Der Fonds erzielte 2025 mit +23,8 % in der Anteilklasse LCH (P) eine sehr starke Jahresperformance. Auch über drei Jahre lag die Wertentwicklung mit +94,0 % deutlich positiv. Aus Anlegersicht zeigt der Bericht damit zunächst ein überzeugendes Bild: Der Fonds profitierte vom starken japanischen Aktienmarkt, von Unternehmensgewinnen, Aktienrückkäufen, KI- und Technologiethemen sowie von der robusten Entwicklung einzelner Industrie- und Handelstitel.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Fondsvermögen von 102,1 Mio. EUR auf 122,1 Mio. EUR gestiegen ist, obwohl es netto Mittelabflüsse gab. Das Wachstum kam also vor allem aus der Wertentwicklung. Die thesaurierende Struktur ist für langfristige Anleger attraktiv, da Gewinne im Fonds wiederangelegt werden.
Kritisch ist jedoch die Struktur: Der Fonds ist ein Feederfonds und investiert zu 99,52 % in den Masterfonds DWS Invest Nomura Japan Growth. Anleger kaufen damit im Wesentlichen ein konzentriertes Japan-Aktieninvestment mit Fokus auf wachstumsstarke große und mittlere Unternehmen. Die Diversifikation über Anlageklassen ist gering. Zudem war 2025 gerade das Marktumfeld für Substanzwerte günstiger als für Wachstumswerte, was den Fonds relativ belastete.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt bei der Hauptanteilklasse 1,36 % p. a., zusätzlich kann ein Ausgabeaufschlag von bis zu 4 % anfallen. Für Privatanleger schmälert das die Nettorendite spürbar, besonders bei kürzerem Anlagehorizont. Die institutionelle Anteilklasse FCH ist mit 0,71 % p. a. deutlich günstiger, setzt aber grundsätzlich eine hohe Mindestanlage voraus.
Das Währungsrisiko wird durch Derivate abgesichert. Das ist für Euro-Anleger grundsätzlich positiv, weil Yen-Schwankungen reduziert werden sollen. Gleichzeitig entstehen dadurch eigene Risiken: Derivate-Exposure, Kontrahentenrisiken und eine durchschnittliche Hebelwirkung von 2,2. Der Fonds ist also nicht als defensives Investment zu verstehen.
Nachhaltigkeitsorientierte Anleger sollten beachten, dass es sich um ein Artikel-6-Produkt nach SFDR handelt. Der Fonds verfolgt keine ESG- oder nachhaltige Anlagepolitik und berücksichtigt keine wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren.
Insgesamt eignet sich der Fonds vor allem für Anleger, die gezielt auf japanische Aktien, Strukturwandel, Technologie, Industrie und langfristiges Gewinnwachstum setzen wollen. Die Performance 2025 war stark, aber sie ging mit deutlichen Markt-, Stil-, Länder- und Währungsabsicherungsrisiken einher. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kann der Fonds interessant sein; als Kerninvestment wäre er wegen der starken Japan- und Growth-Ausrichtung eher zu einseitig.