Eigentlich sollte es der patriotische Höhepunkt des Jahres werden.
250 Jahre USA. Ein gigantisches Volksfest. Millionen Besucher. Stolze Bundesstaaten. Fahnen, Feuerwerk und jede Menge amerikanisches Lebensgefühl.
Die Realität erinnerte stellenweise eher an einen Dorfjahrmarkt kurz vor Feierabend.
„Great American State Fair“ – mit erstaunlich viel freiem Platz
Auf der National Mall in Washington eröffnete die „Great American State Fair“, mit der der 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten gefeiert werden soll.
Doch schon an den ersten Tagen zeigte sich: Manche Bundesstaaten hatten offenbar andere Pläne.
Mindestens zehn Staaten und Territorien verzichteten komplett auf eine Teilnahme. Begründung: zu teuer.
Die Folge: Besucher fanden statt aufwendig gestalteter Ausstellungen teilweise… Teppiche. Stühle. Leere Rückwände.
Minimalismus nennt man das heute vermutlich.
Connecticut präsentiert… einen Stuhl
Wer sich besonders für Connecticut interessierte, durfte sich über eine eindrucksvolle Ausstellung freuen.
Ein paar Stühle.
Etwas Teppich.
Und ganz viel Raum für Fantasie.
Andere Bundesstaaten investierten deutlich mehr. Texas brachte das Alamo, Las Vegas warb für Nevada, Kalifornien lockte mit einer Urlaubsverlosung.
Man könnte sagen: Manche kamen mit Marketingbudget – andere mit Inneneinrichtung.
Der Strom machte ebenfalls Urlaub
Doch selbst die anwesenden Bundesstaaten wurden von technischen Problemen ausgebremst.
Zeitweise fiel der Strom aus.
Das Riesenrad stand still.
Bildschirme funktionierten nicht.
Eine Klimaanlage verabschiedete sich.
Und besonders tragisch: Das komplette Speiseeis schmolz dahin.
Amerikanischer kann ein Drama kaum sein.
Selbst das Mittagessen kapitulierte
Nicht nur das Eis verschwand.
Teilweise fehlten auch Chicken Wings.
Wenn in den USA gleichzeitig das Eis schmilzt und die Chicken Wings ausgehen, spricht man vermutlich offiziell von einer nationalen Notlage.
Eine Frau rettet den Ruf von Massachusetts
Während der Bundesstaat Massachusetts keine offiziellen Vertreter entsandte, beschloss eine pensionierte Lehrerin kurzerhand, den Staat allein zu vertreten.
Neun Stunden Autofahrt, Ahornsirup im Gepäck und Malbücher für Kinder.
Manchmal braucht es eben keine große Delegation – sondern nur eine entschlossene Rentnerin.
Und dann kam auch noch das Wetter
Wer alle Bundesstaaten besuchen wollte, hatte am Ende ohnehin Pech.
Wegen Regens schloss die Veranstaltung mehrere Stunden früher.
Das ersparte den Organisatoren immerhin weitere Diskussionen über geschmolzenes Eis.
Fazit
Donald Trump wollte mit der „Great American State Fair“ ein nationales Jubiläum feiern.
Geblieben sind bislang Stromausfälle, leere Ausstellungsflächen, geschmolzene Eiscreme und erstaunlich viel Platz zwischen den Besuchern.
Immerhin bewies die Veranstaltung eines:
Auch eine Supermacht ist nicht davor gefeit, dass aus einer großen Show gelegentlich eine etwas größere Generalprobe wird.