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LWL Giannelli 2025: Solide Rendite mit offensiverer Aktienausrichtung, aber begrenztem Nachhaltigkeitsprofil

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des LWL Giannelli ein insgesamt positives, aber nicht risikofreies Bild. Der Fonds erzielte 2025 eine Wertentwicklung von +5,98 % und steigerte den Anteilwert von 111,16 EUR auf 117,81 EUR. Das Fondsvermögen wuchs deutlich von 55,58 Mio. EUR auf 68,33 Mio. EUR, wobei neben dem Anlageergebnis auch Netto-Mittelzuflüsse von 9,12 Mio. EUR beitrugen.

Die Portfolioausrichtung wurde im Jahresverlauf spürbar offensiver. Der Aktienanteil stieg von 43,69 % auf 52,82 %, während Anleihen und Investmentanteile relativ zurückgingen. Besonders auffällig ist die hohe Gewichtung von US-Aktien mit knapp 30 % des Fondsvermögens. Damit profitiert der Fonds stark von globalen Aktienmärkten, ist aber auch entsprechend anfällig für Bewertungsrückgänge, Währungsbewegungen und US-spezifische Risiken.

Positiv zu bewerten ist die breite Streuung über Aktien, Anleihen, ETFs, Liquidität und Derivate. Die Anlagestrategie wirkt aktiv und flexibel: Laut Bericht wurde die Aktienexponierung zwischen 12 % und 77 % gesteuert. Das spricht für ein dynamisches Risikomanagement. Auch das ausgewiesene Derivate-Exposure erscheint mit 0,07 % Bestand am Fondsvermögen und einer durchschnittlichen Hebelwirkung von 1,14 moderat.

Die Ertragslage ist solide. Der ordentliche Nettoertrag lag bei 535.532 EUR, der wesentliche Beitrag kam jedoch aus realisierten Veräußerungsgewinnen, insbesondere aus ausländischen Aktien. Das Jahresergebnis betrug 3,99 Mio. EUR. Anleger sollten daher beachten, dass die Performance stärker von Kursgewinnen als von laufenden Erträgen getragen wurde.

Die Kosten erscheinen für einen aktiv gemanagten Multi-Asset-Fonds angemessen: Die Gesamtkostenquote beträgt 0,90 %, hinzu kommen Transaktionskosten von 40.660 EUR. Für Anleger ist das vertretbar, sofern die aktive Steuerung auch künftig Mehrwert liefert.

Kritisch zu sehen ist das Nachhaltigkeitsprofil. Der Fonds ist lediglich als Artikel-6-Produkt nach SFDR eingestuft. Er bewirbt keine ökologischen oder sozialen Merkmale und verfolgt keine nachhaltigen Investitionen als Ziel. Für ESG-orientierte Anleger ist der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet.

Das Chancen-Risiko-Profil bleibt ausgewogen bis wachstumsorientiert. Die Aktienquote über 50 %, die starke USA-Gewichtung, Währungsrisiken sowie Zinsänderungsrisiken bei Anleihen sprechen für spürbare Schwankungsanfälligkeit. Gleichzeitig bietet die Multi-Asset-Struktur eine gewisse Risikodiversifikation.

Fazit:
Der LWL Giannelli hat 2025 ein solides Ergebnis erzielt und durch aktive Steuerung sowie breite Streuung überzeugt. Für Anleger mit mittlerer bis höherer Risikobereitschaft kann der Fonds interessant sein, insbesondere wenn sie eine flexible globale Multi-Asset-Strategie suchen. Wer dagegen hohe laufende Erträge, geringe Schwankungen oder ein klares Nachhaltigkeitsprofil erwartet, sollte den Fonds kritischer prüfen.

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