Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein insgesamt robustes und nachvollziehbares Bild eines defensiv bis ausgewogen ausgerichteten Multi-Asset-Fonds, der speziell für Unternehmen mit Pensionsverbindlichkeiten konzipiert ist. Der Fonds kombiniert überwiegend Anleihen mit einer substanziellen, aber kontrollierten Aktienquote. Für das Geschäftsjahr 2024/2025 fällt das Gesamturteil eher positiv aus: Der Fonds hat 5,70 % Performance erzielt, das Fondsvolumen ist deutlich auf 109,7 Mio. EUR gestiegen und die Portfoliostruktur wirkt grundsätzlich breit diversifiziert.
Positiv ist zunächst die klare strategische Ausrichtung. Der Fonds verfolgt kein aggressives Wachstumsziel, sondern möchte für institutionell geprägte Anleger ein kontinuierliches Kapitalwachstum bei kontrolliertem Risiko erreichen. Das passt zur Zielgruppe kleiner und mittlerer Unternehmen mit Pensionsverpflichtungen. Besonders wichtig: Die Aktienquote bleibt mit 25,94 % spürbar unter der zulässigen Obergrenze von 35 %. Damit bleibt der Fonds chancenorientiert, ohne den defensiven Grundcharakter aufzugeben.
Ein weiterer Pluspunkt ist die breite Streuung innerhalb des Rentenportfolios. Rund 55,7 % des Fondsvermögens stecken direkt in Anleihen, hinzu kommen Rentenbausteine über Investmentfonds. Die Bonitätsstruktur ist ordentlich: Der Bestand besteht fast vollständig aus Investment-Grade-Anleihen, mit Schwerpunkten bei A (40,21 %) und BBB (25,73 %) sowie nennenswerten Anteilen in AAA und AA. Das spricht für ein bewusst gesteuertes Kreditrisiko. Zugleich liegt die durchschnittliche Rendite des Basisportfolios mit 3,35 % auf einem Niveau, das für einen defensiven Mischfonds noch attraktiv erscheint.
Auch die Zinssteuerung wirkt vernünftig. Die durchschnittliche Restlaufzeit sank von 5,88 auf 5,41 Jahre, die modifizierte Duration von 4,43 auf 4,19. Das deutet darauf hin, dass das Management das Zinsänderungsrisiko etwas zurückgenommen hat. Gerade für einen pensionsnahen Fonds ist das sinnvoll, weil steigende oder länger hoch bleibende Zinsen bei längeren Laufzeiten Kursdruck erzeugen können. Der Fonds bleibt zwar zinssensitiv, aber nicht übermäßig.
Gut zu bewerten ist außerdem die Währungsabsicherung. Da der Fonds in mehreren Fremdwährungen investiert, wäre das Währungsrisiko sonst deutlich höher. Laut Bericht werden die Fremdwährungspositionen durch Devisentermingeschäfte weitgehend abgesichert. Für einen Euro-Anleger ist das ein Stabilitätsfaktor.
Kritischer zu sehen ist die starke Nutzung von Zielfonds. Fast 41 % des Vermögens liegen in Investmentanteilen. Das ist nicht automatisch negativ, aber es erhöht die Komplexität. Der Anleger kauft nicht nur die Entscheidungen des Hauptfondsmanagements, sondern indirekt auch die Strategien mehrerer Submanager bzw. Teilfonds. Dadurch entstehen zusätzliche Risiken: geringere Transparenz, Reaktionsverzögerungen und mögliche Strategieüberschneidungen. Positiv ist immerhin, dass das Management diese Struktur ausdrücklich überwacht und monatlich prüft.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der Fonds trotz defensiver Grundidee nicht völlig konservativ ist. Über Zielfonds bestehen gezielte Beimischungen in High Yield und Emerging Markets, sowohl auf der Renten- als auch auf der Aktienseite. Das verbessert die Ertragschancen, erhöht aber in Stressphasen die Schwankungsanfälligkeit. Für Anleger, die absolute Stabilität erwarten, ist das ein wichtiger Punkt. Für Anleger mit mittelfristigem Horizont ist diese Beimischung dagegen vertretbar, solange sie bewusst akzeptiert wird.
Die Kostenquote von 0,49 % ist für einen aktiv gesteuerten Multi-Asset-Fonds mit Zielfondsstruktur insgesamt ordentlich. Sie wirkt nicht überzogen. Positiv ist auch, dass keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge auf die gehaltenen Fondsanteile anfielen. Die Transaktionskosten sind mit gut 6.000 EUR im Verhältnis zum Fondsvolumen niedrig.
Die Entwicklung des Fondsvermögens ist ebenfalls erfreulich. Der Anstieg von 91,9 Mio. EUR auf 109,7 Mio. EUR wurde nicht nur durch die Wertentwicklung, sondern auch durch Netto-Mittelzuflüsse von 13,7 Mio. EUR getragen. Das kann als Vertrauenssignal interpretiert werden. Der Anteilwert stieg von 44,39 EUR auf 46,08 EUR. Gleichzeitig zeigt der Mehrjahresvergleich, dass der Fonds nach dem deutlichen Volumenrückgang 2022/2023 wieder auf einen Erholungspfad zurückgefunden hat, auch wenn das frühere Volumenniveau von 2021/2022 noch nicht erreicht ist.
Die Ausschüttung von 0,85 EUR je Anteil macht den Fonds zusätzlich für Anleger interessant, die neben Wertsteigerung auch laufende Erträge schätzen. Allerdings sollte man die Ausschüttung nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit der Gesamtperformance.
Auf der Risikoseite bleiben vor allem drei Punkte relevant. Erstens das Zinsänderungsrisiko, weil der Fonds weiterhin stark rentenlastig ist. Zweitens das Kreditrisiko, insbesondere durch BBB-Anleihen sowie High-Yield- und Emerging-Markets-Beimischungen. Drittens das Aktienmarktrisiko, auch wenn die Aktienquote moderat bleibt. Hinzu kommt, dass Nachhaltigkeitsaspekte nur begrenzt integriert sind: Der Fonds ist kein Artikel-8- oder Artikel-9-Produkt, berücksichtigt keine EU-Taxonomie-Kriterien und derzeit auch keine Principal Adverse Impacts (PAI). Für ESG-orientierte Anleger ist das klar ein Nachteil.
Unterm Strich wirkt der HI-Pension Solutions-Fonds aus Anlegersicht wie ein solide gemanagter, institutionell geprägter Mischfonds mit defensiver Grundarchitektur und ausgewählten Renditebausteinen. Er ist kein Sicherheitsparkplatz, aber auch kein offensiver Wachstumsfonds. Die Kombination aus ordentlicher Performance, breiter Streuung, vernünftiger Kostenquote und kontrollierter Aktienquote spricht für Qualität. Weniger attraktiv ist er für Anleger, die maximale Transparenz, strikte Nachhaltigkeitskriterien oder ein sehr einfaches Portfolio bevorzugen.
Fazit:
Der Fonds macht im Geschäftsjahr 2024/2025 einen überzeugenden, aber nicht risikolosen Eindruck. Für Anleger mit mittel- bis langfristigem Horizont, die einen stabilitätsorientierten Mischfonds mit institutionellem Zuschnitt suchen, erscheint er interessant. Wer jedoch ein besonders einfaches, hochtransparentes oder klar nachhaltiges Produkt möchte, dürfte eher zurückhaltend sein.