Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein sehr starkes, aber klar zyklisches Anlagejahr für den Allianz Rohstofffonds. Die Anteilklasse A (EUR) erzielte +57,72 %, die Anteilklasse P (EUR) sogar +59,07 % und beide lagen damit über dem Vergleichsindex mit +55,49 %. Der Fonds profitierte vor allem von der positiven Entwicklung bei Metall- und Bergbauwerten, insbesondere durch die Nachfragefantasie rund um Digitalisierung, Elektrifizierung, Kupfer, Industrie- und Edelmetalle.
Die Fondsstruktur ist sehr fokussiert: Der Feederfonds investiert zu 99,30 % in den Masterfonds AGIF – Allianz Global Metals and Mining. Damit hängt die Wertentwicklung nahezu vollständig von globalen Minen- und Metallaktien ab. Die größten Ländergewichte im Masterfonds liegen bei Kanada, Australien, USA und Großbritannien. Die größten Einzelpositionen wie BHP, Barrick Mining, Glencore, Anglo American, Agnico Eagle, Franco-Nevada und Rio Tinto zeigen eine deutliche Konzentration auf große Rohstoff- und Edelmetallunternehmen.
Positiv ist, dass der Fonds den Index 2025 geschlagen hat. Der Mehrwert kam laut Bericht vor allem aus guter Aktienauswahl bei diversifizierten Minenwerten und Kupferförderern. Auch über mehrere Jahre ist die Entwicklung solide: Die Anteilklasse P liegt über 5 Jahre mit +95,34 % vor dem Index mit +89,01 %. Langfristig über 10 Jahre bleibt der Fonds jedoch deutlich hinter dem Vergleichsindex zurück, besonders bei der Anteilklasse A.
Kritisch zu sehen sind die Risiken. Das Marktpreisrisiko wird ausdrücklich als hoch eingestuft. Zusätzlich besteht ein hohes Fremdwährungsrisiko, da der Masterfonds stark in CAD, USD, AUD, GBP und weiteren Fremdwährungen investiert ist. Für Euro-Anleger können Wechselkurse die Rendite daher spürbar beeinflussen. Das Liquiditätsrisiko wird dagegen als sehr gering bewertet, was bei börsennotierten Großunternehmen positiv ist.
Die Kosten unterscheiden sich stark zwischen den Anteilklassen. Die Anteilklasse A hat laufende Kosten von 1,81 % und einen aktuellen Ausgabeaufschlag von 5,00 %. Die Anteilklasse P ist mit 0,96 % deutlich günstiger, erfordert aber eine Mindestanlagesumme von 3 Mio. EUR. Für Privatanleger ist die A-Klasse daher zwar zugänglicher, aber kostenintensiver.
Insgesamt eignet sich der Allianz Rohstofffonds vor allem für Anleger, die gezielt auf Rohstoffe, Bergbau, Kupfer, Edelmetalle und den langfristigen Bedarf durch Elektrifizierung setzen möchten. Er ist aber kein defensiver Basisbaustein, sondern eine chancenreiche Beimischung mit hoher Schwankungsanfälligkeit. Nach dem sehr starken Jahr 2025 sollten Anleger nicht automatisch von einer Fortsetzung ausgehen, sondern die hohe Zyklik, Währungsabhängigkeit und Kostenbelastung beachten.