Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Fonds „4 Jahreszeiten“ ein gemischtes Bild. Positiv hervorzuheben sind die stabile Vermögensentwicklung, das Wachstum des Fondsvolumens und die breit diversifizierte Multi-Asset-Strategie. Gleichzeitig fällt auf, dass die erzielte Rendite deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, obwohl viele Anlageklassen im Berichtszeitraum ein ausgesprochen günstiges Marktumfeld vorfanden.
Positives Gesamtbild bei Vermögenswachstum
Das Fondsvermögen stieg innerhalb eines Jahres von rund 27,1 Mio. Euro auf 29,0 Mio. Euro, was einem Wachstum von etwa 6,9 % entspricht. Besonders erfreulich ist, dass die institutionelle Anteilklasse I sowie die thesaurierende Anteilklasse T Nettozuflüsse verzeichneten. Dies deutet auf ein anhaltendes Vertrauen der Anleger in das Konzept des Fonds hin.
Die Anlagestrategie basiert auf einer breit diversifizierten Multi-Asset-Allokation aus:
globalen Aktien-ETFs,
US-Staatsanleihen,
inflationsgeschützten Anleihen,
Rohstoffen,
Gold sowie
Liquidität.
Dadurch soll langfristig ein attraktiver Wertzuwachs bei geringeren Schwankungen erzielt werden.
Rendite bleibt hinter den Möglichkeiten zurück
Der kritischste Punkt aus Investorensicht ist die tatsächliche Wertentwicklung:
Anteilklasse Wertentwicklung 2025/26
I +1,12 %
T +1,10 %
P +0,96 %
Diese Ergebnisse wirken angesichts der Marktbedingungen enttäuschend. Gold erzielte neue Höchststände, US-Aktien entwickelten sich stark und die Anleihemärkte profitierten von sinkenden Zinsen. Dennoch konnte der Fonds daraus nur eine Rendite von rund 1 % generieren.
Das Management nennt als Hauptgrund die deutliche Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro. Da große Teile des Portfolios in US-Anlagen investiert sind, wurden viele Kursgewinne durch Währungsverluste aufgezehrt. Diese Erklärung erscheint plausibel, verdeutlicht jedoch gleichzeitig die hohe indirekte Abhängigkeit des Fonds von der Dollarentwicklung.
Sehr hohe Konzentration auf US-Anlagen
Ein genauer Blick auf die Vermögensaufstellung zeigt, dass der Fonds stark auf die USA ausgerichtet ist:
rund 35 % in langlaufenden US-Staatsanleihen,
rund 15 % in mittelfristigen US-Treasuries,
zusätzlich TIPS (inflationsgeschützte US-Anleihen),
mehrere MSCI-World-Produkte mit hohem US-Anteil,
Gold als Absicherung.
Insgesamt hängt die Entwicklung des Fonds daher erheblich von:
dem US-Zinsniveau,
der Bonität der USA,
dem US-Dollar sowie
der Entwicklung amerikanischer Aktienmärkte
ab.
Gold bleibt wichtiger Stabilitätsfaktor
Positiv zu bewerten ist die Goldposition von knapp 7 % des Fondsvermögens. Das Management betrachtet Gold ausdrücklich als Absicherung gegen Staatsverschuldung, geopolitische Risiken und mögliche Vertrauensverluste gegenüber Zentralbanken. Die starke Goldpreisentwicklung trug wesentlich zur Stabilisierung des Fonds bei.
Kosten im akzeptablen Bereich
Die laufenden Kosten liegen bei:
1,18 % (Klasse I)
1,19 % (Klasse T)
1,31 % (Klasse P)
Für einen aktiv gemanagten Multi-Asset-Fonds sind diese Werte zwar nicht außergewöhnlich hoch, allerdings auch nicht günstig. Angesichts einer Jahresrendite von lediglich rund 1 % haben die Kosten einen spürbaren Einfluss auf das Nettoergebnis der Anleger.
Risikobetrachtung
Das Management weist selbst auf mehrere wesentliche Risiken hin:
Zinsänderungsrisiken durch hohe Anleihequoten,
Währungsrisiken durch den hohen US-Dollar-Anteil,
Emittenten- und Kontrahentenrisiken,
Liquiditätsrisiken,
geopolitische Risiken,
Nachhaltigkeitsrisiken.
Besonders bemerkenswert ist die deutliche Warnung vor der hohen Staatsverschuldung der USA (ca. 130 % des BIP), obwohl gleichzeitig ein großer Teil des Fondsvermögens in US-Staatsanleihen investiert bleibt.
Fazit für Anleger
Der Fonds erfüllt weiterhin seine Rolle als defensiv ausgerichteter Multi-Asset-Fonds mit breiter Diversifikation und vergleichsweise kontrolliertem Risiko. Die Vermögensbasis wächst, die Strategie erscheint nachvollziehbar und das Portfolio ist professionell strukturiert.
Allerdings wirft die sehr geringe Rendite von rund 1 % in einem insgesamt positiven Marktumfeld Fragen zur Effizienz der Asset-Allokation auf. Anleger erhalten Stabilität und Risikostreuung, müssen dafür aber aktuell auf einen erheblichen Teil der Marktperformance verzichten.
Stärken:
breite Diversifikation
professionelles Risikomanagement
Gold als Krisenabsicherung
stabiles Fondswachstum
Schwächen:
schwache Rendite im Verhältnis zum Marktumfeld
hohe Abhängigkeit von US-Dollar und US-Anleihen
Kosten belasten die ohnehin niedrige Performance
langfristige Überlegenheit gegenüber einfachen ETF-Lösungen bislang nicht eindeutig nachgewiesen
Für sicherheitsorientierte Anleger kann der Fonds weiterhin interessant sein. Renditeorientierte Investoren dürften sich jedoch fragen, ob die erzielten Ergebnisse den zusätzlichen Aufwand und die Kosten gegenüber einer kostengünstigen ETF-Strategie rechtfertigen.