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Zyklon Gezani verwüstet Madagaskars Hafenstadt Toamasina – Mindestens 31 Tote

Ein verheerender Zyklon hat die Ostküste Madagaskars getroffen und mindestens 31 Menschen in den Tod gerissen. Der tropische Wirbelsturm „Gezani“ erreichte am Dienstag die Hafenstadt Toamasina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern und hinterließ eine Spur der Zerstörung. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde herrscht in der Region „totales Chaos“.

Besonders stark betroffen ist Toamasina, die zweitgrößte Stadt des Inselstaates mit rund 400.000 Einwohnern. Zahlreiche Häuser stürzten ein, als der Sturm mit voller Wucht auf die Küste traf. Viele der Todesopfer wurden unter den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser gefunden. „Was geschehen ist, ist eine Katastrophe – fast 75 Prozent der Stadt wurden zerstört“, erklärte Militärchef Oberst Michael Randrianirina, der im Oktober die Macht übernommen hatte, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die aktuelle Lage übersteige die Möglichkeiten Madagaskars, die Krise allein zu bewältigen.

Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. „Ich habe noch nie so heftige Winde erlebt“, sagte der Einwohner Harimanga Ranaivo der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Türen und Fenster aus Metall wurden gewaltsam hin- und hergerissen.“ In vielen Stadtteilen fiel der Strom aus, nachdem Leitungen gekappt worden waren. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt oder vollständig fortgerissen. In einigen Vierteln sollen bis zu 90 Prozent der Hausdächer beschädigt sein.

Auch der Hafen von Toamasina, ein wirtschaftlich bedeutender Knotenpunkt des Landes, wurde schwer getroffen. Mehrere Boote wurden an Land gespült oder kenterten. Industrieanlagen und Infrastruktur erlitten erhebliche Schäden. Luftaufnahmen zeigen zerstörte Straßenzüge, entwurzelte Palmen und großflächige Verwüstungen.

Rettungskräfte evakuierten Dutzende Verletzte sowie Hunderte Bewohner aus besonders gefährdeten Bezirken. Bereits vor dem Eintreffen des Sturms hatten die Behörden Schulen geschlossen und Notunterkünfte vorbereitet. Dennoch war die Wucht des Zyklons offenbar stärker als erwartet. Laut dem regionalen Zyklonwarnzentrum auf der französischen Insel Réunion könnte es sich um einen der intensivsten Stürme handeln, die in der Satellitenära in dieser Region registriert wurden.

Gezani ist bereits der zweite schwere Sturm, der Madagaskar in diesem Jahr trifft. Erst vor zehn Tagen hatte Zyklon „Fytia“ mindestens 14 Menschen getötet und mehr als 31.000 Menschen obdachlos gemacht. Die aktuelle Katastrophe verschärft die ohnehin angespannte humanitäre Lage im Land.

Am Mittwochmorgen schwächte sich Gezani zu einem moderaten tropischen Sturm ab und zog weiter ins Landesinnere, etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Antananarivo. Der nationale Wetterdienst teilte mit, dass der Sturm die zentralen Hochebenen überqueren und anschließend in den Mosambik-Kanal hinausziehen werde.

Die Zyklonsaison im südwestlichen Indischen Ozean dauert üblicherweise von November bis April. Jährlich entstehen in dieser Zeit etwa ein Dutzend Stürme – doch die zunehmende Intensität bereitet Experten große Sorge.

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