Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein gemischtes, aber insgesamt weiterhin positives Bild. Der Fonds erzielte 2025 einen Wertzuwachs von 3,6 %, was angesichts des starken KI-Trends eher moderat wirkt. Besonders im Vergleich zur 3-Jahres-Performance von 100,7 % bleibt jedoch erkennbar, dass Anleger langfristig stark vom KI- und Technologiethema profitiert haben.
Der Fonds ist als Feederfonds nahezu vollständig in den Masterfonds DWS Invest Artificial Intelligence MFC investiert. Damit hängt die Entwicklung praktisch direkt von der Qualität und Ausrichtung des Masterfonds ab. Zum Jahresende 2025 waren 99,36 % des Fondsvermögens in diesen Masterfonds investiert; Liquidität spielte nur eine Nebenrolle.
Positiv hervorzuheben ist die klare thematische Positionierung: Profitiert wurde insbesondere vom Ausbau der KI-Infrastruktur, von Halbleiterwerten sowie von asiatischen Technologietiteln aus Taiwan, Korea und China. Aktien wie SK Hynix, Samsung Electronics, Delta Electronics, Amphenol, KLA und Alphabet lieferten starke Beiträge. Das bestätigt, dass der Fonds stark auf die „Schaufelverkäufer“ des KI-Booms setzt: Chips, Hardware, Infrastruktur und Daten.
Kritisch ist jedoch die hohe Abhängigkeit vom Technologiesektor. Softwarewerte belasteten die Performance, weil Investoren zunehmend befürchten, dass KI bestehende Softwaremodelle angreifen oder ersetzen könnte. Verluste bzw. schwache Beiträge kamen unter anderem von Trade Desk, Duolingo und Redcare Pharmacy. Dass das Management Trade Desk und Duolingo verkaufte, zeigt aktive Risikosteuerung, aber auch, wie schnell sich Gewinnerwartungen im KI-Sektor drehen können.
Die Kosten sind für Anleger ein wichtiger Punkt: Die Gesamtkostenquote beträgt 1,77 % p.a., die Kostenpauschale 1,70 %. Für einen thematischen Aktienfonds ist das nicht ungewöhnlich, aber hoch genug, um in schwächeren Marktphasen deutlich auf die Nettorendite zu drücken. Der ordentliche Nettoertrag war mit -6,62 Mio. EUR negativ; das Jahresergebnis wurde vor allem durch realisierte Veräußerungsgewinne getragen.
Das Fondsvermögen sank leicht von 546,0 Mio. EUR auf 543,7 Mio. EUR, obwohl ein positives Jahresergebnis erzielt wurde. Grund war ein Netto-Mittelabfluss von rund 20,2 Mio. EUR. Das deutet darauf hin, dass Anleger trotz positiver Wertentwicklung teilweise Gewinne mitgenommen oder Kapital abgezogen haben.
Nachhaltigkeitsseitig ist der Fonds als Artikel-8-Produkt eingestuft. Positiv sind 0 % Engagement in fossilen Brennstoffen, kontroversen Waffen sowie Verstößen gegen UNGC/OECD-Leitsätze. Der Anteil nachhaltiger Investitionen stieg auf 19,09 %. Allerdings strebt der Fonds keine nachhaltigen Investitionen als Hauptziel an und weist 0 % beworbene EU-Taxonomiequote aus.
Fazit:
Der DWS Artificial Intelligence bleibt ein chancenreicher, aber risikoreicher Themenfonds für Anleger, die langfristig an den KI-Strukturtrend glauben. Die starke 3-Jahres-Performance spricht für das Konzept, während die schwache relative Dynamik 2025, hohe Technologiekonzentration, geopolitische Risiken und Kostenquote zur Vorsicht mahnen. Für breit diversifizierte Anleger kann der Fonds eine interessante Beimischung sein; als Kerninvestment erscheint er wegen der Themen- und Sektorkonzentration weniger geeignet.