Nach einer gewaltsamen Geiselnahme an einer Schule im Süden Thailands ist die angeschossene Schulleiterin ihren schweren Verletzungen erlegen. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, starb Sasiphat Sinsamosorn in den frühen Morgenstunden des Donnerstags im Krankenhaus. Sie war am Mittwochnachmittag von einem 18-jährigen Angreifer angeschossen worden, der auf das Schulgelände nahe der Stadt Hat Yai eingedrungen war.
Der Vorfall ereignete sich kurz vor 17:00 Uhr Ortszeit. Der junge Mann betrat das Gebäude der Phatong Prathan Keeriwat School und eröffnete das Feuer. Neben der Schulleiterin wurde auch eine Schülerin durch Schüsse verletzt. Sie befindet sich nach Angaben der Polizei in stabilem Zustand. Eine weitere Schülerin erlitt Verletzungen, als sie während der dramatischen Szenen aus einem Fenster sprang, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch sie wird weiterhin medizinisch behandelt.
Nach der Tat verschanzte sich der Schütze im Schulgebäude. Zahlreiche Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte waren zeitweise eingeschlossen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und konnte den 18-Jährigen nach rund zweistündigen Verhandlungen schließlich festnehmen. Videos in sozialen Netzwerken zeigen den Moment, in dem Sicherheitskräfte das Gebäude betreten, während Kinder in Sicherheit gebracht werden.
Das Motiv des Täters ist bislang nicht abschließend geklärt. Lokale Medien berichten jedoch, dass der Verdächtige möglicherweise einen persönlichen Konflikt mit einer Lehrkraft der Schule hatte. Die Ermittlungen dauern an, um die genauen Hintergründe der Tat zu rekonstruieren.
Die Schule reagierte mit tiefer Bestürzung auf den Tod ihrer Leiterin. In einem Beitrag in den sozialen Medien sprach die Einrichtung der Familie und den Angehörigen ihr „tiefstes Beileid“ aus. „Auch wenn wir sie verloren haben, werden die Erinnerungen und ihre Güte für immer in unseren Herzen bleiben“, hieß es in der Mitteilung. Kolleginnen und Kollegen beschrieben Sasiphat Sinsamosorn als engagierte Pädagogin, die sich mit großem Einsatz für ihre Schülerinnen und Schüler eingesetzt habe.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie schwerer Gewalttaten in Thailand ein. Das Land weist im regionalen Vergleich eine relativ hohe Zahl an Schusswaffendelikten auf. Der Besitz von Waffen ist sowohl legal als auch illegal weit verbreitet. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu tödlichen Angriffen: 2024 wurden bei einer Schießerei auf einem Lebensmittelmarkt in Bangkok fünf Menschen getötet. 2023 erschoss ein 14-Jähriger zwei Personen in einem Einkaufszentrum im Zentrum der Hauptstadt. Besonders erschütternd war ein Angriff im Jahr zuvor, bei dem ein ehemaliger Polizist 36 Menschen, überwiegend Kinder, in einem Kindergarten tötete.
Die erneute Gewalttat entfacht nun erneut eine Debatte über Waffenkontrollen und Sicherheitsmaßnahmen an Bildungseinrichtungen in Thailand.