1) Kurzfazit aus Anlegersicht
Der Fonds verfolgt ein defensiv bis ausgewogenes Multi-Asset-Konzept: Aktien nur ~8%, dafür Renten (~33%), Zertifikate (~19%) und vor allem Zielfonds/Investmentanteile (~55%). Im Geschäftsjahr 01.11.2024–31.10.2025 wurde eine Wertentwicklung von 9,15% (Geschäftsjahr) bzw. 8,59% über 1 Jahr erzielt – bei gleichzeitig moderatem ausgewiesenem Marktrisiko (VaR Ø 5,74%) und ohne Derivateeinsatz.
Für Anleger wirkt das wie ein Produkt, das Renditechancen primär über Fondsbausteine und strukturierte Ertragsprofile (Zertifikate) sucht, während die direkte Aktienquote bewusst niedrig bleibt.
2) Strategie & Portfolioaufbau: „Fonds-Dach“ plus strukturierte Bausteine
Anlageziel: stetiger Wertzuwachs (aktiv verwaltet, freie Portfolioentscheidungen).
Umsetzung 31.10.2025 (Vermögensübersicht):
Aktien: 8,32%
Verzinsliche Wertpapiere: 13,80%
Zertifikate: 19,45%
Investmentanteile (Zielfonds/ETFs/Fonds): 54,88%
Liquidität (Bankguthaben): 3,38%
Interpretation: Das ist weniger „klassischer Mischfonds“, sondern eher ein strukturierter Multi-Asset-Ansatz, bei dem die Rendite stark von Zielfonds-Auswahl und Zertifikate-Strukturen abhängt (z. B. Discount-/Express-/Basket-Produkte).
Positiv: breite Instrumentenpalette, klarer Fokus auf Liquidität/Handelbarkeit; keine Derivate im Berichtsjahr.
Zu beachten: Bei 55% Zielfonds ist die „Look-through“-Transparenz für Anleger geringer (man trägt indirekt deren Markt-, Zins-, Kredit- und ggf. Währungsrisiken).
3) Aktien-Exposure: klein, aber qualitativ und teils Fremdwährung
Aktienquote nahezu unverändert (8,28% → 8,32%).
Fremdwährungsaktien-Anteil innerhalb des Aktienblocks: 43,02% (leicht gesunken).
Branchengewichtungen innerhalb der Aktien (Ende): Schwerpunkte Gesundheit und Industrie, zudem Technologie und Versicherungen.
Einzelaktienliste enthält u. a. große, liquide Standardwerte sowie einzelne Wachstums-/Spezialwerte.
Anlegerimplikation: Das direkte Aktienrisiko ist begrenzt, aber nicht gleich null – und ein relevanter Teil hängt am USD/CHF (Währungseinfluss möglich).
4) Renten & Zinsrisiko: Rating verbessert, Zinssteuerung wirkt moderat
Rentenquote stieg deutlich: 26,24% → 33,25%.
Durchschnittsrating verbesserte sich von BBB- auf BBB+ (qualitativ besser, tendenziell niedrigere Renditen).
Renditeangabe Renten sank um 0,9 Prozentpunkte (plausibel durch höhere Bonität).
Effective Duration Rentenbestand: 3,99 → spricht für moderates Zinsänderungsrisiko.
Auffällig: durchschnittliche Restlaufzeit 39,04 Jahre bei gleichzeitig moderater Duration. Das deutet auf Strukturen/Floaters/Call-Features hin, die die Zinssensitivität drücken können, obwohl die Endfälligkeiten lang sind.
Anlegerimplikation: Zinsrisiko wirkt kontrolliert, Kreditrisiko ist Investment-Grade-lastig, aber nicht „nur top“ (Bandbreite AA- bis BB+).
5) Zertifikate: Renditebaustein mit Emittenten- und Struktur-Risiko
Zertifikate sind mit 19,45% ein großer Renditetreiber. Solche Produkte können:
seitwärts/leicht positive Märkte gut nutzen (z. B. Discount-/Express-Mechaniken),
aber bringen Emittentenrisiko (Bonität des Herausgebers) und nichtlineare Auszahlungsprofile.
Anlegerimplikation: Das Risikoprofil hängt nicht nur von „Aktien vs. Renten“ ab, sondern stark von der Ausgestaltung der Zertifikate und den Emittenten.
6) Performance & Ausschüttung: gutes Jahr, aber Historie zeigt Mischfonds-Realität
Geschäftsjahr: +9,15%
1 Jahr: +8,59%
Seit Auflage (2007): +91,88%, 3,71% p. a.
Kalenderjahre: 2022 -10,58%, danach 2023 +12,00%, 2024 +12,12%, 2025 +7,30%.
Ausschüttung: 3,04 EUR je Anteil (Barausschüttung).
Anlegerimplikation: Nach schwachen Marktphasen kann der Fonds deutlich aufholen – aber Rückschläge sind möglich (2022). Die Ausschüttung ist vorhanden, aber nicht der dominante Renditebestandteil; die Wertentwicklung kommt stark aus Marktbewegungen/Allokation.
7) Kosten, Handel & Risikokennzahlen: attraktiv für aktiv gemanagt, VaR moderat
TER/Gesamtkostenquote: 0,72% → für einen aktiv verwalteten Multi-Asset-Fonds mit externer Portfolioverwaltung eher moderat.
Transaktionskosten: sehr niedrig ausgewiesen (875,63 EUR) – passt zum eher strategischen, nicht-häufigen Umschichten.
VaR (99%, 10 Tage): min 4,29%, max 7,20%, Ø 5,74% → insgesamt moderates Marktrisikopotenzial.
Leverage praktisch nicht genutzt (tatsächlich 0,95% nach Brutto- und Commitmentmethode).
Keine Derivate im Berichtsjahr.
Anlegerimplikation: Das passt zu einem Ansatz, der Risiko eher über Allokation, Zielfonds und strukturierte Produkte steuert als über Hebel/Derivate.
8) Für wen passt das – und worauf würde ich als Anleger besonders achten?
Eher passend für Anleger, die…
eine defensivere Multi-Asset-Lösung wollen (niedrige direkte Aktienquote),
moderate Schwankungen anstreben, aber Rendite nicht nur über Zinsen suchen,
mit Zielfonds-/Zertifikate-Komplexität leben können.
Wichtige Prüfpunkte vor Investment
Zertifikate-Details (Barrieren, Caps, Underlyings, Laufzeiten, Emittentenstreuung).
Zielfonds-„Look-through“: Welche echten Aktien-/Zins-/Währungsrisiken stecken indirekt drin?
Kreditrisiko: Bandbreite bis BB+ heißt: nicht rein „konservativ“.
Rollen & Governance: Portfolioverwaltung ausgelagert an Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG; KVG ist Bantleon Invest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH – für Anleger relevant hinsichtlich Verantwortlichkeiten/Prozessqualität.
Benchmark-Hinweis: Es ist keine Benchmark festgelegt; Vergleichbarkeit sollte man sich daher selbst schaffen (z. B. durch Peergroup „defensive Mischfonds“).
9) Gesamturteil
Unterm Strich zeigt der Bericht ein robust gemanagtes, moderat riskantes Multi-Asset-Portfolio mit guter Jahresperformance, vertretbaren laufenden Kosten und begrenztem Einsatz von Hebel/Derivaten. Der Preis dafür ist eine höhere Komplexität (Zielfonds + Zertifikate) und damit ein Risikoprofil, das man nicht allein an der niedrigen Aktienquote festmachen sollte.
Der Bestätigungsvermerk des Prüfers (PricewaterhouseCoopers GmbH) signalisiert zudem, dass die Berichterstattung formell ordnungsgemäß und nachvollziehbar geprüft wurde.