs.
Auffällig ist insbesondere der starke Anstieg der Anlagen im Bau, die sich innerhalb eines Jahres von 3,20 Millionen Euro auf 10,13 Millionen Euro mehr als verdreifachten. Dies spricht dafür, dass sich der Windpark derzeit in einer umfangreichen Erweiterungs- oder Bauphase befindet.
Gleichzeitig gingen die Buchwerte der bereits bestehenden Windenergieanlagen aufgrund planmäßiger Abschreibungen leicht zurück. Die technischen Anlagen werden nun mit knapp 21,95 Millionen Euro bilanziert.
Nach Angaben im Anhang wurden zudem Finanzierungskosten von rund 629.000 Euro während der Bauphase aktiviert und als Herstellungskosten den Anlagen zugerechnet – ein zulässiges Verfahren nach dem Handelsgesetzbuch.
Höhere Verschuldung finanziert den Ausbau
Die umfangreichen Investitionen wurden überwiegend fremdfinanziert.
Die Bankverbindlichkeiten erhöhten sich deutlich von 24,99 Millionen Euro auf 31,16 Millionen Euro. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten auf knapp 35 Millionen Euro.
Davon entfallen rund 19,4 Millionen Euro auf langfristige Darlehen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Sämtliche Bankkredite sind vollständig durch Forderungsabtretungen sowie Sicherungsübereignungen der Windenergieanlagen besichert.
Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 3,30 Millionen Euro, die allerdings gegenüber den Vorjahreswerten leicht zurückgingen.
Eigenkapital steigt – trotzdem bilanzieller Verlustanteil
Auf den ersten Blick verbesserte sich das ausgewiesene Eigenkapital deutlich und erhöhte sich von 300.000 Euro auf 999.000 Euro. Ursache hierfür ist eine erhebliche Zuführung zu den Rücklagen.
Gleichzeitig weist die Bilanz jedoch erstmals einen „Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten“ in Höhe von 548.000 Euro aus.
Dieser Bilanzposten entsteht, wenn Verluste den jeweiligen Kapitalkonten der Kommanditisten zugerechnet werden und wirtschaftlich über das vorhandene Eigenkapital hinausgehen. Der Jahresfehlbetrag wurde unmittelbar den Kapitalkonten belastet, sodass kein Bilanzverlust ausgewiesen wird.
Jahresverlust nach Gewinn im Vorjahr
Operativ entwickelte sich das Geschäft schwieriger als im Vorjahr.
Das Rohergebnis sank von 2,85 Millionen Euro auf 2,37 Millionen Euro.
Gleichzeitig erhöhten sich die Abschreibungen auf 1,68 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr bereits 1,53 Millionen Euro angefallen waren. Ursache hierfür ist der wachsende Anlagenbestand.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen zwar leicht auf rund 741.000 Euro zurück, dennoch belasteten die hohen Finanzierungskosten weiterhin das Ergebnis. Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 513.000 Euro.
Unter dem Strich stand deshalb ein Jahresfehlbetrag von rund 549.000 Euro, nachdem im Vorjahr noch ein kleiner Gewinn von knapp 45.000 Euro erzielt worden war.
Liquidität geht leicht zurück
Das Umlaufvermögen verringerte sich leicht von 1,43 Millionen Euro auf 1,32 Millionen Euro.
Während die Forderungen auf 713.000 Euro anstiegen, reduzierten sich die Bankguthaben deutlich von 1,08 Millionen Euro auf rund 610.000 Euro. Dies dürfte vor allem mit den hohen Investitionsausgaben während des Geschäftsjahres zusammenhängen.
Keine eigenen Mitarbeiter
Wie viele Projekt- und Betreibergesellschaften der Windenergiebranche beschäftigt auch die JWP Jade Windpark GmbH & Co. 18. Betriebs KG keine eigenen Arbeitnehmer. Die Geschäftsführung liegt bei Jan Schumacher und Edwin Deimling.
Ausbau steht klar im Mittelpunkt
Der Jahresabschluss macht deutlich, dass die Gesellschaft derzeit nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern konsequent in den Ausbau ihrer Windenergieprojekte investiert. Die massive Ausweitung der Anlagen im Bau sowie die deutliche Erhöhung der Kreditfinanzierung sprechen für ein Unternehmen, das sich mitten in einer Investitionsphase befindet.
Der Jahresverlust ist vor diesem Hintergrund vor allem auf die hohen Abschreibungen und Finanzierungskosten zurückzuführen. Langfristig dürfte entscheidend sein, wie schnell die derzeit im Bau befindlichen Anlagen in Betrieb gehen und zusätzliche Stromerlöse erwirtschaften. Mit einem Investitionsvolumen von inzwischen über 36 Millionen Euro gehört die Gesellschaft bereits zu den größeren Windpark-Betreibergesellschaften im deutschen Markt.