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Sunrise Fund: Solider Start mit breiter Streuung, aber noch kurzer Historie und erhöhtem Risikoprofil

geralt (CC0), Pixabay

Der Sunrise Fund hat sein erstes Rumpfgeschäftsjahr vom 01.10.2025 bis 31.12.2025 mit einer Wertentwicklung von +2,83 % abgeschlossen. Für einen neu aufgelegten, aktiv gesteuerten Multi-Asset-Fonds ist dies ein ordentlicher Start, allerdings ist die Aussagekraft wegen des sehr kurzen Berichtszeitraums von nur drei Monaten begrenzt.

Aus Anlegersicht positiv ist die breite Streuung des Fondsvermögens von 25,7 Mio. EUR. Das Portfolio besteht aus 33,84 % Aktien, 27,91 % Investmentanteilen, 25,78 % Anleihen, 10,10 % Zertifikaten/Rohstoff-ETCs sowie geringer Liquidität. Damit ist der Fonds nicht einseitig auf Aktien ausgerichtet, sondern kombiniert Aktien-, Renten-, Rohstoff- und ETF-Positionen. Die größten geografischen Aktienanteile liegen in den USA mit 14,70 % und in Deutschland mit 7,35 %. Auffällig ist die Beimischung von Gold, Silber, Platin und Brent-Öl über Zertifikate/ETCs, wodurch zusätzliche Diversifikation entsteht, aber auch Rohstoffpreisrisiken ins Portfolio kommen.

Die Strategie ist klar wachstumsorientiert: Der Fonds darf zwischen 51 % und 80 % in Aktien und aktienähnliche Anlagen investieren. Im Bericht wird beschrieben, dass das Aktienmarktexposure aktiv zwischen 22 % und 58 % gesteuert wurde. Das spricht für ein flexibles Risikomanagement, gleichzeitig hängt der Anlageerfolg stark von der Qualität des quantitativen Modells des Asset Managers Yellowfin ab.

Die Ertragslage zeigt, dass der Großteil des Ergebnisses nicht aus laufenden Erträgen, sondern aus nicht realisierten Kursgewinnen stammt. Das Jahresergebnis beträgt 708.080 EUR, davon entfallen 682.272,70 EUR auf nicht realisierte Ergebnisse. Realisierte Gewinne und Verluste lagen nahe beieinander; das realisierte Ergebnis betrug nur 25.807,48 EUR. Für Anleger bedeutet das: Die bisherige Performance ist erfreulich, aber noch nicht nachhaltig durch längere Ertragshistorie bestätigt.

Kostenseitig liegt die Gesamtkostenquote bei 0,77 % für das Rumpfgeschäftsjahr, ohne Transaktionskosten. Hinzu kommen Transaktionskosten von 8.770,98 EUR sowie laufende Kosten innerhalb der gehaltenen Zielfonds. Für einen aktiv gesteuerten Multi-Asset-Fonds erscheint die Kostenbelastung nicht außergewöhnlich hoch, sollte aber weiter beobachtet werden, da Dachfonds- und ETF-Strukturen zusätzliche indirekte Kosten verursachen können.

Die Risiken sind für Anleger wesentlich: Aktienrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken, Bonitätsrisiken, Rohstoffrisiken sowie Derivaterisiken sind vorhanden. Besonders relevant ist die Fremdwährungsexponierung, da ein erheblicher Teil der Anlagen in USD notiert. Der Fonds steuerte zwar das FX-Risiko aktiv, dennoch bleibt der Wechselkurs EUR/USD ein wichtiger Einflussfaktor.

Positiv zu werten ist der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk von Deloitte. Der Jahresbericht entspricht nach Prüfung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens.

Fazit: Der Sunrise Fund zeigt einen gelungenen operativen Start mit positiver Anfangsperformance, breiter Diversifikation und aktivem Risikomanagement. Für wachstumsorientierte Anleger mit mittlerer bis erhöhter Risikobereitschaft kann der Fonds interessant sein. Zurückhaltung ist jedoch angebracht, weil die Historie extrem kurz ist, die Performance stark von nicht realisierten Kursgewinnen geprägt wurde und das quantitative Managementmodell seine Stabilität erst über längere Marktphasen beweisen muss.

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