Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht insgesamt positiv aus: Der HannoverscheMediumInvest erzielte 2025 eine Wertentwicklung von +11,76 % und steigerte das Fondsvermögen von 47,42 Mio. EUR auf 53,16 Mio. EUR. Der Anteilwert erhöhte sich von 66,93 EUR auf 73,58 EUR. Zusätzlich ist eine Ausschüttung von 1,26 EUR je Anteil vorgesehen.
Auffällig ist die deutliche Verschiebung der Portfolioausrichtung: Die Aktienquote stieg von 50,28 % auf 60,06 %, während der Anleiheanteil von 45,81 % auf 35,56 % sank. Damit war der Fonds zum Jahresende stärker wachstums- und aktienmarktorientiert als im Vorjahr. Für Anleger bedeutet das höhere Renditechancen, aber auch eine stärkere Abhängigkeit von den europäischen Aktienmärkten.
Die Aktienanlagen konzentrieren sich auf große Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Italien. Größere Positionen bestehen unter anderem in ASML, SAP, Siemens, LVMH, Allianz und Airbus. Das sorgt für Qualität und Liquidität, bringt aber auch Konzentrationsrisiken in europäischen Standardwerten mit sich.
Das Rentenportfolio bleibt überwiegend konservativ ausgerichtet. Investiert wurde vor allem in Euro-Anleihen mit Investmentgrade-Charakter. Die Laufzeiten liegen schwerpunktmäßig im mittleren Bereich, wodurch Zinsänderungsrisiken zwar vorhanden, aber durch Derivate aktiv gesteuert wurden. Der negative Derivatewert von -0,20 % ist begrenzt und deutet vor allem auf Absicherungs- bzw. Steuerungszwecke hin.
Ertragsseitig zeigt der Fonds eine solide Basis: Dividenden und Zinsen führten zu Erträgen von rund 1,37 Mio. EUR. Nach Kosten blieb ein ordentlicher Nettoertrag von 904.850 EUR. Das Jahresergebnis wurde jedoch stark durch nicht realisierte Gewinne geprägt, was bedeutet: Ein wesentlicher Teil des Erfolgs ist kursbedingt und nicht dauerhaft gesichert.
Die Kostenquote von 0,91 % ist für einen aktiv verwalteten Mischfonds moderat, aber nicht niedrig. Anleger sollten sie gegen die erzielte Mehrleistung abwägen. Positiv ist der geprüfte Jahresbericht mit uneingeschränktem Prüfungsurteil durch KPMG.
Kritisch zu sehen ist, dass der Fonds als Artikel-6-Produkt nach Offenlegungsverordnung eingestuft ist. Er verfolgt also keine verbindlichen ökologischen oder sozialen Merkmale und keine nachhaltigen Anlageziele. Für nachhaltig orientierte Anleger ist das ein Nachteil.
Fazit: Der HannoverscheMediumInvest präsentierte sich 2025 als erfolgreicher, defensiv gemanagter Mischfonds mit starker Aktienkomponente. Die Rendite war überzeugend, die Kosten vertretbar und die Risikosteuerung nachvollziehbar. Anleger sollten jedoch beachten, dass die höhere Aktienquote das Schwankungsrisiko erhöht und ein großer Teil des Jahresergebnisses auf noch nicht realisierten Kursgewinnen beruht.