Die Soli Sonne GmbH aus Torgelow hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Neubrandenburg ordnete am 21. Mai 2026 im Verfahren mit dem Aktenzeichen 701 IN 286/26 eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Damit reagierte das Gericht auf den Eigenantrag des Unternehmens auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen.
Die Soli Sonne GmbH war unter anderem auf die Montage von Photovoltaik- und Solaranlagen spezialisiert und bot zusätzlich Leistungen im Bereich Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik an. Darüber hinaus war das Unternehmen im Handel mit Baustoffen, Elektronik, Solarmodulen sowie im Import- und Exportgeschäft tätig.
Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Rechtsanwältin Antje Krins aus Ueckermünde bestellt. Sie soll nun das Vermögen des Unternehmens sichern und prüfen, ob genügend Mittel vorhanden sind, um ein reguläres Insolvenzverfahren durchführen zu können. Gleichzeitig ordnete das Gericht an, dass Verfügungen des Unternehmens nur noch mit Zustimmung der Insolvenzverwalterin wirksam sind. Auch laufende Zwangsvollstreckungen wurden vorläufig gestoppt.
Besonders weitreichend sind die Maßnahmen rund um die Finanzkonten der Gesellschaft. Der Soli Sonne GmbH wurde untersagt, selbstständig über Bankkonten oder offene Forderungen zu verfügen. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis darüber liegt nun vollständig bei der vorläufigen Insolvenzverwalterin. Zudem dürfen Schuldner des Unternehmens offene Rechnungen nicht mehr an die Gesellschaft selbst bezahlen, sondern ausschließlich an die Insolvenzverwaltung.
Von der Insolvenz betroffen sind derzeit zwölf Beschäftigte. Das Gericht genehmigte die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2026. Damit sollen die Löhne der Mitarbeiter zunächst abgesichert werden.
Die Insolvenz zeigt erneut, dass selbst Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien zunehmend wirtschaftlich unter Druck geraten. Trotz weiterhin hoher Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen kämpfen viele Betriebe mit steigenden Materialkosten, wachsendem Konkurrenzdruck und finanziellen Belastungen. Gerade kleinere und mittelständische Handwerks- und Solartechnikunternehmen geraten dabei häufig in Liquiditätsprobleme.
Wie es mit der Soli Sonne GmbH weitergeht, ist derzeit offen. In den kommenden Wochen wird die Insolvenzverwalterin unter anderem prüfen, ob eine Sanierung oder Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich ist oder ob das Unternehmen abgewickelt werden muss. Für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner beginnt damit nun eine Phase großer Unsicherheit.