15,84 Millionen Euro Bilanzsumme
Die CEE Windpark Rehfeld GmbH & Co. KG mit Sitz in Rotenburg weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 15.835.056,94 Euro aus.
Ende 2024 waren es 16.188.729,77 Euro.
Die Bilanzsumme reduzierte sich damit um rund 353.673 Euro beziehungsweise 2,2 Prozent.
Das Anlagevermögen stellt weiterhin den mit Abstand größten Vermögensblock dar.
Es sank von rund 14,11 Millionen Euro auf 13,39 Millionen Euro.
Davon entfallen rund 12,79 Millionen Euro auf Sachanlagen und knapp 600.000 Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.
Die Sachanlagen werden nach Angaben des Unternehmens grundsätzlich über 25 Jahre linear abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden 2025 nicht vorgenommen.
Liquidität steigt deutlich
Eine positive Entwicklung zeigt sich beim Bankguthaben.
Die liquiden Mittel erhöhten sich von 1.132.497,46 Euro auf 1.687.784,44 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 555.287 Euro beziehungsweise 49 Prozent.
Das gesamte Umlaufvermögen erhöhte sich von rund 1,71 Millionen Euro auf 2,10 Millionen Euro.
Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 567.000 Euro auf knapp 399.000 Euro zurück.
Aus der reinen Bilanzperspektive hat sich damit der Bestand unmittelbar verfügbarer Finanzmittel zum Bilanzstichtag deutlich erhöht.
Ob dies auf einen starken operativen Cashflow, die Umfinanzierung oder andere Zahlungsströme zurückzuführen ist, lässt sich aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht abschließend bestimmen.
Erstmals 415.088 Euro Bilanzverlust ausgewiesen
Auf der Passivseite fällt eine Verschlechterung beim Eigenkapital auf.
Das ausgewiesene Eigenkapital sank von 2.389.859 Euro auf 1.974.771,27 Euro.
Der Rückgang entspricht exakt dem für 2025 ausgewiesenen Bilanzverlust von 415.087,73 Euro.
Die Eigenkapitalquote sank damit rechnerisch von rund 14,8 Prozent auf rund 12,5 Prozent der Bilanzsumme.
Das ist keine dramatische Veränderung, aber eine Entwicklung, die im Zusammenhang mit der hohen Fremdfinanzierung betrachtet werden sollte.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Handelt es sich bei dem Verlust im Wesentlichen um abschreibungsbedingte Effekte oder hat sich auch das operative Geschäft des Windparks verschlechtert?
Die veröffentlichten Bilanzangaben beantworten diese Frage nicht.
Fast 13 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft belaufen sich zum Jahresende auf 12.972.171,66 Euro.
Interessanterweise hat sich deren Gesamthöhe gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Ende 2024 waren es 12.968.174,30 Euro.
Der Unterschied beträgt lediglich rund 4.000 Euro.
Hinter dieser scheinbaren Stabilität verbirgt sich jedoch eine fundamentale Veränderung der Finanzierung.
Banken raus – Gesellschafterfinanzierung rein
Im Anhang findet sich dazu ein entscheidender Satz:
Im Zuge einer Umfinanzierung durch die Gesellschafterin wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Geschäftsjahr vollständig zurückgezahlt.
Damit wurde die externe Bankfinanzierung offenbar durch eine Finanzierung innerhalb der Unternehmens- beziehungsweise Gesellschafterstruktur ersetzt.
Zum Jahresende bestehen 12.925.331,99 Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.
Im Vorjahr waren es lediglich 1.154.801,08 Euro.
Das bedeutet einen Anstieg um rund 11,77 Millionen Euro.
Damit entfallen rechnerisch fast 99,6 Prozent sämtlicher ausgewiesener Verbindlichkeiten auf verbundene Unternehmen.
Das ist eine erhebliche Veränderung der Finanzierungsstruktur.
8,14 Millionen Euro Darlehen der Gesellschafterin
Im Mittelpunkt steht dabei die CEE RF9 Holding S.à r.l.
Gegenüber dieser Gesellschafterin bestehen laut Jahresabschluss Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 8.135.706,90 Euro.
Im Vorjahr waren hierfür noch 0 Euro angegeben.
Diese Darlehen sind nach Angaben des Unternehmens vollständig durch die Sicherheitsübereignung der getätigten Investitionen sowie durch eine offene Abtretung der Einspeiseerlöse der finanzierten Windenergieanlage besichert.
Damit hat sich zwar der Gläubiger geändert, die Finanzierung ist jedoch weiterhin mit weitreichenden Sicherheiten verbunden.
Für eine wirtschaftliche Beurteilung wären deshalb insbesondere Zinssatz, Laufzeit und Tilgungsplan der neuen Gesellschafterdarlehen interessant.
Ohne diese Angaben lässt sich nicht beurteilen, ob die Umfinanzierung für die Projektgesellschaft finanziell günstiger, vergleichbar oder möglicherweise teurer als die vorherige Bankfinanzierung ist.
Warum wurde überhaupt umfinanziert?
Genau diese Frage drängt sich auf.
Warum wurden die bestehenden Bankkredite vollständig zurückgezahlt und durch eine Finanzierung aus dem Gesellschafter- beziehungsweise Konzernumfeld ersetzt?
Dafür kann es zahlreiche wirtschaftlich nachvollziehbare Gründe geben: günstigere Finanzierungskonditionen, größere Flexibilität, eine konzernweite Neuordnung der Finanzierung oder das Auslaufen bisheriger Bankdarlehen.
Aus den vorliegenden Angaben geht der konkrete Grund jedoch nicht hervor.
Für die Bewertung wäre deshalb wichtig zu erfahren, ob die Umfinanzierung planmäßig erfolgte und welche finanziellen Vorteile sie für die Windparkgesellschaft hat.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern explodieren
Noch auffälliger ist die entsprechende Entwicklung der ausdrücklich als Gesellschafterverbindlichkeiten bezeichneten Position.
Sie steigt von 3.139.859 Euro auf 11.249.520,55 Euro.
Das ist ein Zuwachs von rund 8,11 Millionen Euro beziehungsweise 258 Prozent.
Rechnerisch entsprechen die Gesellschafterverbindlichkeiten damit rund 71 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Das zeigt, wie stark die Gesellschaft inzwischen von Finanzierungen aus dem Gesellschafterumfeld geprägt ist.
Eine solche Konzern- oder Gesellschafterfinanzierung ist nicht automatisch problematisch. Sie kann bei Projektgesellschaften sogar erhebliche Vorteile haben.
Für Außenstehende ist allerdings entscheidend, zu welchen Konditionen diese Finanzierung erfolgt.
Eine Zahl im Abschluss erscheint nicht plausibel
Bei den Angaben zu den Restlaufzeiten gibt es allerdings eine auffällige Unstimmigkeit.
Die Gesellschaft weist insgesamt Verbindlichkeiten von 12.972.171,66 Euro aus.
Davon sollen laut Bilanz 3.632.283,88 Euro eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben.
Gleichzeitig wird für Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ein Betrag von 20.589.408,33 Euro genannt.
Das kann in dieser Form rechnerisch nicht zusammenpassen.
Allein die angeblich langfristigen Verbindlichkeiten wären damit rund 7,62 Millionen Euro höher als sämtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft.
Auch zusammen mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ergäbe sich eine Summe von mehr als 24,22 Millionen Euro – bei tatsächlich ausgewiesenen Gesamtverbindlichkeiten von knapp 12,97 Millionen Euro.
Hier dürfte deshalb zumindest eine Erläuterung erforderlich sein.
Ob ein Übertragungs-, Darstellungs- oder Veröffentlichungsfehler vorliegt, lässt sich anhand der vorliegenden Unterlagen nicht feststellen.
Eine journalistische Berichterstattung sollte diese Zahl deshalb keinesfalls ungeprüft als tatsächliche langfristige Verschuldung darstellen.
Zweite Auffälligkeit: Unterschrift angeblich im März 2025
Auch bei den Datumsangaben findet sich eine bemerkenswerte Unstimmigkeit.
Als Unterschriftsdatum der Geschäftsführung wird zweimal angegeben:
„Rotenburg (Wümme), den 12.03.2025“
Der Abschluss betrifft jedoch das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025.
Ein Jahresabschluss für das gesamte Geschäftsjahr 2025 kann naturgemäß nicht bereits am 12. März 2025 auf Grundlage der vollständigen Jahreszahlen unterschrieben worden sein.
Gleichzeitig heißt es, der Jahresabschluss sei am 26. März 2026 festgestellt worden.
Damit liegt die Vermutung nahe, dass beim Unterschriftsdatum möglicherweise eigentlich der 12. März 2026 gemeint sein könnte.
Das sollte die Gesellschaft klarstellen.
766.300 Euro weitere jährliche Verpflichtungen
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen erhebliche langfristige vertragliche Verpflichtungen.
Für Miet- und Pachtverhältnisse werden jährlich 377.800 Euro genannt. Diese Verträge laufen bis 2034.
Hinzu kommen jährlich:
34.900 Euro für die technische Betriebsführung und 353.600 Euro für den Wartungsvertrag.
Diese beiden Verpflichtungen laufen bis 2033.
Insgesamt nennt die Gesellschaft somit jährliche sonstige finanzielle Verpflichtungen von 766.300 Euro.
Das entspricht immerhin fast 39 Prozent des zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Eigenkapitals.
Diese Verpflichtungen dürfen allerdings nicht mit bestehenden Verbindlichkeiten gleichgesetzt werden. Es handelt sich um vertraglich vereinbarte zukünftige Zahlungen, die über mehrere Jahre anfallen.
Mehr als die Hälfte entfällt auf Pacht und Miete
Interessant ist dabei die Kostenstruktur.
Von den jährlich 766.300 Euro entfallen:
377.800 Euro auf Miet- und Pachtverhältnisse,
353.600 Euro auf Wartung und
34.900 Euro auf technische Betriebsführung.
Damit stellen Pacht und Wartung gemeinsam mehr als 95 Prozent der angegebenen jährlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen dar.
Für die Rentabilität des Windparks sind diese langfristig gebundenen Kosten deshalb von erheblicher Bedeutung.
Keine eigenen Mitarbeiter
Die CEE Windpark Rehfeld GmbH & Co. KG beschäftigte 2025 keine eigenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Auch das ist für eine Windpark-Projektgesellschaft nicht ungewöhnlich.
Technische und andere Leistungen können von externen Dienstleistern beziehungsweise Unternehmen innerhalb einer Unternehmensgruppe erbracht werden.
Für Transparenz wäre dennoch interessant, welche Unternehmen diese Aufgaben konkret übernehmen und ob es sich dabei um verbundene Unternehmen handelt.
Passive latente Steuern steigen
Die passiven latenten Steuern erhöhten sich von 695.689,98 Euro auf 761.604,04 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 65.914 Euro beziehungsweise 9,5 Prozent.
Die Gesellschaft erklärt, dass diese Position insbesondere aus unterschiedlichen Wertansätzen und Nutzungsdauern der technischen Anlagen in Handels- und Steuerbilanz resultiert.
Hinzu kommen unterschiedliche Zinssätze bei der Bewertung der Rückbaurückstellung sowie Unterschiede bei aktiven Rechnungsabgrenzungsposten.
Wichtig ist: Passive latente Steuern sind nicht mit einer sofort fälligen Steuerzahlung in gleicher Höhe gleichzusetzen.
Auch die Rückbaukosten verdienen Aufmerksamkeit
Bemerkenswert ist zudem der Hinweis auf eine Rückbaurückstellung.
Windenergieanlagen müssen am Ende ihrer Nutzungsdauer grundsätzlich zurückgebaut werden. Daraus können erhebliche zukünftige Kosten entstehen.
Der vorliegende Abschluss nennt allerdings in den hier veröffentlichten Angaben nicht separat die konkrete Höhe der Rückbaurückstellung.
Gerade angesichts der Nutzungsdauer von 25 Jahren wäre interessant, mit welchen zukünftigen Rückbaukosten die Gesellschaft kalkuliert und in welchem Umfang dafür bereits Vorsorge getroffen wurde.
Was sagt die Bilanz tatsächlich?
Die Bilanz zeichnet kein eindeutiges Krisenbild.
Die Gesellschaft verfügt Ende 2025 über rund 1,69 Millionen Euro liquide Mittel – fast 555.000 Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Gleichzeitig bestehen fast 13 Millionen Euro Verbindlichkeiten und das Eigenkapital ist aufgrund des Bilanzverlustes auf knapp 1,97 Millionen Euro zurückgegangen.
Entscheidend ist jedoch die Veränderung hinter diesen Zahlen:
Die Bankfinanzierung wurde vollständig abgelöst und weitgehend durch Finanzierungen innerhalb der Unternehmensgruppe ersetzt.
Damit verlagert sich auch die entscheidende Frage.
Nicht mehr nur die Höhe der Verschuldung ist interessant, sondern vor allem:
Zu welchen Bedingungen stellt die Gesellschafterin beziehungsweise die Unternehmensgruppe dem Windpark Kapital zur Verfügung?
Die entscheidenden Informationen fehlen
Für eine vollständige wirtschaftliche Beurteilung wären insbesondere folgende Zahlen erforderlich:
die Umsatzerlöse 2025,
das operative Ergebnis,
der tatsächliche Cashflow,
die Stromproduktion,
die erzielten Stromerlöse,
Zins- und Tilgungszahlungen sowie
Zinssatz, Laufzeit und Rückzahlungsbedingungen der neuen Gesellschafterdarlehen.
Diese Angaben ergeben sich aus dem hier vorliegenden veröffentlichten Bilanzmaterial nicht vollständig.
Deshalb wäre es unseriös, allein aus der hohen Verschuldung auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zu schließen.
Ebenso wenig lässt sich allerdings allein aus dem gestiegenen Bankguthaben ableiten, dass die wirtschaftliche Situation besonders komfortabel ist.