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Wallrich AI Peloton 2025/2026: Stresstest bestanden, Renditeversprechen jedoch nicht erfüllt

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Fonds Wallrich AI Peloton zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild. Das Fondsmanagement verfolgt eine Absolute-Return-Strategie, die durch den Verkauf von Put-Optionen auf den Euro Stoxx 50 regelmäßige Prämieneinnahmen generieren soll. Ziel ist ein möglichst stetiger Wertzuwachs bei begrenzten Rückschlägen. Im Geschäftsjahr 2025/2026 wurde dieses Ziel jedoch nicht erreicht.

Geschäftsentwicklung

Das Berichtsjahr war von außergewöhnlichen Marktverwerfungen geprägt. Insbesondere die im Frühjahr 2025 ausgelösten Handelskonflikte und die daraus resultierende hohe Volatilität führten zu erheblichen Belastungen für die Optionsstrategie des Fonds. Das Management verweist darauf, dass die Verluste infolge des starken Markteinbruchs im April nur teilweise durch spätere Stillhaltergeschäfte kompensiert werden konnten.

Die Auswirkungen spiegeln sich deutlich in der Wertentwicklung wider:

Anteilklasse P: Rückgang des Anteilwerts von 123,44 EUR auf 114,09 EUR (-7,6 %)
Anteilklasse R: Rückgang des Anteilwerts von 102,00 EUR auf 93,90 EUR (-7,9 %)

Für einen Fonds mit Absolute-Return-Anspruch ist dies eine enttäuschende Entwicklung, auch wenn die Verluste deutlich geringer ausfielen als bei vielen reinen Aktienanlagen während der stärksten Marktturbulenzen.

Positive Aspekte
Solide Vermögensstruktur

Rund 90 % des Fondsvermögens sind in Investment-Grade-Unternehmensanleihen investiert. Diese dienen als Sicherheitsreserve für die Optionsgeschäfte und sorgen grundsätzlich für Stabilität. Die Anleihen sind breit diversifiziert über verschiedene Emittenten, Branchen und Länder.

Begrenzter Leverage

Der durchschnittliche Hebel durch Derivate lag lediglich bei 1,24. Dies zeigt, dass trotz der Nutzung von Optionen keine exzessive Hebelwirkung eingesetzt wird.

Hohe Liquidität

Mehr als 2 Mio. EUR beziehungsweise rund 10 % des Fondsvermögens werden als liquide Mittel gehalten. Dadurch bleibt der Fonds auch in schwierigen Marktphasen handlungsfähig.

Kritische Punkte
Strategie bleibt anfällig für Marktcrashs

Die Fondsstrategie basiert auf dem Verkauf ungedeckter Put-Optionen. Solange die Märkte stabil bleiben oder steigen, werden kontinuierlich Prämien vereinnahmt. Kommt es jedoch zu starken Kursrückgängen, entstehen überproportionale Verluste. Genau dieses Risiko hat sich im Berichtsjahr realisiert.

Hohe realisierte Verluste

Die realisierten Gewinne aus Optionsgeschäften von rund 3,45 Mio. EUR wurden von realisierten Verlusten in Höhe von rund 4,53 Mio. EUR übertroffen. Daraus resultierte ein negativer Veräußerungserfolg von mehr als 1 Mio. EUR.

Mittelabflüsse institutioneller Anleger

Die Anteilklasse P verzeichnete Netto-Mittelabflüsse von rund 4,56 Mio. EUR. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der Anleger nach der schwachen Entwicklung Kapital abgezogen hat.

Problematische Einzelposition

Auffällig ist weiterhin eine Position in einer ehemaligen Anleihe der Wirecard AG, die lediglich mit 23,5 % bewertet wird. Zwar macht sie nur etwa 0,5 % des Fondsvermögens aus, zeigt aber, dass Altlasten weiterhin vorhanden sind.

Kostenbetrachtung

Die Gesamtkostenquote liegt bei:

Anteilklasse P: 1,09 %
Anteilklasse R: 1,87 %

Für einen Renten- und Optionsfonds sind die Kosten akzeptabel, insbesondere in der institutionellen Anteilklasse P. Die Retail-Klasse R erscheint dagegen vergleichsweise teuer.

Fazit für Anleger

Der Wallrich AI Peloton hat im Geschäftsjahr 2025/2026 gezeigt, dass seine Strategie in extremen Marktphasen verwundbar ist. Positiv hervorzuheben sind die konservative Anleihestruktur, die breite Diversifikation und der vergleichsweise moderate Einsatz von Derivaten. Gleichzeitig wurde das zentrale Versprechen eines stetigen Wertzuwachses im Berichtsjahr klar verfehlt.

Für risikobewusste Anleger, die regelmäßige Erträge aus Optionsprämien suchen und von künftig wieder ruhigeren Märkten ausgehen, kann der Fonds weiterhin interessant sein. Anleger sollten jedoch verstehen, dass auch diese Absolute-Return-Strategie keine Garantie gegen Verluste bietet. Das Geschäftsjahr 2025/2026 hat gezeigt, dass selbst bei defensiver Steuerung deutliche Rückschläge möglich sind.

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