Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht insgesamt positiv aus: Der Fonds erzielte 2025 in allen Anteilklassen eine starke Wertentwicklung von +7,87 % bis +8,46 %. Besonders überzeugend ist die Kombination aus Rendite und vergleichsweise moderater Volatilität: Für die Anteilklasse I werden +8,41 % bei 7,8 % Volatilität und über drei Jahre 10,8 % p.a. bei 6,9 % Volatilität ausgewiesen. Das spricht für eine gut funktionierende Strategie seit der Neuausrichtung auf europäische Dividenden- und Volatilitätsprämien.
Die Erträge stammen jedoch nicht aus klassischen Aktien- oder Anleiheinvestments, sondern fast vollständig aus Optionsstrategien auf europäische Aktien- und Dividendenmärkte. Zum Jahresende bestanden 52,09 % des Fondsvermögens aus Derivaten, weitere 48,17 % lagen in Bankguthaben und Termingeldern. Klassische Wertpapiere waren nicht im Bestand. Damit ist der Fonds weniger ein traditioneller Mischfonds, sondern eher ein spezialisiertes Derivate- und Risikoprämienprodukt.
Positiv hervorzuheben ist die hohe Liquiditätsquote. Die Bankguthaben und Termingelder dienen der Stabilisierung und dem Risikomanagement. Auch der ausgewiesene tägliche Value-at-Risk blieb mit durchschnittlich 1,81 % unter kritischen Marken. Gleichzeitig zeigt die durchschnittliche Hebelwirkung von 12,20, dass das ökonomische Exposure deutlich größer ist als das Fondsvermögen. Das ist für Anleger der zentrale Risikopunkt.
Die Fondsgröße stieg leicht von 57,35 Mio. EUR auf 58,58 Mio. EUR, obwohl netto 3,44 Mio. EUR Mittel abgeflossen sind. Das Wachstum resultierte also aus der positiven Performance, nicht aus neuen Zuflüssen. Besonders bei den Anteilklassen I und R gingen die umlaufenden Anteile weiter zurück. Das sollte beobachtet werden, da anhaltende Mittelabflüsse langfristig die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität eines Fonds beeinträchtigen können.
Kostenseitig ist die Anteilklasse S mit 1,29 % TER am attraktivsten, gefolgt von I mit 1,34 %. Die Retail-Klasse R ist mit 1,84 % TER und zusätzlich 3 % Ausgabeaufschlag deutlich teurer. Für Privatanleger schmälert das die Nettorendite spürbar.
Ein weiterer Punkt: Trotz des Namensbestandteils „Absolute Return“ ist der Fonds nicht risikolos. Die Strategie hängt stark von europäischen Dividendenmärkten, Optionspreisen, Volatilität und Modellannahmen ab. In Stressphasen können Derivatepositionen schnell an Wert verlieren. Nachhaltigkeitsorientierte Anleger sollten außerdem beachten, dass der Fonds nur als Artikel-6-Produkt eingestuft ist und keine ökologischen oder sozialen Merkmale bewirbt.
Fazit: Der Fonds zeigte 2025 eine sehr gute risikoadjustierte Leistung und wirkt professionell gesteuert. Für erfahrene Anleger, die komplexe Derivatestrategien verstehen und gezielt alternative Renditequellen suchen, kann er interessant sein. Für konservative Anleger ist er trotz hoher Cashquote nur bedingt geeignet, weil die wesentlichen Chancen und Risiken aus komplexen Options- und Dividendenstrategien stammen.