Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht insgesamt positiv aus: Der HP&P Stiftungsfonds erzielte 2025 eine sehr starke Wertentwicklung von +21,03 % bis +22,69 % je nach Anteilklasse und lag damit deutlich über der angegebenen Benchmark von +6,93 %. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Performance trotz eines reduzierten Marktrisikos durch Derivate erreicht wurde.
Der Fonds verfolgt eine systematische Aktienstrategie mit Fokus auf europäische Dividendenwerte. Das Portfolio war zum Jahresende mit 98,35 % nahezu vollständig in Aktien investiert, ergänzt durch einen kleinen Anteil an Investmentfonds und Liquidität. Die größten Ländergewichte lagen in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien. Damit ist der Fonds zwar breit über rund 50 Werte gestreut, bleibt aber klar ein europäischer Aktienfonds mit entsprechendem Marktrisiko.
Positiv zu bewerten ist der starke Mittelzufluss: Das Fondsvermögen stieg von 10,1 Mio. EUR auf 21,2 Mio. EUR. Ein großer Teil dieses Wachstums stammt allerdings nicht nur aus Performance, sondern auch aus Nettozuflüssen von rund 8,85 Mio. EUR. Das zeigt gestiegenes Anlegerinteresse, verwässert aber nicht die gute operative Entwicklung.
Kritisch zu sehen sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote liegt je nach Anteilklasse bei 1,20 % bis 1,35 %, zusätzlich fällt bei den Anteilklassen A und R eine erfolgsabhängige Vergütung an. Besonders die Anteilklasse R wirkt mit 3 % Ausgabeaufschlag, 1,35 % laufenden Kosten und 1,28 % Performance Fee weniger attraktiv. Für kostenbewusste Anleger erscheint die Anteilklasse S deutlich günstiger, sofern zugänglich.
Die Ausschüttung beträgt in allen Anteilklassen 3,30 EUR je Anteil. Anleger sollten jedoch beachten, dass ein Teil der Ausschüttung aus dem Sondervermögen stammt. Sie ist daher nicht vollständig durch laufende Erträge gedeckt. Für Stiftungen oder Anleger mit Ausschüttungsbedarf ist das zwar interessant, langfristig sollte aber geprüft werden, ob die Ausschüttung nachhaltig erwirtschaftet wird.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Derivateeinsatz. Die Futures dienen zur Reduzierung des Marktrisikos, führten 2025 aber zu realisierten Verlusten. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate bei 1,53. Das spricht für ein aktives Risikomanagement, erhöht aber die Komplexität des Fonds.
Fazit: Der HP&P Stiftungsfonds hat 2025 ein überzeugendes Anlagejahr geliefert. Die Kombination aus starker Aktienselektion, Dividendenfokus und Risikosteuerung funktionierte sehr gut. Für Anleger ist der Fonds interessant, wenn sie europäische Aktienchancen mit Ausschüttungsprofil suchen. Vorsicht ist jedoch bei Kosten, Derivateeinsatz und der Nachhaltigkeit der Ausschüttungen geboten. Besonders attraktiv erscheint der Fonds eher in der günstigeren Anteilklasse S als in den teureren Klassen A oder R.