Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt solides Bild: Der Deka-Sigma Plus Konservativ hat in einem freundlichen, aber nicht risikolosen Kapitalmarktumfeld eine Jahresperformance von 3,2 % erzielt. Für einen konservativ ausgerichteten, aktiv gemanagten Mischfonds ist das ein ordentliches Ergebnis. Noch wichtiger ist: Die Wertentwicklung wirkt nicht zufällig, sondern ist durch eine breit diversifizierte Allokation, kontrollierten Derivateeinsatz und eine erkennbare Risikosteuerung unterlegt.
Der Fonds investiert global in Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Zielfonds sowie in geringerem Umfang in Gold. Mit einem Aktienanteil von 32,2 % liegt er nahe an der maximal zulässigen Quote von 35 %. Das ist für einen konservativen Fonds bereits eine recht ambitionierte Aktienbeimischung, wurde aber teilweise über Futures und Optionen wieder heruntergesteuert. Das spricht für ein Management, das bewusst Risiko nimmt, dieses aber aktiv begrenzen will.
Positiv fällt auf, dass der Fonds 2025 von mehreren Ertragsquellen profitieren konnte. Der ordentliche Nettoertrag lag bei rund 1,22 Mio. Euro, zusätzlich kam ein positives Veräußerungsergebnis von rund 1,31 Mio. Euro hinzu. Schwächer war dagegen die Entwicklung auf der Bewertungsseite: Die nicht realisierten Ergebnisse waren mit rund -0,62 Mio. Euro negativ. Das zeigt, dass der Fonds zwar im laufenden Management Erträge und Handelsgewinne generierte, ein Teil davon aber durch Marktwertschwankungen wieder aufgezehrt wurde. Für Anleger ist das typisch für ein Jahr, in dem Gewinne zunehmend aus taktischer Steuerung und weniger aus einem ruhigen „Buy-and-Hold“-Umfeld stammen.
Die Portfoliostruktur ist grundsätzlich plausibel für einen defensiven Multi-Asset-Fonds. Auffällig ist jedoch der hohe Anteil an Investmentfonds und ETFs von 35,6 %, darunter mehrere Renten-ETFs und gruppeneigene Produkte. Das erhöht die Diversifikation, macht die Struktur aber auch komplexer und teilweise indirekter. Anleger kaufen hier nicht nur Einzelanleihen und Aktien, sondern in erheblichem Umfang eine Dachfonds- bzw. ETF-Lösung. Das ist effizient, birgt aber das Risiko, dass die tatsächliche Portfoliosteuerung für Außenstehende weniger transparent ist als bei einem rein direkt investierenden Fonds.
Auf der Aktienseite dominiert klar die USA mit über 21 % des Fondsvermögens. Die größten Einzelpositionen wie NVIDIA, Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon zeigen, dass der Fonds trotz konservativer Ausrichtung von der US-Technologiehausse profitiert hat. Das war 2025 renditestützend, bedeutet aber zugleich: Ein Teil des Erfolgs hängt an hoch bewerteten US-Wachstumswerten. Für einen konservativen Anleger ist das kein Ausschlusskriterium, aber ein Punkt, den man kennen sollte.
Die Anleiheseite ist ebenfalls gemischt aufgestellt. Direkt gehalten werden vor allem Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA. Hinzu kommen große Positionen in Unternehmensanleihen-ETFs, darunter ESG- und High-Yield-Produkte sowie Schwellenländeranleihen. Das ist aus Renditesicht sinnvoll, weil reine Staatsanleihen in den letzten Jahren oft zu wenig Ertrag boten. Gleichzeitig steigt dadurch aber das Kreditrisiko. Besonders die Beimischung von High-Yield-Bonds passt nur bedingt zu einem sehr sicherheitsorientierten Anlegerprofil.
Ein klares Plus ist die Risikosteuerung. Der Fonds nutzt Derivate nicht exzessiv spekulativ, sondern vor allem zur Steuerung von Aktien-, Zins- und Währungsrisiken. Der durchschnittliche Value-at-Risk lag bei 2,38 %, der maximale bei 2,90 %. Für einen konservativen Mischfonds ist das ein Hinweis auf ein kontrolliertes Gesamtrisikobudget. Auch das Marktrisiko scheint im regulatorischen Rahmen sauber überwacht worden zu sein.
Wichtig ist aus Anlegersicht aber auch die Währungsseite. Rund 55 % der Anlagen notierten in Fremdwährungen, vor allem US-Dollar. Zwar wurden teilweise Währungsabsicherungen vorgenommen, aber eben nur partiell. Das heißt: Der Fonds ist nicht nur vom Aktien- und Rentenmarkt abhängig, sondern auch von Währungsbewegungen. Für Euro-Anleger kann das in guten Jahren helfen, in anderen Jahren aber deutlich belasten.
Ein weiterer Punkt ist die Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote von 0,93 % ist nicht niedrig, aber für einen aktiv gemanagten, globalen Multi-Asset-Fonds mit Zielfondseinsatz noch im vertretbaren Bereich. Sie ist jedoch hoch genug, dass der Fonds dauerhaft einen echten Mehrwert gegenüber günstigeren Mischfonds-ETFs liefern muss. Bei einer 1-Jahres-Rendite von 3,2 % sieht man, wie stark Kosten in defensiven Strategien ins Gewicht fallen.
Kritisch zu sehen ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Sondervermögen sank im Jahresverlauf von 77,3 Mio. Euro auf 67,5 Mio. Euro. Hauptursache war ein deutlicher Netto-Mittelabfluss von rund 10,7 Mio. Euro. Das ist kein Alarmzeichen, aber ein klarer Belastungsfaktor. Mittelabflüsse zwingen Fondsmanager unter Umständen zu Verkäufen, können die Kosteneffizienz verschlechtern und sind oft auch ein Signal dafür, dass Anleger den Fonds nicht mehr in gleichem Maße nachfragen.
Die Ausschüttung von 2,30 Euro je Anteil ist für einkommensorientierte Anleger positiv. Sie zeigt, dass der Fonds laufende Erträge tatsächlich in nennenswertem Umfang generiert. Wer jedoch primär Vermögensaufbau sucht, wird stärker auf die Gesamtrendite nach Kosten schauen müssen.
Im Bereich Nachhaltigkeit erfüllt der Fonds seine selbst gesetzten ESG-Kriterien offenbar konsequent. Positiv ist, dass 21,63 % der Investitionen als nachhaltig eingestuft werden und 90,67 % auf ökologische oder soziale Merkmale ausgerichtet sind. Allerdings sollte man das realistisch einordnen: Der Fonds ist kein Artikel-9-Impact-Produkt, sondern ein klassischer Artikel-8-Fonds mit ESG-Filtern. Nachhaltigkeit ist also ein wichtiges Selektionsmerkmal, aber nicht der alleinige Renditetreiber.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Deka-Sigma Plus Konservativ präsentiert sich 2025 als solider defensiver Mischfonds mit guter Diversifikation, aktiver Risikosteuerung und ordentlicher Ertragsqualität. Die Rendite ist für das Risikoprofil respektabel, die Struktur professionell, und das Management scheint die Marktchancen 2025 insgesamt vernünftig genutzt zu haben.
Weniger stark sind die Punkte Kosten, Komplexität durch hohen Zielfondseinsatz, relevante Fremdwährungsabhängigkeit und vor allem die spürbaren Mittelabflüsse. Hinzu kommt, dass der Fonds trotz „konservativ“ keineswegs risikolos ist: Aktienquote, High-Yield-Anleihen, Schwellenländerbonds und Derivateeinsatz machen ihn eher zu einem kontrolliert chancenorientierten Defensivfonds als zu einem klassischen Sicherheitsparkplatz.
Anlegerurteil:
Für Anleger, die eine breit gestreute, aktiv gesteuerte und einkommensorientierte Mischfondslösung suchen und dafür moderate Schwankungen akzeptieren, bleibt der Fonds interessant. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger oder kostenbewusste ETF-Investoren ist er dagegen nur bedingt überzeugend.