Frankreich trauert um eine seiner größten Leinwandlegenden. Brigitte Bardot, Symbol einer ganzen Epoche des Kinos und Inbegriff französischer Sinnlichkeit, ist im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez gestorben. Das bestätigte ihre Stiftung, die sie einst selbst gegründet hatte. Mit ihr geht eine Frau, die weit mehr war als ein Filmstar – sie war Mythos, Provokation und später kompromisslose Kämpferin für den Tierschutz.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde Bardot weltweit berühmt. Mit ihrem blonden Haar, dem Schmollmund und einer bis dahin ungekannten Natürlichkeit veränderte sie das Frauenbild im Kino nachhaltig. Filme wie „Und immer lockt das Weib“, „Die Wahrheit“, „Die Verachtung“ oder „Viva Maria!“ machten sie zur internationalen Ikone. Regisseure wie Jean-Luc Godard oder Louis Malle setzten auf ihre Ausstrahlung, Fotografen rissen sich um sie – „B.B.“ war eines der bekanntesten Gesichter der Welt.
Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms traf Bardot eine radikale Entscheidung: Anfang der 1970er-Jahre kehrte sie dem Filmgeschäft den Rücken. Der Glanz, der Rummel, das ständige Beobachtetwerden – all das wollte sie nicht mehr. Stattdessen widmete sie ihr Leben fortan dem Schutz von Tieren. Mit der Gründung der Brigitte-Bardot-Stiftung machte sie den Tierschutz zu ihrer Lebensaufgabe, verkaufte Teile ihres Besitzes, richtete Tierheime ein und kämpfte unermüdlich gegen Tierquälerei.
In Saint-Tropez lebte Bardot jahrzehntelang zurückgezogen, fernab der Filmsets, die sie einst beherrscht hatte. Öffentlich trat sie nur noch selten auf. Dennoch blieb sie eine polarisierende Figur. Ihre scharfen politischen Äußerungen, insbesondere zu Migration und Islam, sorgten immer wieder für Empörung und führten zu mehreren Verurteilungen wegen Volksverhetzung. Für viele überschatteten diese Positionen ihr späteres Wirken, für andere blieben sie Teil einer kompromisslosen Persönlichkeit, die sich nie anpasste.
Zuletzt war Bardots Gesundheitszustand immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Nach Klinikaufenthalten im Herbst hatte sie sich wieder in ihr Haus in Saint-Tropez zurückgezogen – nun ist sie dort gestorben.
Brigitte Bardot hinterlässt ein widersprüchliches, aber außergewöhnliches Erbe: als Sexsymbol und Stilvorbild, als Filmlegende und als radikale Tierschützerin. Frankreich verliert mit ihr eine Frau, die Generationen geprägt hat – und die bis zuletzt niemanden gleichgültig ließ.