Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht insgesamt ordentlich, aber nicht uneingeschränkt überzeugend aus. Der Fonds erzielte 2025 eine positive Wertentwicklung von +7,29 % in der Anteilklasse R A und +7,28 % in R D. Damit konnte das Management ein schwieriges, von Zollpolitik, US-Dollar-Schwäche, hoher Volatilität und geopolitischen Risiken geprägtes Marktumfeld erfolgreich nutzen.
Positiv hervorzuheben ist die aktive Portfoliosteuerung: Das Management reduzierte zeitweise US- und Technologiewerte, erhöhte europäische Aktien, baute Schwellenländerpositionen aus und nutzte Gold taktisch. Besonders die strukturellen Übergewichtungen in Aktien und Gold wirkten unterstützend. Die größten Aktienpositionen zeigen ein breit gestreutes Portfolio mit Titeln wie ASML, Microsoft, Allianz, JPMorgan, Alphabet, Amazon, AstraZeneca, SAP und Siemens.
Kritisch ist jedoch der deutliche Rückgang des Fondsvermögens von 121,6 Mio. EUR auf 113,7 Mio. EUR. Hauptgrund war nicht die Performance, sondern ein erheblicher Mittelabfluss von rund 16,1 Mio. EUR. Das zeigt, dass Anleger im Berichtsjahr netto Kapital abgezogen haben. Für bestehende Anleger ist das kein unmittelbares Qualitätsurteil, aber ein Warnsignal hinsichtlich Nachfrage, Vertrieb oder Anlegervertrauen.
Die Kostenbelastung ist ebenfalls relevant: Die Gesamtkostenquote beträgt 1,58 %, zusätzlich fallen Transaktionskosten von 176.449,85 EUR an. Für einen aktiv gemanagten globalen Aktienfonds ist das nicht ungewöhnlich, aber die Rendite muss diese Kosten dauerhaft rechtfertigen. Der Ausgabeaufschlag von 5,50 % ist für Neuanleger besonders schwerwiegend, sofern er tatsächlich anfällt.
Die Portfolioausrichtung bleibt chancenreich, aber risikobehaftet. Rund 76 % des Fondsvermögens sind direkt in Aktien investiert, dazu kommen Investmentanteile, Gold-ETC, Bitcoin-ETP und Derivate. Die Beimischung von Gold war 2025 vorteilhaft, während die kleine Bitcoin-Position zusätzliche Volatilität bringt. Derivate wurden nur moderat eingesetzt; die durchschnittliche Hebelwirkung von 1,08 wirkt kontrolliert.
Ein weiterer Punkt: Der Fonds ist ein Artikel-6-Produkt nach SFDR. Er bewirbt also keine ökologischen oder sozialen Merkmale und verfolgt kein nachhaltiges Anlageziel. Für Anleger mit ESG-Fokus ist das ein Nachteil.
Fazit: Der Berenberg Aktien Global Plus hat 2025 eine solide positive Rendite erzielt und das Management zeigte Flexibilität in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die breite Streuung, die taktische Goldquote und die aktive Anpassung der Regionen- und Sektorengewichtung sprechen für ein professionelles Management. Belastend wirken jedoch die hohen Kosten, der Ausgabeaufschlag und die deutlichen Mittelabflüsse. Für langfristig orientierte Anleger kann der Fonds interessant sein, wenn sie aktives Management, globale Aktienrisiken und Beimischungen wie Gold und Kryptowährungen bewusst akzeptieren. Eine klare Kaufentscheidung ergibt sich aus dem Bericht allein jedoch nicht.