Der ehemalige NFL-Defensive Tackle Kevin Johnson ist im Alter von 55 Jahren tot in Los Angeles aufgefunden worden. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, darunter Newsweek, gehen die Ermittlungsbehörden derzeit von einem Gewaltverbrechen aus. Laut dem Büro des Gerichtsmediziners von Los Angeles County starb Johnson infolge von stumpfer Gewalteinwirkung auf den Kopf sowie durch Stichverletzungen. Der Fundort war demnach ein Obdachlosenlager in der Metropole an der US-Westküste.
Nach Angaben des Sheriffs von Los Angeles County lebte Johnson offenbar zuletzt ohne festen Wohnsitz. „Leider sieht es so aus, als sei er obdachlos gewesen und habe dort gelebt“, erklärte Lieutenant Steve De Jong gegenüber Medienvertretern. Die Polizei hat Ermittlungen wegen eines möglichen Tötungsdelikts aufgenommen. Weitere Details zu Tatverdächtigen oder zum genauen Tathergang wurden bislang nicht veröffentlicht.
Kevin Johnson wurde in Los Angeles geboren und galt in den frühen 1990er-Jahren als vielversprechendes Football-Talent. Seine College-Laufbahn führte ihn zunächst an das Los Angeles Harbor College, später an die Texas Southern University. Im NFL Draft 1993 wurde er in der vierten Runde von den New England Patriots ausgewählt. Allerdings konnte er sich dort nicht dauerhaft durchsetzen und wurde noch vor Beginn der Saison entlassen.
Seinen Durchbruch in der National Football League erlebte Johnson Mitte der 1990er-Jahre bei den Philadelphia Eagles. Zwischen 1995 und 1996 absolvierte er 23 Spiele für das Team, davon sechs als Starter. In dieser Zeit verbuchte er 54 Tackles, einen erzwungenen Fumble sowie einen Fumble-Return-Touchdown. Zudem kam er in zwei Playoff-Partien für die Eagles zum Einsatz. Seine Zeit in Philadelphia endete jedoch abrupt, nachdem er wegen eines verpassten Trainings suspendiert und später entlassen wurde.
Im Anschluss unterschrieb Johnson bei den Oakland Raiders, für die er 1997 und 1998 insgesamt 15 Spiele bestritt. Danach endete seine NFL-Karriere. Johnson blieb dem Football jedoch treu und wechselte in die Arena Football League. Dort feierte er 1998 mit den Orlando Predators den Gewinn des ArenaBowls – den größten sportlichen Erfolg seiner Laufbahn.
Der Tod von Kevin Johnson reiht sich in eine traurige Liste ehemaliger Sportler ein, deren Leben nach dem Ende der Profikarriere aus der Bahn geriet. Sein Schicksal wirft erneut ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen viele Ex-Profis nach ihrer aktiven Zeit konfrontiert sind – insbesondere in Bezug auf finanzielle Sicherheit, mentale Gesundheit und soziale Integration.