Das traditionsreiche Skigebiet Madonna di Campiglio in den italienischen Dolomiten zieht jedes Jahr Zehntausende Wintersportler an. Doch wo Beliebtheit wächst, wächst auch das Gedränge. Überfüllte Pisten, lange Wartezeiten an den Liften und ein sinkendes Sicherheitsgefühl haben die Betreiber nun zum Handeln bewegt. Erstmals in Italien greift ein großes Skigebiet zu einer klaren Begrenzung der Tagesgäste.
In der besonders stark frequentierten Hauptferienzeit vom 28. Dezember bis zum 5. Januar werden pro Tag maximal 15.000 Tages- und Stunden-Skipässe ausgegeben. Ziel ist es, die Pisten spürbar zu entlasten und den Gästen ein entspannteres, sichereres Skierlebnis zu ermöglichen. Saisonkarten sowie Mehrtagespässe sind von der Regelung ausgenommen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann seinen Tagespass bereits im Voraus kaufen oder auf flexible digitale Tickets zurückgreifen.
„Unsere Gäste investieren viel Geld in ihren Urlaub – sie sollen dafür Qualität, Platz und Komfort bekommen“, erklärt eine Sprecherin der Bergbahnen. Genau das sei in Spitzenzeiten zuletzt immer schwieriger geworden. Die Resonanz auf die neue Regelung falle bislang überraschend positiv aus. Viele Urlauber begrüßten die Maßnahme ausdrücklich, weil sie sich davon weniger Stress und mehr Fahrspaß versprechen.
Madonna di Campiglio gilt mit rund 155 Pistenkilometern und fast 60 Liften als eines der größten und spektakulärsten Skigebiete Italiens. Eingebettet in die imposante Brenta-Dolomiten-Kulisse lockt es sowohl sportlich ambitionierte Skifahrer als auch Genussurlauber an. Zwar ist der natürliche Schneefall bislang noch überschaubar, doch dank niedriger Temperaturen läuft die Kunstschneeproduktion auf Hochtouren, sodass der Großteil der Pisten bereits geöffnet ist.
Sollte sich das Modell der Skipass-Begrenzung bewähren, wollen die Betreiber es auch zu weiteren Stoßzeiten – etwa rund um die Faschingsferien – erneut einsetzen. Madonna di Campiglio könnte damit zum Vorreiter für ein Umdenken im alpinen Tourismus werden: weg vom unbegrenzten Andrang, hin zu mehr Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit auf den Pisten.