Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana schildern Überlebende dramatische Szenen. In einer Bar kamen nach Behördenangaben mehrere Dutzend Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden schwer verletzt. Die Ursache des Feuers ist weiterhin ungeklärt, ein Anschlag gilt jedoch als ausgeschlossen.
Nach übereinstimmenden Berichten von Augenzeugen brach das Feuer gegen 1.30 Uhr in einem unterirdischen Barbereich aus, in dem mehr als hundert Menschen den Jahreswechsel feierten. Innerhalb kürzester Zeit habe sich der Brand ausgebreitet. Eine junge Frau berichtete, dass binnen weniger als einer Minute die gesamte Decke in Flammen gestanden habe. Kurz darauf sei Panik ausgebrochen.
Mehrere Gäste schilderten, dass es nur einen schmalen Treppenaufgang ins Freie gegeben habe. Dorthin seien die Menschen in Todesangst geströmt, während dichter Rauch die Sicht nahezu unmöglich machte. Fenster und Räume seien binnen Sekunden schwarz vor Qualm gewesen.
Einige Zeugen vermuten, dass Feuerwerkskörper oder Wunderkerzen, die an Getränkeflaschen befestigt waren, den Brand ausgelöst haben könnten. Die Ermittlungsbehörden äußern sich dazu bislang nicht und betonen, dass in alle Richtungen ermittelt werde.
Auch außerhalb der Bar spielten sich erschütternde Szenen ab. Anwohner berichten von schreienden Menschen, panischen Angehörigen und Eltern, die verzweifelt mit Autos zum Unglücksort eilten. „Es war wie in einem Horrorfilm“, sagte ein Augenzeuge.
Rettungskräfte brachten zahlreiche Schwerverletzte per Hubschrauber in Spezialkliniken, auch ins Ausland. In Krankenhäusern der Region herrschte Ausnahmezustand, immer wieder trafen Opfer mit schwersten Brandverletzungen ein. Viele der Toten konnten bislang noch nicht identifiziert werden.
Die betroffene Bar galt als beliebter Treffpunkt junger Menschen, insbesondere zum Jahreswechsel. Unter den Opfern sollen sich auch viele Touristinnen und Touristen befinden. Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern an.