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Deka-Sachwerte 2025: Solide Rendite, aber komplexes Risikoprofil und sinkendes Fondsvolumen

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 des Deka-Sachwerte ein gemischtes, insgesamt aber ordentliches Bild. Positiv ist vor allem, dass der Fonds in einem von Zinssenkungen, rückläufiger Inflation und starken Aktienmärkten geprägten Umfeld eine positive Jahresrendite erzielt hat: +4,1 % in der Anteilklasse CF und +3,8 % in der Anteilklasse TF. Damit hat der Fonds seine Funktion als breit gestreutes Sachwerteprodukt grundsätzlich erfüllt. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass die Erträge nicht primär aus laufenden Ausschüttungen stammen, sondern stark von aktiver Steuerung, Derivaten und taktischer Allokation abhängen.

Der Fonds verfolgt keinen klassischen Buy-and-Hold-Ansatz, sondern eine aktive Trendfolgestrategie. Das ist aus Anlegersicht wichtig, weil die Ergebnisse damit stärker vom Management und den verwendeten Modellen abhängen als bei einem passiven Mischfonds. Im Berichtsjahr war dies offenbar vorteilhaft: Besonders die derivativen Aktienpositionen haben zur Wertentwicklung beigetragen. Das spricht für eine funktionierende taktische Steuerung im Jahr 2025, erhöht aber zugleich die Komplexität und das Verständnisrisiko für Anleger. Wer ein einfaches, transparentes Portfolio sucht, dürfte dieses Produkt als eher anspruchsvoll empfinden.

Die Portfoliostruktur wirkt auf den ersten Blick diversifiziert, ist aber in der Praxis klar von einigen großen Blöcken geprägt. Zum Jahresende entfielen rund 22,9 % auf Immobilienfonds, 33,6 % auf Staats- und staatsnahe Anleihen, 14,0 % auf gemischte Fonds, 13,4 % auf Rohstoffzertifikate und 10,1 % auf Aktienfonds. Hinzu kamen Futures, insbesondere zur Erhöhung des Aktienexposures. Das bedeutet: Der Fonds ist kein klassischer defensiver Rentenfonds, sondern ein Multi-Asset-Produkt mit realwertnaher Ausrichtung, bei dem Immobilien, inflationsgebundene Anleihen und Gold bzw. Rohstoffexposure eine tragende Rolle spielen.

Besonders auffällig ist die hohe Gewichtung einzelner Positionen. Auf der Anleiheseite dominiert die deutsche inflationsindexierte Bundesanleihe 2015/2026 mit rund 17,4 % des Fondsvermögens, dazu kommt eine KfW-Anleihe 2024/2027 mit 15,6 %. Bei den Immobilienfonds ist WestInvest ImmoValue mit knapp 22,9 % ein sehr großer Einzelbaustein. Auf der Rohstoffseite konzentriert sich das Exposure fast vollständig auf physisch besicherte Gold-Zertifikate, davon allein ein iShares-Produkt mit 13,4 % Fondsanteil. Für Anleger heißt das: Trotz breiter Überschriften wie „Sachwerte“ ist der Fonds in Wahrheit nicht gleichmäßig diversifiziert, sondern stark von einigen Kernpositionen abhängig.

Positiv zu bewerten ist, dass der Fonds 2025 das Zinsrisiko im Rentenbereich reduziert hat. Das Management hat Staatsanleihen und derivative Zinspositionen abgebaut. In einem Umfeld sinkender Leitzinsen war das zwar nicht zwingend der offensivste Schritt, es kann aber als vorsichtige Risikosteuerung interpretiert werden. Gleichzeitig wurde das Aktienengagement netto erhöht, insbesondere über Futures. Das deutet darauf hin, dass das Management das positive Aktienmarktumfeld nutzen wollte, ohne die Fondsstruktur vollständig umzubauen. Aus Anlegersicht ist das effizient, aber eben auch mit Hebel- und Modellrisiken verbunden.

Ein wichtiger Punkt ist die Ertragsqualität. Die ordentlichen Nettoerträge waren eher überschaubar: in der CF-Klasse lag der ordentliche Nettoertrag bei 0,69 Euro je Anteil, während der Großteil des Jahresergebnisses aus realisierten Veräußerungsgewinnen stammt. Das ist nicht zwingend negativ, zeigt aber: Die Rendite wurde 2025 vor allem aktiv erwirtschaftet, nicht durch hohe laufende Zins- oder Dividendenerträge. Wer auf stabile laufende Ausschüttungen aus dem Portfolio setzt, sollte das beachten. Die Ausschüttung lag bei 2,51 Euro je Anteil in CF und 2,43 Euro je Anteil in TF.

Kritisch ist aus Investorensicht das schrumpfende Fondsvolumen auf Anteilklassenebene. Obwohl die Anteilwerte gestiegen sind, gingen in beiden Anteilklassen per saldo Mittel ab. Das Vermögen der CF-Klasse sank von 95,95 Mio. Euro auf 94,33 Mio. Euro, das der TF-Klasse von 89,95 Mio. Euro auf 86,20 Mio. Euro. Zusammengenommen liegt das Gesamtfondsvermögen bei rund 180,5 Mio. Euro. Das ist nicht bedrohlich klein, aber die Nettoabflüsse zeigen, dass Anleger dem Fonds 2025 eher Kapital entzogen als zugeführt haben. Solche Abflüsse sind kein Alarmzeichen, können aber auf eine begrenzte Marktakzeptanz oder Konkurrenzdruck durch günstigere Multi-Asset-Alternativen hindeuten.

Ein weiterer klarer Nachteil sind die Kosten. Die laufenden Kosten betragen 1,74 % in CF und 2,08 % in TF. Für einen Fonds, der zu großen Teilen über ETFs, Fondsbausteine und standardisierte Instrumente investiert, ist das aus heutiger Anlegerperspektive eher hoch. Besonders die TF-Klasse wirkt teuer, auch wenn sie keinen Ausgabeaufschlag hat. Die CF-Klasse ist kostenseitig attraktiver, verlangt aber einen Ausgabeaufschlag von 3 %. Für langfristige Anleger ist die CF-Klasse nur dann sinnvoller, wenn der Ausgabeaufschlag reduziert oder vermieden werden kann. Ohne Rabatt ist der Einstiegshürdeffekt spürbar.

Das Risikoprofil des Fonds ist höher, als die Bezeichnung „Sachwerte“ vielleicht vermuten lässt. Derivate spielen eine relevante Rolle; das zugrundeliegende Derivate-Exposure lag bei über 52,5 Mio. Euro. Der durchschnittliche Leverage betrug nach Bruttomethode 128,66 %, nach Commitment-Methode 108,09 %. Das ist nicht exzessiv, aber klar oberhalb eines rein unlevered Multi-Asset-Fonds. Positiv ist, dass die ausgewiesenen VaR-Werte moderat blieben und es laut Bericht keine Risikolimitüberschreitungen gab. Auch größere Liquiditätsprobleme traten nicht auf; die Liquiditätsquote lag im Durchschnitt bei 76 %. Trotzdem bleibt festzuhalten: Immobilienfonds, Rohstoffzertifikate, Futures und Wertpapierleihe machen das Produkt für konservative Anleger erklärungsbedürftig.

Beim Thema Nachhaltigkeit ergibt sich ein differenziertes Bild. Der Fonds ist kein Artikel-9-Produkt und berücksichtigt die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht. Gleichzeitig wurden laut Bericht PAI-Aspekte berücksichtigt und schwere negative Nachhaltigkeitswirkungen weitgehend ausgeschlossen. Für ESG-orientierte Anleger ist das ein Mittelweg: kein klar nachhaltiger Fonds, aber auch kein vollkommen unselektiertes Produkt.

Unterm Strich ist der Deka-Sachwerte aus Anlegersicht ein solider, aber kein unkomplizierter Fonds. Er hat 2025 eine vernünftige positive Rendite geliefert und dabei von seiner taktischen Flexibilität profitiert. Seine Stärken liegen in der breiten Sachwertausrichtung, dem Einsatz von Inflationsschutzbausteinen, der aktiven Allokation und der Fähigkeit, Markttrends zu nutzen. Die Schwächen sind die vergleichsweise hohen Kosten, die Abhängigkeit von aktiven Managemententscheidungen, die Komplexität durch Derivate sowie die Konzentration auf einige große Einzelbausteine.

Für Anleger ist der Fonds daher vor allem dann interessant, wenn sie ein aktiv gemanagtes Multi-Asset-Sachwerteprodukt suchen und bereit sind, dafür höhere Kosten sowie ein komplexeres Risikoprofil zu akzeptieren. Weniger passend ist er für Anleger, die maximale Kosteneffizienz, hohe Transparenz oder eine rein defensive Vermögensanlage erwarten.

Fazit:
Der Jahresbericht 2025 vermittelt den Eindruck eines Fonds, der seine Anlageidee im Berichtsjahr ordentlich umgesetzt hat. Die Rendite ist respektabel, aber nicht spektakulär. Der entscheidende Punkt für Anleger ist daher nicht nur die Performance, sondern die Frage, ob sie das Kosten-/Komplexitätsniveau dieses aktiv gesteuerten Sachwertefonds dauerhaft akzeptieren wollen. Für überzeugte Anhänger aktiver Allokation ist das Produkt interessant; für kostenbewusste Anleger gibt es vermutlich einfachere Alternativen.

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