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VM BC Shareconcept Regional: Solide Erholung mit hoher DACH-Wette – chancenreich, aber klar überdurchschnittlich riskant
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VM BC Shareconcept Regional: Solide Erholung mit hoher DACH-Wette – chancenreich, aber klar überdurchschnittlich riskant

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2024/2025 ein gemischtes, insgesamt aber leicht positives Bild. Der Fonds hat sich nach einem schwierigen Marktumfeld wieder stabilisiert und für beide Anteilklassen eine positive Jahresperformance erzielt. Gleichzeitig bleibt das Profil sehr klar: Es handelt sich um einen aktiv gemanagten, stark konzentrierten Nebenwertefonds mit deutlichem Deutschland-Schwerpunkt. Damit ist der Fonds eher für risikobereite Anleger interessant, die gezielt auf eine Erholung des deutschen und österreichischen Small-/Mid-Cap-Segments setzen wollen.

Die wichtigste positive Aussage des Berichts ist die Rückkehr zu einer positiven Wertentwicklung. Im Berichtszeitraum legte die Anteilklasse I um 8,63 % und die Anteilklasse R um 8,10 % zu. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil das Fondsmanagement selbst von einer engen Kopplung an die schwache deutsche Konjunktur spricht und insbesondere den Microcap-Markt als belastet beschreibt. Dass der Fonds unter diesen Bedingungen trotzdem zulegen konnte, spricht dafür, dass das Stock-Picking im Geschäftsjahr grundsätzlich funktioniert hat. Das Fondsergebnis wurde allerdings in erster Linie von realisierten Gewinnen aus Aktienverkäufen getragen. Das ordentliche Nettoergebnis war mit nur 158.098 Euro auf Gesamtfondsebene relativ niedrig. Der Ertrag kam also weniger aus laufenden Ausschüttungen und mehr aus Kursrealisierungen.

Das Vermögen des Fonds stieg per 30.11.2025 auf 79,43 Mio. Euro nach 76,13 Mio. Euro im Vorjahr. Dieser Anstieg ist jedoch nicht auf frische Anlegergelder zurückzuführen, sondern trotz netter Mittelabflüsse von rund 1,74 Mio. Euro erreicht worden. Das ist ein wichtiger Punkt: Operativ hat der Fonds Wert geschaffen, aber er musste gleichzeitig Rückgaben verkraften. Aus Investorensicht ist das nicht ideal, aber auch kein Warnsignal, solange die Abflüsse moderat bleiben und das Management nicht zu erzwungenen Verkäufen zwingt.

Auffällig ist die sehr hohe Aktienquote von 94,97 %. Der Fonds ist also nahezu voll investiert und hält nur gut 5,26 % Liquidität. Das passt zu einem offensiven Aktienfonds, bedeutet aber auch, dass Anleger kaum mit einer defensiven Pufferwirkung rechnen können. In fallenden Märkten dürfte der Fonds entsprechend deutlich schwanken. Verstärkt wird dieses Profil durch die regionale Struktur: 78,72 % des Fondsvermögens entfallen auf Deutschland, 13,57 % auf Österreich und nur 2,67 % auf die Schweiz. Damit ist der Fonds im Kern eine Wette auf den deutschsprachigen Nebenwertemarkt, nicht auf Europa in der Breite.

Genau hier liegt zugleich die größte Chance und das größte Risiko. Wenn deutsche und österreichische Small Caps nach ihrer langen Schwächephase aufholen, kann der Fonds überdurchschnittlich profitieren. Wenn die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland anhält oder sich die Liquidität in Nebenwerten weiter verschlechtert, dürfte der Fonds stärker unter Druck geraten als breiter gestreute Europa-Fonds. Für konservative Anleger ist diese Konzentration zu hoch.

Die Portfoliostruktur bestätigt diesen Eindruck. Größte Positionen sind unter anderem Blue Cap AG (9,37 %), SBF AG (6,89 %), Medios AG (5,84 %), init innovation in traffic systems (5,63 %), All for One Group (5,19 %) und Nynomic AG (4,75 %). Mehrere Einzelpositionen liegen also klar über 4 oder 5 Prozent. Das spricht für Überzeugung des Managements, erhöht aber das Einzeltitelrisiko erheblich. Bei Small und Mid Caps können Gewinnwarnungen, Liquiditätsengpässe oder Bewertungsanpassungen wesentlich härter durchschlagen als bei Standardwerten.

Die im Jahresverlauf vorgenommenen Umschichtungen wirken aktiv und nachvollziehbar. Vollständig verkauft wurden unter anderem Apontis Pharma, CompuGroup Medical, Francotyp-Postalia und R. Stahl. Neu aufgenommen wurden Brockhaus Technologies, Gerresheimer, Kontron, sdm und Steyr Motors. Zudem wurden die Sektoren Informationstechnologie, Immobilien und Industrie ausgebaut. Das zeigt, dass das Management bewusst zyklische und unterbewertete Segmente besetzt. Aus Anlegersicht kann das attraktiv sein, weil gerade diese Bereiche in einer wirtschaftlichen Erholung stark reagieren. Allerdings sind dies auch die Segmente, die in Rezessionen oder bei Bewertungsdruck besonders volatil sind.

Positiv ist die Kostenstruktur, vor allem in der institutionellen Anteilklasse I. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,07 % und ist für einen aktiv gemanagten Nebenwertefonds noch vertretbar. Die Retail-Klasse R liegt mit 1,57 % bereits deutlich höher, was die Rendite stärker belastet. Hinzu kommt der Ausgabeaufschlag von derzeit 1,00 % bei I und 3,00 % bei R. Für Privatanleger ist die R-Klasse dadurch spürbar weniger attraktiv. Wer investieren möchte und Zugang hat, fährt mit der I-Klasse aus Kostensicht wesentlich besser.

Auch die Ausschüttung ist differenziert zu betrachten. Die Anteilklasse I schüttet 4,17 Euro je Anteil, die R-Klasse 1,61 Euro je Anteil aus. Das klingt ordentlich, sollte aber nicht mit einer klassischen, stabilen Dividendenstrategie verwechselt werden. Ein relevanter Teil der Ausschüttungsbasis stammt aus realisierten Gewinnen und sogar aus Zuführungen aus dem Sondervermögen. Für einkommensorientierte Anleger ist das also kein verlässlich defensives Ausschüttungsprofil.

Risikoseitig ist der Fonds eindeutig offensiv. Neben den allgemeinen Markt- und Aktienrisiken nennt der Bericht ausdrücklich die Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten und die hohe Abhängigkeit von Stimmungen im Nebenwertesegment. Hinzu kommt: Der Fonds nutzt keine Derivate zur Renditesteigerung, was positiv für die Transparenz ist, aber auch bedeutet, dass das Ergebnis fast vollständig aus der Auswahl der Aktien selbst kommt. Die VaR-Kennzahlen mit durchschnittlich 2,76 % deuten nicht auf exzessive formale Risikosteuerung hin, ändern aber nichts daran, dass die tatsächliche Marktvolatilität eines solchen Portfolios hoch bleiben kann.

Unterm Strich ist der Fonds aus Anlegersicht interessant, aber nichts für defensive Investoren. Er überzeugt durch eine erkennbare aktive Handschrift, eine positive Jahresperformance trotz schwierigen Umfelds und eine klare Positionierung im DACH-Nebenwertesegment. Gleichzeitig ist er stark konzentriert, sehr Deutschland-lastig und von einer Erholung kleinerer und mittlerer Unternehmen abhängig. Wer an ein Comeback von deutschen und österreichischen Small Caps glaubt und Schwankungen aushalten kann, findet hier ein fokussiertes Vehikel. Wer breite Diversifikation, planbare laufende Erträge und geringere Volatilität sucht, sollte eher Abstand nehmen.

Fazit aus Anlegersicht:
Der VM BC Shareconcept Regional ist ein spezialisierter Chancenfonds mit überzeugender Erholung im Berichtsjahr, aber einem klar überdurchschnittlichen Risiko-Profil. Attraktiv für Anleger mit langfristigem Horizont und hoher Risikotoleranz, weniger geeignet als Basisinvestment für vorsichtige oder breit diversifizierte Depots.

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