Mit dem Jahreswechsel hat Bulgarien den Euro als offizielle Währung eingeführt und den Lew abgelöst. Der Balkanstaat ist damit das 21. Mitglied der Eurozone. Für Touristen und Unternehmen bringt der Schritt klare Vorteile: Geldwechsel entfällt, Preise sind besser vergleichbar und der Handel innerhalb Europas wird einfacher. Der feste Umrechnungskurs beträgt 1,95583 Lew pro Euro.
In der Bevölkerung überwiegt jedoch Skepsis. Viele Bulgaren fürchten steigende Preise und einen „Teuro“-Effekt – besonders in einem der ärmsten Länder der EU. Zudem gibt es Sorgen um den Verlust nationaler Souveränität.
Präsident Rumen Radew kritisierte in seiner Neujahrsansprache, dass es kein Referendum zur Euro-Einführung gegeben habe. Die Regierung habe die Bürger nicht ausreichend eingebunden, so Radew. Ein entsprechender Vorstoß war zuvor vom Parlament abgelehnt worden.
Die Europäische Zentralbank betont hingegen die Vorteile der Eurozone. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von mehr Wohlstand, Stabilität und Sicherheit sowie von einem starken Symbol europäischer Zusammenarbeit in geopolitisch unsicheren Zeiten.