Es gibt Nachrichten, bei denen ein Schalke-Fan automatisch tief durchatmet.
„Taylan Bulut könnte zum FC Augsburg wechseln.“
Na wunderbar.
Erst bildet Schalke den Jungen jahrelang aus, verkauft ihn für sechs Millionen Euro – und jetzt droht er ausgerechnet gegen Königsblau aufzulaufen. Das nennt man im Ruhrgebiet wohl einen klassischen Bumerang.
Natürlich war das Geld damals wichtig. Auf Schalke waren sechs Millionen ungefähr so beliebt wie eine funktionierende Heizung im Winter. Da konnte man schlecht Nein sagen.
Aber jetzt malt sich jeder Fan schon das gleiche Horrorszenario aus:
- Minute.
Augsburg gegen Schalke.
Bulut marschiert über den Flügel, schießt das 1:0 – und jubelt natürlich nicht. Weil man gegen den Ex-Klub ja bekanntlich „Respekt“ zeigt.
Hilft nur leider auch nichts.
Schalke-Fans kennen dieses Drehbuch inzwischen auswendig.
Eigenes Talent verkaufen.
Alle sagen: „War wirtschaftlich alternativlos.“
Ein Jahr später steht genau dieser Spieler auf der anderen Seite und spielt plötzlich wie Franz Beckenbauer, Cafu und Dani Alves gleichzeitig.
Man fragt sich inzwischen fast, ob die Knappenschmiede nicht heimlich die Bundesliga mit Gegnern versorgt.
Noch ist der Wechsel allerdings gar nicht perfekt. Beşiktaş muss erst einmal Ja sagen.
Bis dahin machen Schalke-Fans das, was sie seit Jahrzehnten trainieren:
Optimistisch bleiben…
…bis zum Anpfiff.
Und sollte Bulut tatsächlich im FCA-Trikot gegen Schalke auflaufen, bleibt nur eine Hoffnung:
Vielleicht erinnert er sich ja genau in diesem Spiel daran, wo er das Fußballspielen gelernt hat – und schießt den Ball aus alter Verbundenheit einfach drei Meter am Tor vorbei.